eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 32/4

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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UVK Verlag Tübingen
10.24053/PM-2021-0082
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324 Gesellschaft für Projektmanagement

Auf ein Wort mit ... Nicole Rebe, Head of Quality and Strategy R&D Tires, Continental AG

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Martina Peuser
Zur Person: Nicole Rebe ist Head of Quality and Strategy R&D Tires, Continental AG, Continental Reifen Deutschland GmbH. Sie ist verantwortlich für die weltweite Supply Chain der PKW-Reifen des Unternehmens.
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Rubrik | xxx 84 PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL · 32. Jahrgang · 04/ 2021 DOI 10.24053/ PM-2021-0082 Auf ein Wort mit-… Nicole Rebe, Head of Quality and Strategy R&D Tires, Continental AG Von Martina Peuser Zur Person | Nicole Rebe ist Head of Quality and Strategy R&D Tires, Continental AG, Continental Reifen Deutschland GmbH. Sie ist verantwortlich für die weltweite Supply Chain der PKW-Reifen des Unternehmens. Wie sind Sie zum Projektmanagement gekommen? In meinen ersten Berufsjahren wirkte ich bei ZF Sachs und VW FS bei mehreren SAP-Einführungsprojekten mit und habe sukzessive mehr Verantwortung und Projektleitung - auch international - übernommen. Falls Sie nicht längere Zeit als Projektmanagerin gearbeitet hätten was hätte Sie stattdessen gereizt? Generell begeistere ich mich für breit aufgestellte Tätigkeiten mit vielfältigen Schnittstellen und Themen. Für mich ist es wichtig, mich kontinuierlich fachlich wie auch persönlich weiterentwickeln zu können. Welches Projekt hat Sie besonders geprägt oder war für Sie besonders wichtig? Der Aufbau eines Shared Service Centers in Rumänien. Ich verantwortete eine Doppelrolle: Projektleitung und Center- Leitung. Die Vielfalt der Themen war immens hoch. Das Ergebnis war erlebbar und sichtbar. Gelten in Ihrem Bereich bestimmte Standards und Methoden? Innerhalb der Continental gibt es fünf verschiedene Business Areas. In der Reifensparte kommen ausgewählte Projektstandards zum Einsatz, die einen Rahmen und eine Struktur vorgeben. Was zeichnet Sie als Projektmanagerin besonders aus? Ich habe eine hohe Resilienz und behalte einen kühlen Kopf in Change Projekten, wenn Spannungen auftreten. Ich nehme Konflikte dann nicht persönlich, sondern bemühe mich zu fragen, was diese Personen benötigen, um in die Veränderung zu gehen. Was motiviert Sie, in Projekten zu arbeiten und Projekte zu leiten? Projektarbeit in unterschiedlichen Unternehmensbereichen ist sehr abwechslungsreich. Auf Helikopter-Ebene sind Einblicke in verschiedene Themen möglich. Zugleich kann ich mein ganzes Skillset als Projektleitung einbringen und zu einem neuen Soll-Zustand verhelfen. Welche Tipps haben Sie für den Projektmanagement-Nachwuchs? Suchen Sie sich im Berufsleben ein Umfeld, in das Sie als Persönlichkeit gut hineinpassen und sich entwickeln können. Reflektieren Sie sich selbst und Ihre Bedürfnisse- - wie viel Stabilität und Planbarkeit benötige ich? Wie gehe ich mit Unsicherheit um? Denn als Projektleitung ist es Ihre Aufgabe, das Projektteam trotzt sich ständig verändernder Rahmenbedingungen stabil und fokussiert zu halten. Was ist für Sie als Projektmanager das größte Glück? Insbesondere in Projekten mit einem hohen Grad an Change für erfreue ich mich daran, wenn die positiven Seiten der Veränderung bei immer mehr Beteiligten Schritt für Schritt in Vordergrund rücken können. Was ist für Sie das größte Unglück im Projektmanagement? Schwierig ist, wenn der Projektsponsor nicht hinter dem Projekt steht und kein ausreichendes Backup gibt. Welche Trends sehen Sie im Projektmanagement? Ein Trend ist ein stärkerer Fokus auf Organisationsentwicklung und das Upskilling der Führungskräfte hierzu. Vermutlich wird es eine Zweiteilung geben: technokratische Projekte in einem engen Projektmanagementkorsett und Organisationsentwicklungs-Projekte mit flexibleren Strukturen und einem hohen Fokus auf Change Management. Was geben Sie den Lesern mit auf den Weg? Kommunikation und Transparenz sind das A und O für erfolgreiche Projektarbeit. Zu oft wird davon ausgegangen, dass man erst Ergebnisse kommunizieren muss, statt von Beginn an Transparenz zu schaffen. Prof. Dr. Martina Peuser ist Professorin für allgemeine BWL, insbesondere Organisation und Projektmanagement an der Leibniz Fachhochschule in Hannover. Als Inhaberin des „Institut für praxisnahe Mittelstandberatung” ist sie Expertin für kundenzentrierte, agile Organisationsstrukturen und begleitet Unternehmen dabei, ihre Strukturen mit dem Fokus auf Kunden flexibel anzupassen. In ihrer Kolumne gibt sie spannende Kurzeinblicke in Lebensläufe und Gedanken von im Projekt tätigen Personen.