eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 13/4

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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2941-0886
UVK Verlag Tübingen
121
2002
134 Gesellschaft für Projektmanagement

Die projektbegleitende Hemmnisanalyse bei der Einführung innovativer Mobilitätsformen - Einführung und Methodik

121
2002
Dieter Eberle
Roger Kreja
Manfred Wacker
Ralf Lattner
Andreas Megerle
Janine Schubert
Im Rahmen des Projekts „mobilist - Mobilität im Ballungsraum Stuttgart“ wird eine projektbegleitende Hemmnisanalyse als Methodenbaustein der Projektevaluationen entwickelt und angewendet. Sie weist eine gewisse Ähnlichkeit mit der Projektumfeld- bzw. Stakeholderanalyse auf. Durch die projektbegleitende und zeitnahe Erhebung fördernder und hemmender Randbedingungen können die Projektumsetzung beeinflussende Faktoren erkannt und Strategien zur Sicherung des Projekterfolgs entwickelt werden. Da es sich hierbei um eine sehr sensible Thematik handelt, ist es notwendig, eine Methodik zu finden, die auf der einen Seite eine Vertrauensbasis zwischen den zu Evaluierenden und dem Evaluator schafft und die auf der anderen Seite dennoch den notwendigen Informationsaustausch in ausreichender Tiefe gewährleistet. In mobilist ist dies durch eine Kombination von regelmäßigen mündlichen und schriftlichen Befragungen, die sich an Schlüsselpersonen im Projekt wenden, gelungen, die durch eine einmalige Befragung aller Partner ergänzt wird. Ferner kann auf Ergebnisse eines so genannten Nutzerbeirats zurückgegriffen werden. Die hohe Akzeptanz der Hemmnisanalyse bei allen Projektbeteiligten zeigt, dass eine ernsthafte Notwendigkeit zur Dokumentation und zur Beeinflussung der Umsetzungsrandbedingungen gesehen wird.
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14฀฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 WISSEN 15฀฀ ฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 Die฀projektbegleitende฀Hemmnisanalyse฀bei฀der฀Einführung฀ innovativer฀Mobilitätsformen฀-฀ Einführung฀und฀Methodik Dargestellt฀am฀Beispiel฀des฀Verbundprojekts฀„mobilist฀-฀Mobilität฀im฀Ballungsraum฀ Stuttgart“ Dieter฀Eberle,฀Roger฀Kreja,฀Manfred฀Wacker฀sowie฀Ralf฀Lattner,฀Andreas฀Megerle,฀Janine฀Schubert Im฀Rahmen฀des฀Projekts฀„mobilist฀-฀Mobilität฀im฀Ballungsraum฀Stuttgart“฀wird฀eine฀projektbegleitende฀Hemmnisanalyse฀als฀Methodenbaustein฀der฀Projektevaluationen฀entwickelt฀und฀ angewendet.฀Sie฀weist฀eine฀gewisse฀Ähnlichkeit฀mit฀der฀Projektumfeld-฀bzw.฀Stakeholderanalyse฀auf.฀Durch฀die฀projektbegleitende฀und฀zeitnahe฀Erhebung฀fördernder฀und฀hemmender฀Randbedingungen฀können฀die฀Projektumsetzung฀beeinflussende฀Faktoren฀erkannt฀und฀ Strategien฀zur฀Sicherung฀des฀Projekterfolgs฀entwickelt฀werden.฀Da฀es฀sich฀hierbei฀um฀eine฀ sehr฀sensible฀Thematik฀handelt,฀ist฀es฀notwendig,฀eine฀Methodik฀zu฀finden,฀die฀auf฀der฀einen฀ Seite฀eine฀Vertrauensbasis฀zwischen฀den฀zu฀Evaluierenden฀und฀dem฀Evaluator฀schafft฀und฀ die฀auf฀der฀anderen฀Seite฀dennoch฀den฀notwendigen฀Informationsaustausch฀in฀ausreichender฀Tiefe฀gewährleistet.฀In฀mobilist฀ist฀dies฀durch฀eine฀Kombination฀von฀regelmäßigen฀mündlichen฀und฀schriftlichen฀Befragungen,฀die฀sich฀an฀Schlüsselpersonen฀im฀Projekt฀wenden,฀ gelungen,฀die฀durch฀eine฀einmalige฀Befragung฀aller฀Partner฀ergänzt฀wird.฀Ferner฀kann฀auf฀ Ergebnisse฀eines฀so฀genannten฀Nutzerbeirats฀zurückgegriffen฀werden.฀Die฀hohe฀Akzeptanz฀ der฀Hemmnisanalyse฀bei฀allen฀Projektbeteiligten฀zeigt,฀dass฀eine฀ernsthafte฀Notwendigkeit฀ zur฀Dokumentation฀und฀zur฀Beeinflussung฀der฀Umsetzungsrandbedingungen฀gesehen฀wird. 1.฀Die฀projektbegleitende฀Hemmnisanalyse฀als฀ Evaluierungsbaustein 1.1฀Einsatzformen฀und฀-bereiche Insbesondere bei innovativen Entwicklungsvorhaben ist immer wieder zu beobachten, dass trotz großen Projekterfolgs keine dauerhafte Umsetzung erfolgt. Dies liegt häufig an externen, d. h. vom Projekt nicht unmittelbar zu beeinflussenden Rahmenbedingungen (im Folgenden verkürzt als Hemmnisse bezeichnet), die der gewünschten Umsetzung entgegenwirken. Eine Beschäftigung mit derartigen Hemmnissen erfolgt meist erst, wenn das Projekt zu scheitern droht. Als Konsequenz wird dann aber oft nur festgehalten, „beim nächsten Mal alles besser zu machen“. Eine solche, am Ende eines Projekts durchgeführte Analyse der Rahmenbedingungen wird als Ex-post-Analyse bezeichnet. Bei größeren Projekten wird aus diesem Grunde verstärkt dazu übergegangen, bereits beim Entwurf des Projektes eine Strategie und Konzeption auszuarbeiten, wie im Projektverlauf auftretenden Hemmnissen frühzeitig entgegengewirkt und damit zum