PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL

Wenn Harmonie und Konsens zum Problem werden

Issue 6, pp 15-17

DOI: 10.2357/PM-2020-0088
Ein Start-up ist eine temporäre Organisationsform auf der Suche nach einem reproduzierbaren und skalierbaren Geschäftsmodell. Um dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen, ist eine konsequente Kundenorientierung, agile Arbeitsweise und iterative Produktentwicklung erforderlich [1]. Start-ups und Projekte haben daher viel gemeinsam. Man könnte sagen, dass das Team in einem Start-up unter verschärften Projektbedingungen operiert. In diesem Beitrag werden dysfunktionale Kommunikations- und Entscheidungsmuster dargestellt, die in Start-up-Teams beobachtet wurden, jedoch auch Implikationen für den Umgang mit Konflikten und Emotionen in Projektteams haben. Zu den vier besonders häufig zu beobachtenden Phänomenen gehören die Kompetenzfalle, die Harmoniefalle, die Konsensfalle und die Konfliktfalle. Sie haben ihren Ursprung in einer unklaren Arbeitsteilung und mangelhaften Kommunikation und treten besonders häufig in homogenen Teams auf. Fazit: Gute Teams zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie möglichst harmonisch sind, sondern dass sie Unterschiede als Chancen begreifen und resultierende Konflikte und Emotionen frühzeitig erkennen und managen.