eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 32/5

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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UVK Verlag Tübingen
10.24053/PM-2021-0100
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325 Gesellschaft für Projektmanagement

IPMA intern

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Der 32. IPMA Weltkongress stand unter dem Motto „Project Management in the Digital Transformation Era“. Coronabedingt wurde der Kongress um ein Jahr auf September 2021 verschoben und war im Vorfeld bis zuletzt durch viel Ungewissheit geprägt, was sowohl die Planung als auch die Durchführung der Veranstaltung für die russischen Gastgeber und Organisatoren deutlich erschwerte. Umso höher ist der Erfolg dieser Veranstaltung zu bewerten.
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79 PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL · 32. Jahrgang · 05/ 2021 DOI 10.24053/ PM-2021-0100 Aus den DACH-Verbänden | IPMA intern Neues aus der IPMA Zusammenfassung des IPMA Weltkongress vom 21. - 23. 09. 2021 in St. Petersburg Der 32. IPMA Weltkongress stand unter dem Motto „Project Management in the Digital Transformation Era“. Coronabedingt wurde der Kongress um ein Jahr auf September 2021 verschoben und war im Vorfeld bis zuletzt durch viel Ungewissheit geprägt, was sowohl die Planung als auch die Durchführung der Veranstaltung für die russischen Gastgeber und Organisatoren deutlich erschwerte. Umso höher ist der Erfolg dieser Veranstaltung zu bewerten. Im Folgenden sollen ein paar Highlights dieses für die IPMA wichtigsten Events des Jahres herausgearbeitet werden: Corona-bedingt fand der Weltkongress erstmals in der Geschichte der IPMA als hybride Veranstaltung sowohl physisch vor Ort als auch virtuell statt, entsprechend dem Konferenzmotto der Digitalen Transformation. Doch in der Praxis zeigte sich erst die Größe dieser Herausforderung: einen hybriden internationalen Kongress mit 340 Teilnehmern vor Ort und über 3000 virtuellen Teilnehmern weltweit, mit 80 Rednern vor Ort und 113 virtuellen Rednern aus der ganzen Welt technisch reibungslos zu organisieren und umzusetzen. Eine weitere Herausforderung war, alle Vorträge und Präsentationen simultan vom Englischen ins Russische und umgekehrt live zu übersetzen und allen Teilnehmern vor Ort und virtuell zeitgleich zur Verfügung zu stellen. Wie für einen IPMA Weltkongress üblich gab es wieder eine Reihe von parallel stattfindenden Vortragsreihen, diesmal waren es sieben parallel stattfindende Konferenz-Streams, die wiederum sowohl vor Ort als auch virtuell angeboten wurden. Da es auf dem Markt kein Tool für die Umsetzung einer solch komplexen Veranstaltung gibt, wurde dafür extra eine neue Online-Konferenz- Plattform von über 100 russischen Entwicklern programmiert. Damit haben unsere russischen Kollegen von SOVNET kurzerhand einen neuen internationalen Konferenz-Benchmark geschaffen, der in den kommenden Jahren sicherlich der neue IPMA Konferenzstandard sein wird! In seiner Keynote-Eröffnungsrede stellte der Leiter des Project Office der Russischen Föderation A. S. Maikov dar, wie auf Basis eines Dekrets von Präsident Vladimir Putin Projektmanagement 2015 implementiert wurde und seither mit Hilfe von konsequentem Projekt-, Programm- und Portfolio- Management alle wichtigen Vorhaben im Land geplant und umgesetzt werden, basierend auf den Prinzipien der drei IPMA Kompetenzfelder der ICB4 („… it is necessary to make targeted legislation changes, lift administration barriers, assist with infrastructure development, with the advance to foreign markets. Often these questions exceed the boundaries of a single ministry, which is why I propose to create a Foto von der Abschlusszeremonie mit allen freiwilligen HelferInnen, die zum Gelingen des 32. IPMA Weltkongresses aktiv beigetragen haben (Foto: Yvonne Schoper) Aus den DACH-Verbänden | Neues aus der IPMA 80 PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL · 32. Jahrgang · 05/ 2021 DOI 10.24053/ PM-2021-0101 