Erfolg des Projekts beigetragen werden kann (projektbegleitende Analyse). Ein geeignetes Instrument stellen dabei speziell auf die Identifikation von Hemmnissen ausgerichtete Analysen dar. Der klassische Ansatz erfolgt über eine Engpass- oder Mismatch-Analyse von Projektziel und Projektstand. Die Engpassanalyse hat zum Ziel, die zum überwiegenden Teil am schwächsten entwickelten Schlüsselbereiche innerhalb eines Projektes ausfindig zu machen, um daran anknüpfend deren Weiterentwicklung voranzutreiben. Vergleichbar mit dem Liebig’schen Gesetz vom Minimum (Pessimum-Gesetz) wird durch eine verstärkte Konzentration auf die identifizierten Problemfelder erwartet, dass insgesamt eine positive Auswirkung auf den weiteren gesamten Projektfortschritt erzielt wird. Die Mismatch-Analyse beschränkt sich auf das Aufdecken mangelnder Kongruenzen zwischen Projektstand und Projektziel. Die speziell für das Projekt mobilist [1] entworfene „Analyse fördern- 14฀฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 WISSEN 15฀฀ ฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 der und hemmender Randbedingungen“ geht in ihrem Ansatz einen Schritt weiter, indem neben der Konzentration auf Hemmnisse auch Maßnahmen und Sachverhalte einbezogen werden, die für das Projekt förderlich sind. Darüber hinaus werden auch projektbegleitend Lösungsansätze dokumentiert. Erst aus der Bewertung des Zusammenspiels dieser Faktoren werden dann projektsteuernde Maßnahmen abgeleitet, die zum richtigen Zeitpunkt in das Projekt eingebracht werden können. Zwar drückt die Bezeichnung „Analyse fördernder und hemmender Randbedingungen“ prägnant und ausgewogen die Inhalte dieser Analyse aus, allerdings ist sie in der Handhabung in Wort und Schrift recht sperrig. Trotz einer gewissen Skepsis gegenüber dem negativ belegten Begriff „Hemmnisanalyse“ konnte sich dieser letztlich in der Anwendung bei mobilist durchsetzen und wird auch im Folgenden - allerdings im weiteren Kontext unter der Einbeziehung fördernder Randbedingungen - gebraucht. 1.2฀Möglichkeiten฀der฀projektbegleitenden฀Hemmnisanalyse Ein wesentlicher Vorteil der projektbegleitenden Analyse gegenüber einer Ex-post-Analyse liegt darin, dass aufkommende fördernde oder hemmende Randbedingungen frühzeitig erkannt werden, so dass im Fall von fördernden Faktoren die Entwicklungen genutzt und im Fall von Hemmnissen Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden können. Bei einer intensiven projektbegleitenden Analyse werden bereits relevante Verdachtsmomente und somit wesentlich mehr Aspekte dokumentiert als bei einer Ex-post-Analyse. Bei Letzterer sind dies in der Regel nur die „bekannt“ gewordenen Aspekte, die in Erinnerung geblieben sind oder sich kaum verbergen lassen, da sie den Projekterfolg oder -misserfolg maßgeblich mitbestimmt haben. Wichtige Informationen über ehemals vorhandene Hemmnisse können verloren gehen, da innerhalb des Projektverlaufs gelöste Probleme durch die Projektverantwortlichen im Nachhinein nicht mehr als hemmende Faktoren wahrgenommen werden oder als solche kommuniziert werden wollen. 1.3฀Grenzen฀der฀projektbegleitenden฀Hemmnisanalyse Ein kritischer Punkt liegt in der z. T. fehlenden Bereitschaft der Projektbeteiligten, den eigenen Kompetenzbereich von projektinternen Evaluatoren durch eine Hemmnisanalyse untersuchen zu lassen. Zudem wird vielfach dazu tendiert, eine zu positive Einschätzung des Projektverlaufs und -fortschritts zu geben. Um als Evaluator Einblick in interne Projektabläufe zu erhalten, sind Fingerspitzengefühl sowie Erfahrung im Umgang mit den beteiligten Projektpartnern und nicht zuletzt mit dem Projektinhalt notwendig. Dies gilt insbesondere, wenn, wie auch im Fall von mobilist, sich unterschiedliche Projektpartner mit konkurrierenden Unternehmenszielen direkt gegenüberstehen, die im Sinne einer erfolgreichen Projektarbeit jedoch kooperieren müssen. In einem derartigen Fall ist es nur mit großen Anstrengungen aller Beteiligten möglich, eine gegenseitige Zurückhaltung und Befangenheit abzubauen. Zusätzlich besteht die Gefahr einer nicht nur zeitlichen Überforderung der zu evaluierenden Projektpartner. Hier gilt es, eine ausgewogene Mischung zwischen notwendiger Informationsdichte und Auskunftsbereitschaft der Partner zu finden. 2.