eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 36/1

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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2941-0886
UVK Verlag Tübingen
10.24053/PM-2025-0016
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2025
361 GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.

Auf ein Wort mit ... Thomas Kattermann, Projektleiter im Werk Dortmund bei DB Fernverkehr

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68 PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL · 36. Jahrgang · 01/ 2025 DOI 10.24053/ PM-2025-0016 Auf ein Wort mit-… Thomas Kattermann Martina Peuser Zur Person | Thomas Kattermann, Projektleiter im Werk Dortmund bei DB Fernverkehr Wie sind Sie zum Projektmanagement gekommen? Nach meinem Abitur machte ich eine Tischlerlehre und schloss ein Holztechnik-Studium mit dem Bachelor of Engineering ab. Danach arbeitete ich ein Jahr in der Spanplattenindustrie im Vertrieb und in der technischen Beratung. Anschließend wechselte ich zur Deutschen Bahn, zuerst als Teamleiter Produktionsvorbereitung und Steuerung, anschließend als Leiter Anlagemanagement, wo ich meine ersten kleineren und später größeren Projekte leitete. Seit Januar 2024 bin ich im ICE Werk Dortmund Projektleiter. Falls Sie kein Projektmanager geworden wären-- was stattdessen? Ich wäre im Instandhaltungsmanagement bei der DB geblieben. Welches Projekt hat Sie besonders geprägt oder war für Sie besonders wichtig? Mein erstes Projekt war die Sanierung einer 1500 qm großen Dachanlage eines Hauptbahnhofs, bei dem die Kosten die Millionengrenze überschritten. Dabei habe ich viel über eigenständige Projektleitung und Stakeholder-Kommunikation gelernt, insbesondere, wie wichtig eine gute Kommunikationsebene ist. An welchem Projekt arbeiten Sie gerade? Aktuell betreue ich 5 bis 6 Projekte, darunter die Instandhaltung der Außenreinigungsanlage für ICE-Züge, den Neubau eines Sozialgebäudes für 120 Mitarbeiter und den Umbau zweier Instandhaltungsgleise inkl. anliegender Infrastruktur in der Werkshalle. Zusätzlich kümmere ich mich um kleinere Projekte wie die Sanierung von Gleisen im Werksbereich. Gelten in Ihrem Bereich bestimmte Standards und Methoden? Im Eisenbahnbetrieb gibt die Aufsichtsbehörde Eisenbahnbundesamt bestimmte Vorgaben. Als Methode ist Lean Management bei der Deutschen Bahn immer mehr verbreitet. Welche historischen Projekte bewundern Sie am meisten? Das Projekt im Jahr 2017 Algora Garden Tower in Taipeh. Das Projekt ist äußerst spannend, da es sowohl durch sein nachhaltiges und innovatives Design als auch durch Themen wie Statik und Baugenehmigung heraussticht. Was wäre Ihr Traumprojekt? Es gibt für mich kein Traumprojekt. Als Projektleiter finde ich es spannend, dass ich bei jedem Projekt etwas dazulerne und mit den Aufgaben wachse. Was zeichnet Sie als Projektmanager besonders aus? Ich bin zielstrebig und kommunikationsfähig. Ich habe auch immer das Projektziel vor Augen und kann mit der Komplexität bei mehreren Projekten gut umgehen. Was motiviert Sie, in Projekten zu arbeiten und Projekte zu leiten? Es motiviert mich, dass ich in Projekten der Deutschen Bahn immer etwas für die Gesellschaft beitrage. Ich leiste meinen Teil dazu, dass die Angebote der Deutschen Bahn der Gesellschaft zugutekommen. Welche Tipps haben Sie für den Projektmanagement-Nachwuchs? Wichtig ist, die Perspektiven von allen Beteiligten wie Handwerkern, Planern und Behörden zu verstehen, um besser auf sie einzugehen und das Projekt zu steuern. Das Nachvollziehen aller Sichtweisen erleichtert die Zusammenarbeit. Welche Eigenschaften schätzen Sie an Projektmanagern*innen am meisten? Zuverlässigkeit und Transparenz sind entscheidend. Ziele müssen klar definiert werden, und der Projektleiter muss festlegen, was wann am besten funktioniert-- nach dem SMART- Prinzip. Was ist für Sie als Projektmanager das größte Glück? Die Abwechslung- - ich lerne immer neue Themen und neue Menschen kennen. Ich weiß morgens manchmal nicht, was tagsüber passiert. Was ist für Sie als Projektmanager das größte Unglück? Wenn wir bei einer Ausschreibung keinen Anbieter finden. Was geben Sie den Lesern mit auf den Weg? Es gibt immer einen Weg, um ein Ziel zu erreichen.