support mechanism for the most significant projects. This task could be accomplished by a special Project Management Office” (V. Putin, 2015). In seiner Rede zeigte der PMO-Leiter die stringent über mehrere Organisationsebene aufgebaute Projektorganisation und die Verknüpfung der Erreichung der Nationalen Ziele mit dem PMO dar. Dabei stellte er dar, dass der Maßstab für die Genehmigung neuer Projekte der Mehrwert und Nutzen für die russischen Bürgerinnen und Bürger sei und ob das jeweilige Projekte in mind. eines der 15 strategischen Handlungsfelder einzahlt. Diese überzeugte Einstellung und die konsequente Umsetzung von Project Governance auf oberster Ebene in einem Land wie der Russischen Föderation zu erleben, war sehr beeindruckend und kann als Vorbild für alle europäischen Regierungen dienen, unabhängig von ihrer politischen Einstellung. Inhalt der sieben parallel stattfindenden Konferenz-Streams waren u. a. die Kompetenzfelder der ICB 4 sowie die Bereiche: • Perspective • Practice • People • Methodologies and Approaches • Agility and Projects • Berichte auf den IPMA Special Interest Groups • sowie ein Offline-Stream Wichtige Themen der Konferenz waren die Veränderungen durch Covid-19 auf Projektmanagement, Psychological Safety, Leadership im VUCA Umfeld, der Einfluss von Diversity and Inclusion auf Projektmanagement, der Aufbau von Resilience, der Einfluss von Nachhaltigkeit und Artificial Intelligence auf das Projektmanagement, sowie Agilität und was auf diesen aktuellen Trend folgen wird. Alle Vorträge des IPMA Weltkongresses sind noch für die nächsten zwei Monate auf der Konferenz-Plattform abrufbar. Abschließend sei das außerordentliche Engagement der vielen freiwilligen Helfer von unserem russischen Schwesterverband SOVNET und der russischen Young Crew erwähnt, die mit ihrer großen Gastfreundlichkeit diesen Weltkongress zu einem einmaligen Erlebnis für alle Teilnehmer haben werden lassen. Der nächste IPMA Weltkongress wird im November 2022 in Tokyo stattfinden. Prof. Dr. Yvonne Schoper ist Professorin an der HTW Berlin mit dem Schwerpunkt Internationales Projektmanagement, Präsidialrätin der GPM und Vizepräsidentin in der IPMA für den Bereich Membership und Young Crew. Ihre Forschungsinteressen sind die Projektifizierung der Wirtschaft und der Einfluss der Kultur auf das Projektmanagement. eMail: yvonne.schoper@HTW-Berlin.de ORCID: 0000-0002-7731 - 5081 Aus den DACH-Verbänden | GPM intern Gemeinsames Engagement für projektbasiertes Lernen Die GPM und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin (SenBJF) kooperieren für mehr Projektkultur an Schulen Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin möchte die Projektorientierung im Unterricht künftig gemeinsam mit der GPM weiter ausbauen. Ziel ist es, Impulse für eine innovative Unterrichtsentwicklung zu setzen, möglichst viele Schulen für das Konzept des projektbasierten Lernens zu gewinnen und wünschenswerterweise mit dem Siegel „Projektorientierte Schule“ auszuzeichnen. Daniel Stumpf, Vizepräsident der GPM, die Fachgruppe „PM macht Schule“ als Kernakteure der Zusammenarbeit und Sandra Scheeres, Berliner Senatorin für Jugend, Bildung und Familie, drückten jeweils große Freude über die Partnerschaft aus. Die Senatorin erklärte: „Ich freue mich über die Kooperation der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie mit der GPM. Unser gemeinsames Ziel ist die Vergabe des Siegels „Projektorientierte Schule“. Mit diesem sollen Schulen ausgezeichnet werden, die einerseits durch projektorientierten Unterricht problembewusstes, lösungsorientiertes Denken ihrer Schülerinnen und Schülern fördern und diese beim Erwerb der Kompetenzen für das 21. Jahrhundert maßgeblich unterstützen. Gleichzeitig aber auch Instrumente des Projektmanagements in ihrer Schulentwicklung einsetzen und so Maßnahmen und Entwicklungsvorhaben anhand operationalisierter Ziele planen und durchführen und dabei die zur Verfügung stehenden Ressourcen effizient einsetzen. Ich wünsche den beteiligten Akteuren viel Erfolg! “