฀Die฀projektbegleitende฀Hemmnisanalyse฀bei฀ mobilist 2.1฀Das฀Projekt฀mobilist In vielen bundesdeutschen Ballungsräumen sind die Verkehrssysteme an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Für das Verkehrswachstum der letzten Jahre werden im jüngst verabschiedeten Regionalverkehrsplan der Region Stuttgart [7, S. 6] das Abwandern der Bevölkerung in die suburbanen Räume mit günstigerem Bauland sowie häufige Jobwechsel unter Beibehaltung des Wohnsitzes als Hauptgründe verantwortlich gemacht. Weitere Gründe sind der hohe und stetig wachsende Anteil von Freizeit- und Wirtschaftsverkehr [5, S. 118 ff.] am Gesamtverkehrsaufkommen. Unter Federführung des Verbands Region Stuttgart beteiligte sich die Region Stuttgart mit einigen angrenzenden Landkreisen an der Ausschreibung eines Ideenwettbewerbs zum Themenfeld „Mobilität in Ballungsräumen“ des BMBF [2] im Jahre 1997. Gefordert war die Bildung von Netzwerken mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand, die gemeinsam innovative Formen von Mobilitätsdiensten und -produkten entwickeln und im Rahmen von Demonstratoren in ihrer Wirkungsweise untersuchen sollten. Als einer von fünf Ballungsräumen erhielt die Region Stuttgart mit dem Projekt „mobilist - Mobilität im Ballungsraum Stuttgart“ den mit einem Fördervolumen von 27 Mio. und einer Eigenbeteiligung von rund 20 Mio. DM verbundenen Zuschlag. Beteiligt sind bei diesem Verbundprojekt über 40 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung - von der Kommune über Landkreise und Regionalverbände bis zu Verkehrsbetrieben und Automobilkonzernen. Die Gesamtlaufzeit liegt bei etwas über vier Jahren, von Ende 1998 bis Ende 2002. Die mobilist-Devise lautet: „Mehr Mobilität - weniger Verkehr“. Um dieses Ziel erreichen zu können, bedarf es einer Vielzahl von einzelnen, möglichst ineinander greifenden Angeboten im Bereich der Mobilitätsdienstleistungen. Das umsetzungsorientierte Projekt mobilist verfolgt einen solchen Ansatz, der sich mittels dreier Handlungsstränge darstellen lässt, die wiederum in insgesamt 12 Arbeitspakete unterteilt sind, in welchen die Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickelt werden (vgl. Tabelle 1). Weitere Arbeitspakete stellen die Projektsteuerung und Eigenevaluierung sowie die Anwendung der Dienstleistungen bei Demonstratoren dar. Letztere realisieren eine erste Einführung der entwickelten Produkte in kleinem Umfang unter gegebenen Rahmenbedingungen. Die Eigenevaluierung besitzt bei mobilist einen sehr hohen Stellenwert. 2.2฀Das฀mobilist-Evaluierungskonzept฀und฀seine฀ Bausteine Durch die mobilist-Eigenevaluierung werden die mobilist-Endprodukte auf der Grundlage eines vom BMBF vorgegebenen Lastenhefts unter verkehrlichen, 16฀฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 WISSEN 17฀฀ ฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten bewertet. Die Erhebung der voraussichtlichen Effekte dient der Politikberatung und basiert auf den zwei Säulen  Potenzialuntersuchungen und Wirkungsanalysen sowie  Umsetzungschancen und -voraussetzungen. Der Gegenstand dieses Aufsatzes - die projektbegleitende Analyse fördernder und hemmender Randbedingungen - ist ein Baustein aus dem Arbeitspaket „Umsetzungschancen und -voraussetzungen“ (vgl. Tabelle 1). Mit diesem Baustein werden ordnungspolitische, rechtliche, administrative und institutionelle Gegebenheiten identifiziert und dokumentiert, die den Projekterfolg be- oder verhindern. Sofern möglich wird zusätzlich aufgezeigt, mit welchen Veränderungen im Bereich der Rahmenbedingungen bestimmte Verbesserungen erreicht werden können. Dies ist stets vor dem Hintergrund einer denkbaren, an den Demonstrationsbetrieb anschließenden Umsetzung zu sehen. Die Analyse fördernder und hemmender Randbedingungen wird gemeinsam vom Lehrstuhl für Verkehrsplanung und Verkehrsleittechnik des Instituts für Straßen- und Verkehrswesen der Universität Stuttgart und vom Lehrstuhl für Angewandte Geographie des Geographischen Instituts der Universität Tübingen durchgeführt. 2.3฀Ziele฀der฀mobilist-Hemmnisanalyse Für die projektbegleitende Analyse der fördernden und hemmenden Rahmenbedingungen im Rahmen von mobilist wurden zwei übergeordnete Ziele definiert. Zum einen dient die Hemmnisanalyse dazu, günstige Projektverläufe zu sichern. Zum anderen geht es darum, unter dem Blickwinkel der Evaluation den wissenschaftlichen Kenntnisstand voranzubringen und einen Input für die Wirkungsermittlung der mobilist- Produkte zu liefern. Unter diesen beiden Oberzielen wurden folgende weiteren Einzelziele der mobilist-Hemmnisanalyse festgelegt:  frühzeitige Identifizierung bereits aufgetretener oder möglicher fördernder oder hemmender Randbedingungen;  Dokumentation möglicher Hemmnisse sowie deren Ursachen und Auswirkungen im Hinblick auf den Projekterfolg;  gegebenenfalls Erarbeiten von Lösungsstrategien;  Dokumentation möglicher Hemmnisse, deren Ursachen und Auswirkungen im Hinblick auf deren künftige Vermeidung bei der weiteren Verbreitung der mobilist-Produkte in der Praxis;  Identifizierung begünstigender Faktoren. Hierunter fallen auch spezifische Besonderheiten, wie sie bei einer weiteren Verbreitung der mobilist-Produkte in der Praxis nicht überall als gegeben vorausgesetzt werden können;  Entwicklung eines methodischen Ansatzes für die projektbegleitende Analyse fördernder und hemmender Randbedingungen. 