eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 32/2

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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UVK Verlag Tübingen
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322 Gesellschaft für Projektmanagement

Enterprise Bionics® - ein bionisches Betriebssystem für Projektorganisationen

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2021
Moritz Hornung
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Reportage | Vom Leben lernen 8 PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL · 32. Jahrgang · 02/ 2021 DOI 10.24053/ PM-2021-0022 Zudem gibt er noch Rückmeldung, beispielsweise Problemmeldungen oder Verbesserungsvorschläge. Er muss akzeptieren, dass er nicht mehr völlig frei ist. Doch, wie gesagt, dafür bekommt er auch etwas. Neben Ressourcen die Sicherheit, dass sein Team ordentlich arbeitet und die Werkzeuge wie Templates passen. Ich darf noch einmal nachfragen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einer Organisation die Projektabwicklung so konfliktfrei verläuft-… Ich auch nicht. Die konfliktfreie Organisation existiert nicht. Immer wird es Streit um Ressourcen geben-… Richtig. Ressourcen sind limitiert, grundsätzlich limitiert. Diese Konflikte werden nun auf einer anderen Ebene ausgetragen, auf eine andere Weise. Nicht mehr Projektmanager kämpfen um Ressourcen, sondern ein Team entscheidet auf Basis von Regeln und mit Blick auf die Gesamtorganisation. Die Probleme, die ein Projektmanager hat, werden an anderer Stelle gelöst. Manchmal für ihn, manchmal mit ihm-… Das Ideal wäre, dass diese Zuteilung von Ressourcen völlig geräuschlos und konfliktfrei nach Regeln abläuft-… Das ist ein Ideal. Offen gesagt, ich habe dies so noch nie erlebt. Menschen sind eben keine Moleküle. Aber ich habe beobachtet, dass beispielsweise Feuerwehreinsätze bei Krisenprojekten seltener werden und die Organisation produktiver wird. Sprechen wir bitte darüber, wie Unternehmen Ihr Modell umsetzen. Sie haben eben einiges angedeutet. Es geht nicht um Veränderung der Aufbauorganisation. Es wird eine Schattenorganisation über diese Aufbauorganisation gelegt. In groben Zügen skizziert-- wie darf ich mir diese Veränderung in der Praxis vorstellen? Das hängt von der Ausgangsbasis ab. Ist das Projektmanagement oder sind einzelne Projekte in einer Krise, steht am Anfang die Krisenintervention. Dann geht es noch nicht um Ordnen, Klarheit schaffen und Prioritäten setzen. Sie verbinden zunächst die Wunden? Richtig! Wenn wir kommen, ist häufig der Leidensdruck groß. Ist die Wunde verbunden, starten wir mit einer Art Stammzelle. Zunächst vermitteln wir unser Modell in Trainings und zeigen, wie es funktioniert. Anhand der Schmerzpunkte im Unternehmen formulieren wir Hypothesen über mögliche Engpässe. Wir verorten und analysieren Stakeholder, und wir analysieren, woher Unternehmen ihre Ressourcen bekommen. Wie geht es weiter? Häufig nehmen wir uns dann einen dieser Engpässe vor und installieren ein Verbesserungsteam. Dies ist unsere Stammzelle, wie wir dies nennen. Dann teilen wir diese Zelle. Die zweite Zelle ist für etwas Neues zuständig, beispielsweise für Ressourcenbeschaffung. So teilen wir die Zellen immer wieder und breiten sie quasi über die Organisation aus. Sie fangen also an einem Punkt an und versuchen immer mehr Bereiche der Organisation abzudecken. Ist Ihnen das je komplett gelungen? Wir sind bei einigen Unternehmen schon weit gekommen. Mein Kollege Dr. Clemens Dachs hatte große Implementierungen mit über 1.000 Beteiligten und Dutzenden von Teams. Wo liegen die Herausforderungen bei diesen Implementierungen? Das größte Problem ist, dass diese Implementierungen Veränderungen für Mitarbeiter und Führungskräfte bedeuten. Nun, das bringen generell Veränderungsinitiativen mit sich-… Es handelt sich bei unserem Vorgehen um echte Veränderungen, die jeder Mitarbeiter spürt. Das Ziel ist: Jeder arbeitet morgen besser als heute. Ich will die Floskel von der Komfortzone, die man verlassen muss, nicht überstrapazieren. Doch wir Menschen sind im gewissen Sinne Gewohnheitstiere, denen es schwerfällt, Muster und Glaubenssätze in Frage zu stellen und auch zu durchbrechen. Glaubenssätze? Glaubenssätze wie zum Beispiel: Viel hilf viel! Oder der Output der Organisation zählt- - und nicht die Arbeit, die in Verbesserung und Selbsterhaltung investiert wird. Solche Glaubenssätze müssen wir auflösen. Deshalb müssen wir am Anfang auch sehr schnell Erfolge erzielen und damit die Menschen überzeugen. Sie brauchen das Gefühl, dass sie ein wichtiger Teil eines großen Ganzen sind und sich positiv einbringen können. Was antworten Sie Menschen, die die Investition in Verbesserung nicht einsehen wollen? Verweisen Sie auf Zellen, die sich zunächst selbsterhalten, bevor sie für den Organismus selbst tätig werden? Man kann diesen Punkt mit Hilfe der Zellbiologie gut erläutern. Ich habe aber noch eine andere Analogie. Ich verweise auf Top-Athleten. Athleten verwenden