2.4฀Methodik Grundgedanke der projektbegleitenden Analyse ist, bereits während der Bearbeitung der einzelnen mobi- Projektstruktur mobilist Handlungsstränge Projektsteuerung & Eigenevaluierung Mobilitätsdienstleistungen Betriebsoptimierungen Verkehrssubstitution Demonstratoren & Akzeptanztests Steuerkreis und Einführungsstrategie Internetbasierter intermodaler Dienstleister Interkommunales Parkraummanagement Telearbeit Mobilitätsdienstleistungen Potenzialuntersuchungen und Wirkungsanalysen Transportauskunftssystem für Berufsverkehre Adaptives Verkehrsmanagement für den MIV Electronic Commerce Neue Funktionen von Mobilitätsagenturen Umsetzungschancen und -voraussetzungen (u. a. Hemmnisanalyse) Dynamischer Mitfahrservice ÖV-Anschlussinformationssystem Virtuelle Amtsgänge Demonstration von Verkehrssubstitution Software für (IV)- Verkehrsprognosen Raumplanerische Konzepte mobilist-online- Dienste Software für (ÖV)-Verkehrsprognosen Tabelle฀1: ฀Projektstruktur฀mobilist 16฀฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 WISSEN 17฀฀ ฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 list-Arbeitspakete mit den jeweils zuständigen Koordinatoren der Arbeitspakete in Kontakt zu kommen und in gemeinsamem Austausch fördernde und hemmende Randbedingungen zu evaluieren. Dabei ist eine Methodik zu finden, die die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit schafft und gleichzeitig sicherstellt, dass ohne Überforderung der zu Evaluierenden auch verborgene, d. h. nicht nur vordergründig offenkundige Hemmnisse eruiert werden können. Daher erfolgt der Kommunikationsfluss zwischen dem Koordinator und I Strukturelle Hemmnisse A. Organisation  Ablehnung von Innovation  Geringe Personalkapazität für das Dienstleistungsangebot  … B. Kooperation  Probleme bei der Kooperation unabhängiger, gleichberechtigter Gebietskörperschaften  Konfligierende Ämterzuständigkeiten  Berufung auf bestehende, mit dem Projekt nicht kompatible Verträge  … C. Finanzierung  Geringe Förderfähigkeit durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG)  … D. Politische Akzeptanz  Geringe politische Akzeptanz für notwendige Arbeitsschritte bzw. Entscheidungen  Fehlendes Problembewusstsein bei Gemeinden und Entscheidungsträgern  … II Externe Hemmnisse für die Produktentwicklung E. Technische Randbedingungen  Mangelnde Verfügbarkeit von Frequenzen  Inkompatible Systeme  … F. Daten  Unzureichende Kompatibilität der Daten  Geringe Qualität der von Dritten bereitgestellten Daten  … G. Rechtliche Randbedingungen  Abgabe hoheitlicher Aufgaben an andere Behörden bzw. an Private  Versicherungsrechtliche Fragen  … III Umsetzungshemmnisse H. Betrieb  Partnerausstieg  … I. Markteinführung  Kritische Masse  Widerstände der Bevölkerung gegen die Umsetzung  … J. Wettbewerb  Konkurrenz vergleichbarer/ gleicher Dienste  Verzerrung durch öffentliche Förderung  … K. Soziale Hemmnisse  Imageverlust  Verlust sozialer Kontakte  … L. Übertragbarkeit  Mangelnde Übertragbarkeit in andere Räume  … Tabelle฀2: ฀Hemmniscluster฀mit฀einigen฀beispielhaften฀Hemmnissen 18฀฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 WISSEN 19฀฀ ฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 den Bearbeitern der Hemmnisanalyse abwechselnd in mündlicher und schriftlicher Form. Die persönlichen Gespräche dienen dazu, einen Überblick über den aktuellen Stand des jeweiligen Arbeitspakets zu erhalten und im Gesprächsverlauf für das Projekt hemmende und begünstigende Faktoren sowie zugehörige Lösungsansätze aufzudecken bzw. die Entwicklung der bereits genannten Aspekte zu dokumentieren. Dabei werden sämtliche Problempunkte, vom Verdachtsmoment bis zum projektverzögernden Problem, festgehalten. Derartige Gespräche wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt, je nach Fortschritt eines Arbeitspakets, bis zu dreimal durchgeführt, wobei situativ über die Notwendigkeit und den Zeitpunkt des Gesprächs entschieden wurde. Die erste Gesprächsrunde nimmt einen besonderen Stellenwert ein, da hier die Basis für die weitere Zusammenarbeit gelegt werden muss, um einen kontinuierlichen Informationsfluss über die Projektlaufzeit gewährleisten zu können. Hier müssen dem Arbeitspaket-Koordinator die Ziele, die Vorgehensweise und der allgemeine Nutzen der Hemmnisanalyse vermittelt werden, und es ist eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens zu schaffen. Über die persönlichen Gespräche werden jeweils mit den Arbeitspaketkoordinatoren abgestimmte Protokolle angefertigt. Um den Informationsfluss über eine längere Gesprächspause aufrechterhalten zu können, wird die Methodik des persönlichen Gesprächs durch schriftliche Abfragen zwischen den Gesprächen ergänzt. Zu Beginn der Analyse wurde auf der Basis der ersten Gesprächsrunde ein Hemmnis-Cluster entwickelt, der die Randbedingungen thematisch kategorisiert. Anhand der Ergebnisse der einzelnen Befragungsrunden wird dieser Hemmnis-Cluster laufend fortgeschrieben und aktualisiert. Dieser Cluster stellt zum einen ein Hilfsmittel für die Systematisierung der Fülle von aufgedeckten Hemmnissen dar. Zum anderen ist durch das Fortschreiben des Clusters nach jeder Befragungsrunde ein Vergleich nach den einzelnen Runden möglich, der Aufschluss über die allgemeine Entwicklung der hemmenden Faktoren gibt. Aus jedem Cluster ist ablesbar, welche Änderungen sich bei den einzelnen Hemmnissen gegenüber der vorherigen Runde ergeben haben und für welche Faktoren bereits Lösungsansätze oder gar Lösungen gefunden werden konnten. Weiterhin ermöglicht der arbeitspaketübergreifende Überblick jedoch auch, Synergieeffekte zwischen den einzelnen Arbeitspaketen leichter zu erkennen und zur Beseitigung von hemmenden Faktoren nutzen zu können. Der Cluster bildet somit eine geeignete Grundlage für das Aufzeigen von Zusammenhängen der Faktoren untereinander sowie für die Zuordnung der Relevanz von Hemmniskategorien. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sämtliche Anhaltspunkte in den Gesprächsrunden, vom bloßen Verdachtsmoment bis hin zum wirklich kritischen Ereignis, allgemein als Hemmnis dokumentiert und nicht nach ihrem Stellenwert oder ihrer Bedeutung bewertet wurden. Tabelle 2 zeigt den grundsätzlichen Aufbau eines Hemmnisclusters und nennt beispielhaft einige Hemmnisse. Abb. 1 verdeutlicht, dass der methodische Ansatz für die projektbegleitende Analyse fördernder und hemmender Randbedingungen im Wesentlichen durch die iterative Wiederholung der Tiefeninterviews, die periodische Anpassung des Clusters und der Lösungen sowie die Nutzung von Synergieeffekten zwischen den Teilprojekten oder anderen, thematisch verwandten Projekten geprägt wird. 2.5฀Erfahrungen฀aus฀dem฀Verlauf฀der฀ mobilist-Hemmnisanalyse In Reaktion auf im Projektverlauf unerwartet oder unvorbereitet aufgetretene Ereignisse unterlag die Hemmnisanalyse von Beginn an einer kontinuierlichen Entwicklung und Anpassung von Methode und Vorgehensweise. Diese Flexibilität hat sich insbesondere dann als vorteilhaft erwiesen, wenn es zu unvorhergesehenen personellen Wechseln in den begleiteten Arbeitspaketen kam. Bereits geführte Diskussionen relevanter Aspekte mussten in diesen Fällen innerhalb der nächsten Gesprächsrunde mit dem neuen Arbeitspaketkoordinator wieder aufgearbeitet werden. Die Methodik der abwechselnd mündlichen und schriftlichen Befragung der einzelnen Arbeitspaketko- Abb.฀1: ฀Ablauf฀der฀mobilist-Hemmnisanalyse 18฀฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 WISSEN 19฀฀ ฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 ordinatoren kann zwar zu einem kontinuierlichen Informationsfluss beitragen, dennoch zeigt sich, dass die Aussagekraft der schriftlichen Abfrage im Vergleich zur mündlichen gering ist. Bei einem persönlichen Gespräch kann nicht nur gezielter befragt, sondern anschließend auch nachgehakt werden, wenn Aspekte unklar bleiben oder unvollständig erläutert wurden. Dies ist dagegen bei den schriftlichen Befragungen nur mit Einschränkungen möglich. Bei dem komplex aufgebauten Projekt mobilist ist aus diesem Grunde das projektbegleitende Beobachten aller Arbeitspakete mit einem sehr hohen Kommunikationsaufwand verbunden. Es muss für sämtliche zu untersuchenden Arbeitspakete ein permanenter Informationsfluss gewährleistet sein, wobei die aktive Unterstützung durch die Arbeitspaketkoordinatoren eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung der Analyse fördernder und hemmender Randbedingungen ist. Die für die Projektdokumentation zu erstellenden Protokolle und Berichte bergen eine gewisse Brisanz, wenn firmenstrategisch sensible Bereiche thematisiert werden, die zwar zum Verständnis der Projektentwicklung und des Projektfortschritts