weit mehr Zeit für Trainings als für Wettkämpfe, bei denen sie Medaillen sammeln. Dies leuchtet fast jedem ein. Literatur Dachs, Clemens: Viable Project Business: A Bionic Management System for Large Enterprise, Springer (2020); ISBN-13: 978-3 030 629 038 Weitere Informationen im Internet: www.business-survivalist. com (Blog) Eingangsabbildung: © iStock.com / piranka Moritz Hornung Moritz Hornung ist Unternehmensberater bei Siemens Advanta. Er hat mehr als 10 Jahre Berufserfahrung im internationalen Projektgeschäft, auch in leitender Position. Er betreibt einen Blog zum Thema Organisationsbionik und Management. Gemeinsam mit Clemens Dachs arbeitet er an einem Business-Roman, der voraussichtlich in diesem Jahr erscheint (weitere Informationen auf seinem Blog unter www.business-survivalist.com). 00_PM_aktuell_02_2021_SL2b.indb 8 00_PM_aktuell_02_2021_SL2b.indb 8 19.04.2021 10: 53: 57 19.04.2021 10: 53: 57 www.junfermann.de - Wir liefern versandkostenfrei! Neu bei Junfermann Sabine Prohaska Training und Seminare im digitalen Wandel Der E-Learning-Kompass für erfolgreiche Schulungskonzepte Digitale Konzepte werden immer wichtiger und Zukunftsforscher prognostizieren, dass kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Dies erfordert einen neuen, flexiblen Zugang aller Beteiligten und ein Überdenken der bisher bekannten Prozesse. Es geht um innovative Seminarkonzepte, eine völlige Neuausrichtung der Rolle der Trainer, eine offene Unternehmenskultur und um die erforderlichen technischen Voraussetzungen. Das Buch führt diejenigen, die digitale Lernkonzepte entwickeln und umsetzen, durch die wichtigsten Bereiche und liefert eine verlässliche Schrittfür-Schritt-Anleitung für deren professionelle Umsetzung. 176 Seiten, kart., E-Book inside • € (D) 29,00 • ISBN 978-3-7495-0188-5 • Auch als E-Book erhältlich Daniela Blickhan Positive Psychologie und Coaching Von der Lösungszur Wachstumsorientierung Was lässt Menschen „aufblühen“? Daniela Blickhan setzt die Positive Psychologie selbst seit mehr als zehn Jahren im Coaching und in der Ausbildung von Coaches ein. Ihr Resümee: Jeder Coach kann Positive Psychologie als Bereicherung in sein Repertoire aufnehmen. Nach einer Zusammenfassung der für das Coaching relevanten Grundlagen der Positiven Psychologie geht es im 1. Teil um Fragen wie: Was bedeutet „Positive Diagnostik“? Was sind „Positive Interventionen“? Was charakterisiert einen „Positiven Coachingprozess“? Im 2. Teil geht es, abgerundet durch Fallbeispiele, darum, wie sich diese Grundlagen in einem Coachingprozess umsetzen lassen. 232 Seiten, kart., E-Book inside • € (D) 29,00 • ISBN 978-3-95571-951-7 • Auch als E-Book erhältlich Karin Kiesele & Andrea Schlösser Herausfordernde Situationen im Coaching Toolbox Best Practice Nicht jede Coaching-Sitzung verläuft nach Plan. Fast jeder Coach stößt beizeiten in seiner Arbeit an Grenzen, ist verunsichert, überfordert oder gar ratlos. Die Autorinnen beschreiben herausfordernde Coachingsituationen und bieten im Alltag erprobte Hilfestellungen und Interventionen an. Coaches erhalten hier konkrete Tipps und Anleitungen u. a. zu folgenden Themen: Widerstände und Blockaden, ins Stocken geratene Prozesse, Umgang mit Emotionen und Krisen, Selbstfürsorge, Umgang mit Absagen und Zahlungsausfällen u. v. m. 192 Seiten, kart., E-Book inside • € (D) 28,00 • ISBN 978-3-95571-953-1 • Auch als E-Book erhältlich Karin Kiesele & Andrea Schlösser Herausfordernde Situationen im Coaching Toolbox Best Practice Nicht jede Coaching-Sitzung verläuft nach Plan. Fast jeder Coach stößt beizeiten in seiner Arbeit an Grenzen, ist verunsichert, überfordert oder gar ratlos. Die Autorinnen beschreiben herausfordernde Coachingsituationen und bieten im Alltag erprobte Hilfestellungen und Interventionen an. Coaches erhalten hier konkrete Tipps und Anleitungen u. geratene Prozesse, Umgang mit Emotionen und Krisen, Selbstfürsorge, Umgang mit Absagen und Zahlungsausfällen u. 192 Seiten, kart., E-Book inside • € (D) 28,00 • ISBN 978-3-95571-953-1 • Auch als E-Book erhältlich Daniela Blickhan Positive Psychologie und Coaching Von der Lösungszur Wachstumsorientierung Was lässt Menschen „aufblühen“? Daniela Blickhan setzt die Positive Psychologie selbst seit mehr als zehn Jahren im Coaching und in der Ausbildung von Coaches ein. Ihr Resümee: Jeder Coach kann Positive Psychologie als Bereicherung in sein Repertoire aufnehmen. Nach einer Zusammenfassung der für das Coaching relevanten Grundlagen der Positiven Psychologie geht es im 1. Teil um Fragen wie: Was bedeutet „Positive Diagnostik“? Was sind „Positive Interventionen“? Was charakterisiert einen „Positiven Coachingprozess“? Im 2. Teil geht es, abgerundet durch Fallbeispiele, darum, wie sich diese Grundlagen in einem Coachingprozess umsetzen lassen. 232 Seiten, kart., E-Book inside • € (D) 29,00 • ISBN 978-3-95571-951-7 • Auch als E-Book erhältlich 00_PM_aktuell_02_2021_SL2b.indb 9 00_PM_aktuell_02_2021_SL2b.indb 9 19.04.2021 10: 53: 59 19.04.2021 10: 53: 59