von Bedeutung, nicht aber für die breite Öffentlichkeit bestimmt sind. Hierunter fallen auch Konkurrenzaspekte der in mobilist als Projektpartner auftretenden Wettbewerber oder sensible Bereiche wie die Weitergabe von betriebs- oder firmeneigenen Daten. Die aufgedeckte Fülle von fördernden und hemmenden Randbedingungen setzt geeignete Strategien voraus, um diese selektieren und gewichten zu können. Erst aufgrund dieser Selektion und Gewichtung kann entschieden werden, welche Aspekte weiterverfolgt werden oder wo Lösungsstrategien erforderlich sind. Im Verlauf der Hemmnisanalyse hat es sich gezeigt, dass der erarbeitete Cluster (vgl. Tabelle 2) hierzu eine geeignete Basis darstellen kann. 2.6฀Schriftliche฀Befragung฀aller฀ mobilist-Partner Die mobilist-Hemmnisanalyse wendet sich primär ausschließlich an die jeweiligen Arbeitspaketkoordinatoren. Angeregt durch ähnliche Aktivitäten in anderen Leitprojekten „Mobilität in Ballungsräumen“ wurde allerdings ergänzend im Rahmen der Analyse hemmender und fördernder Randbedingungen eine schriftliche Befragung aller Partner in mobilist durchgeführt. Dabei wurde diesen für jedes Arbeitspaket, in dem sie mitarbeiten, ein für dieses Arbeitspaket zugeschnittener Fragebogen zugesandt, der auf den bislang mit dem jeweiligen Arbeitspaketkoordinator eruierten Hemmnisclustern basiert. Die einzelnen Partner hatten dann zu den jeweiligen Hemmniskategorien, soweit vorhanden, konkrete Hemmnisse zu benennen und hinsichtlich deren Bedeutung qualitativ zu bewerten. 2.7฀Nutzerbeirat Im Rahmen von mobilist wurde ein Nutzerbeirat eingeführt, um im Vorfeld der Umsetzung einen Input aus Nutzersicht über einzelne während des Forschungsvorhabens entwickelte Produkte und Dienstleistungen zu erhalten. Ziel war es, in Erfahrung zu bringen, wie die innovativen mobilist-Angebote seitens der Bürger aufgenommen werden und welche Bereiche besonders fokussiert werden müssen, damit die potenziellen Nutzer davon profitieren können. Dazu wurden 75 Bürger aus der Region Stuttgart statistisch ausgewählt, um in je vier Abendsitzungen in Bürgerforen drei dieser neuartigen Dienste zu testen und gezielte Fragestellungen zu der Thematik zu diskutieren. Es wurde bei der Konzeption des Nutzerbeirats die Strategie verfolgt, einen Schnitt von der Großstadt bis hin zur Peripherie zu ziehen, so dass je 25 Bürger aus Stuttgart, aus einer mittleren Stadt (Waiblingen) sowie einer Flächengemeinde ohne Anbindung an den Schienen-ÖV (Berglen) ein Bürgerforum gebildet haben. Im Rahmen der begleitenden Ermittlung von fördernden und hemmenden Faktoren wurde ergänzend zu Anzeige 20฀฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 WISSEN 21฀฀ ฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 den Befragungsrunden in den einzelnen Arbeitspaketen die Beteiligung der Evaluatoren am Nutzerbeirat angestrebt, um diesen als weitere Informationsquelle nutzen zu können. Mit dem Veranstalter des Nutzerbeirats wurde aufgrund der hohen Sensibilität des Verfahrens gemeinsam beschlossen, diese Beteiligung auf die teilnehmende Beobachtung zu begrenzen. Der Schwerpunkt wird dabei auf die Dokumentation von Umsetzungshemmnissen und -voraussetzungen aus Sicht des Nutzerbeirates gelegt. 2.8฀Arbeitsgruppe฀Umsetzungsrahmenbedingungen฀ der฀Leitprojekte Aufgrund des bereits erwähnten Lastenhefts des BMBF zur leitprojektinternen Evaluation sind alle Leitprojekte „Mobilität in Ballungsräumen“ [3] verpflichtet, eine entsprechende Hemmnisanalyse durchzuführen. Da mit diesen Hemmnisanalysen auf der einen Seite methodisches Neuland betreten wird und auf der anderen Seite die Überwindung einiger Hemmnisse, die in mehreren oder gar allen Leitprojekten auftreten, durch gemeinsame Aktivitäten der Leitprojekte erleichtert wird, wurde eine leitprojektübergreifende Arbeitsgruppe zur Hemmnisanalyse eingerichtet. Aufgaben dieser Arbeitsgruppe sind  die gegenseitige Information (methodisch und inhaltlich),  die Identifizierung wichtiger Hemmnisse, für die gemeinsam Lösungsansätze gesucht werden, sowie  die vollständige Dokumentation aller in den Leitprojekten beobachteten fördernden und hemmenden Randbedingungen. In dieser Arbeitsgruppe arbeiten neben den Vertretern der Leitprojekte auch Vertreter des BMBF und des zuständigen Projektträgers mit. 3.฀Handlungsempfehlungen฀für฀projektbegleitende฀ Hemmnisanalysen Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Durchführung einer projektbegleitenden Hemmnisanalyse sind deren frühzeitige Berücksichtigung und Integration in die Projektstruktur. Stehen erst einmal das Gerüst und die Organisationsform des Projektes, kann es unter Umständen Schwierigkeiten bereiten, eine mögliche Hemmnisanalyse im Nachhinein einzugliedern, da dann die Rahmenbedingungen gesetzt sind und sich individuelle Bedürfnisse meist nur noch mit erheblichen Einschränkungen realisieren lassen. Idealerweise gehen die Vertragspartner bei entsprechenden Forschungsvorhaben mit der Vergabe bzw. Annahme der Fördermittel auch die Verpflichtung ein, sich einem solchen Prozess zu unterziehen. Dies ist zwar nicht immer die allerbeste Voraussetzung für eine konstruktive Mitarbeit, aber so kann für diejenigen, die sich einem solchen Prozess unterziehen, zumindest die dafür aufzuwendende Zeit budgetiert werden. Auch das Argument, dass eine solche Analyse lediglich im Interesse der Fördermittelgeber liegt, greift zu kurz. Tatsächlich kann von einer Winwin-Situation gesprochen werden, wenn man bedenkt, dass Produkte nur dann im Markt platziert werden können, wenn beispielsweise rechtliche Hemmnisse als solche erkannt und auf entsprechender Ebene kommuniziert sind, um die Möglichkeiten der Beseitigung zu schaffen. Insofern wird es immer auch Aufgabe der Bearbeiter von Hemmnisanalysen sein, Vorurteile abzubauen und eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens zu schaffen. Dies wird am ehesten erreicht, wenn die Bearbeiter der Hemmnisanalyse eine neutrale Position beziehen und wirtschaftlich wie firmenpolitisch unabhängig agieren können. 4.฀Fazit Die hier vorgestellte Methode hat sich trotz ihres hohen Aufwandes, der jedoch vor allem in der Komplexität des Projekts mobilist begründet ist, als geeignet erwiesen. Eine generelle Übertragbarkeit sowie Spielraum für weitere Anpassungen sind gegeben. Dies kann bereits vor Abschluss des Gesamtprojekts festgestellt werden. Eine projektbegleitende Hemmnisanalyse schafft Winwin-Situationen, so dass alle Beteiligten davon profitieren können. Sie kann dazu beitragen, dass in Projekten auftretende Schwierigkeiten ordentlich dokumentiert werden. Dies kann verhindern, dass beim nächsten Projekt ähnliche Hemmnisse wieder auftreten. In günstigen Fällen können durch vermittelnde Tätigkeiten der Hemmnisanalysten kleine Probleme beseitigt, im besten Fall kann der Anstoß zu Gesetzesinitiativen gegeben werden. Wichtige Voraussetzung für den Erfolg einer projektbegleitenden Hemmnisanalyse ist ein gegenseitiges Vertrauen zwischen den verschiedenen beteiligten Partnern. Von besonderer Bedeutung dabei ist, dass auch die Hemmnisanalytiker Fachwissen über das zu evaluierende Projekt haben, da ihnen sonst keine Lösungskompetenz zugesprochen wird. Auch gilt es, die richtige Balance zwischen hartnäckigem Einfordern der Information und methodischer Variabilität zu finden, um im Rahmen der Gesamt-Evaluation bei den einzelnen Evaluierungsgegenständen den unterschiedlichen Charakteren der Kontaktpersonen gerecht zu werden. Dennoch lässt sich der Erfolg einer Hemmnisanalyse schwer messen und nicht direkt am Grad der Projektzielerfüllung ablesen. Die zunehmend höher werdende Akzeptanz der Hemmnisanalyse sowohl bei den Forschungsgebern, z. B. dem BMBF, als auch bei den Evaluierten selbst zeigt allerdings, dass, zumindest innerhalb von mobilist, nicht nur die Methodik akzeptiert ist, sondern dass eine ernsthafte Notwendigkeit zur Dokumentation und zur Beeinflussung der Umsetzungsrahmenbedingungen gesehen wird. Hier bieten sich bislang noch ungeahnte Chancen, den Erfolg innovativer Projekte zu verbessern. In diesem Beitrag wurde eine allgemeine Einführung in die Notwendigkeit und die Chancen einer projektbegleitenden Hemmnisanalyse gegeben sowie am Beispiel des Leitprojekts mobilist die Methodik einer derartigen projektbegleitenden Hemmnisanalyse erläutert. In einem weiteren Beitrag soll nach Abschluss des Leitprojekts mobilist der vollständige Cluster fördernder und hemmender Rahmenbedingungen vorgestellt sowie einige exemplarische Hemmnisse vertieft betrachtet werden.  20฀฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 WISSEN 21฀฀ ฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 Literatur/ Anmerkungen [1]฀Weiterführende฀projektspezifische฀Inhalte฀und฀Details฀ können฀über฀das฀Portal฀www.mobilist.de฀abgerufen฀werden. [2]฀Bundesministerium฀für฀Bildung฀und฀Forschung [3]฀CashCar฀(Berlin),฀intermobil฀(Dresden),฀mobilist฀(Stuttgart),฀MOBINET฀(München),฀stadtinfokoeln฀(Köln)฀und฀WAYflow฀(Frankfurt฀a.฀M.) [4]฀Beckmann,฀Klaus฀J.: ฀Thesen฀zu฀Anstößen฀und฀Erfolgsfaktoren฀sowie฀Erschwernissen฀interkommunaler฀Kooperationen.฀In: ฀Forschungs-฀und฀Sitzungsberichte฀der฀ARL,฀Band฀ 210: ฀Kooperation฀im฀Prozess฀des฀räumlichen฀Strukturwandels.฀ARL฀(Hrsg.),฀Hannover฀2000 [5]฀Dispan,฀J.: ฀Die฀Qualität฀der฀Nähe.฀Quellgebietsbezogene฀ raumplanerische฀Ansätze฀zur฀Verkehrsvermeidung฀beim฀ Wegezweck฀Freizeit฀-฀eine฀Problemanalyse.฀In: ฀RaumPlanung,฀H.฀90,฀Dortmund฀2000,฀118-122 [6]฀Scheuermann,฀M.: ฀Kooperation฀durch฀Koordination.฀ Wissenschaftsmanagement฀in฀der฀sozialwissenschaftlichen฀Umweltforschung.฀Roderer,฀Regensburg฀1999 [7]฀Verband฀Region฀Stuttgart฀(Hrsg.): ฀Entscheidend฀ist,฀was฀wir฀ daraus฀machen.฀In: ฀Region฀Stuttgart฀aktuell,฀H.฀2,฀2001,฀6-10 [8]฀Verband฀Region฀Stuttgart฀(Hrsg.): ฀Großes฀Orchester฀ mobilist.฀In: ฀mobilist฀Newsletter฀April,฀Nr.฀1,฀2001,฀3-4฀ (www.mobilist.de) [9]฀Verband฀Region฀Stuttgart฀(Hrsg.): ฀mobilist-Dienste฀in฀der฀ Erprobung.฀In: ฀mobilist฀Newsletter฀Oktober,฀Nr.฀2,฀2001,฀4-5฀ (www.mobilist.de) [10]฀Verband฀Region฀Stuttgart฀(Hrsg.): ฀Projektatlas฀mobilist.฀ VRS,฀Stuttgart฀2001฀(www.mobilist.de) [11]฀Vogel,฀B./ Stratmann,฀B.: ฀Public฀ Private฀Partnership฀in฀der฀Forschung.฀ HIS,฀Hannover฀2000 Schlagwörter Evaluation,฀Hemmnisanalyse,฀Mobilitätsdienstleistungen,฀Projektmanagement,฀Projektumfeldanalyse,฀ Stakeholderanalyse Autor฀ Prof.฀Dr.฀Dieter฀ Eberle,฀geb.฀ 1944,฀ist฀Inhaber฀ des฀Lehrstuhls฀ für฀Angewandte฀ Geographie฀an฀ der฀Fakultät฀für฀ Geowissenschaften฀der฀Universität฀Tübingen.฀ Er฀studierte฀Bauingenieurwesen,฀ promovierte฀im฀Bereich฀Landschaftsplanung฀und฀war฀dann฀als฀Raum-฀und฀ Umweltplaner฀an฀verschiedenen฀Universitäten฀tätig. Anschrift Universität฀Tübingen Lehrstuhl฀für฀Angewandte฀Geographie Hölderlinstr.฀12 D-72074฀Tübingen E-Mail: ฀Dieter.Eberle@unituebingen.de Autor฀ Dipl.-Geogr.฀Roger฀Kreja,฀geb.฀1974; ฀Studium฀der฀Geographie฀an฀den฀Uni versitäten฀Tübingen฀und฀Stuttgart.฀ Pro dukt-฀und฀Marketingmanagement฀im฀IT-Bereich.฀Wissenschaftlicher฀Angestellter฀am฀Lehrstuhl฀für฀Angewandte฀Geographie฀im฀Rahmen฀der฀Potenzialuntersuchungen฀ und฀Wirkungsanalysen฀zum฀Forschungsprojekt฀Mobilität฀ im฀Ballungsraum฀Stuttgart฀(mobilist).฀Weitere฀Tätigkeitsschwerpunkte฀liegen฀in฀der฀Anwendung฀Geographischer฀ Informationssysteme฀(GIS)฀in฀Bereichen฀der฀Raum-฀und฀Umweltplanung฀als฀ freiberuflicher฀Mitarbeiter฀im฀technischen฀Umweltschutz. Anschrift Universität฀Tübingen Lehrstuhl฀für฀Angewandte฀Geographie Hölderlinstr.฀12 D-72074฀Tübingen E-Mail: ฀Roger.Kreja@uni-tuebingen.de Autor฀ Dipl.฀Geogr.฀Ralf฀Lattner,฀geb.฀1967; ฀nach฀dem฀Studium฀ der฀Geographie฀(Abschluss฀1997)฀Tätigkeiten฀im฀Rahmen฀ kommunaler฀Agenda-21-Prozesse,฀im฀Qualitätsmanagement฀einer฀Unternehmensberatung฀im฀IT-Bereich฀sowie฀ Mitarbeit฀bei฀der฀Evaluierung฀des฀Projektes฀mobilist฀als฀ Angestellter฀am฀Lehrstuhl฀für฀Angewandte฀Geographie฀ der฀Universität฀Tübingen.฀Mittlerweile฀zuständig฀für฀ Stromhandel฀und฀Portfoliomanagement฀bei฀der฀SüdWest- Deutschen฀Stromhandelsgesellschaft฀Tübingen. Anzeige 22฀฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 WISSEN 23฀฀ ฀ P R O J E K TMANA G E M E N T ฀ 4 / 2 0 0 2 Anschrift Eisenhutstr.฀6 D-72072฀Tübingen E-Mail: ฀ralf.lattner@suedweststrom.de Autor฀ Dr.฀Andreas฀Megerle,฀Dipl.-Geogr.,฀ geb.฀1961; ฀Studium฀der฀Geographie฀ an฀den฀Universitäten฀Tübingen฀und฀ Aix-en-provence.฀Nach฀Tätigkeiten฀ in฀verschiedenen฀Positionen฀bei฀Verbänden฀und฀Planungsbüros฀zuerst฀als฀ wissenschaftlicher฀Assistent,฀jetzt฀ sowohl฀als฀freiberuflicher฀Gutachter฀ (Umwelt-฀und฀Tourismusplanung)฀als฀auch฀als฀wissenschaftlicher฀Angestellter฀am฀Lehrstuhl฀für฀Angewandte฀ Geographie฀im฀Rahmen฀verschiedener฀Forschungsprojekte฀ tätig.฀Tätigkeitsschwerpunkte฀liegen฀hier฀in฀den฀Bereichen฀ „Kooperationsnetzforschung“฀und฀„Nachhaltiger,฀landschaftsbezogener฀Tourismus“,฀vor฀allem฀„Geotourismus“. Anschrift Universität฀Tübingen Lehrstuhl฀für฀Angewandte฀Geographie Hölderlinstr.฀12 D-72074฀Tübingen E-Mail: ฀Andreas.Megerle@uni-tuebingen.de Autor฀ Dipl.-Ing.฀Janine฀Schubert,฀geb.฀ 1973; ฀Studium฀des฀Bauingenieurwesens฀mit฀Vertiefungsrichtung฀ Verkehrsplanung฀an฀der฀Universität฀ Hannover.฀Seit฀1999฀wissenschaftliche฀Angestellte฀am฀Lehrstuhl฀für฀ Verkehrsplanung฀und฀Verkehrsleittechnik฀des฀Instituts฀für฀Straßen-฀ und฀Verkehrswesen฀der฀Universität฀Stuttgart฀u.฀a.฀im฀Rahmen฀des฀Forschungsprojektes฀Mobilität฀im฀Ballungsraum฀ Stuttgart฀(mobilist).฀Tätigkeitsschwerpunkte฀liegen฀im฀ Bereich฀der฀Mobilitätsforschung. Anschrift Universität฀Stuttgart Institut฀für฀Straßen-฀und฀Verkehrswesen Lehrstuhl฀für฀Verkehrsplanung฀und฀Verkehrsleittechnik Seidenstr.฀36 D-70174฀Stuttgart E-Mail: ฀schubert@isvs.uni-stuttgart.de Autor฀ AOR฀Dipl.-Ing.฀Manfred฀Wacker,฀geb.฀ 1958,฀ist฀stellvertretender฀Leiter฀und฀ Akademischer฀Oberrat฀am฀Lehrstuhl฀ für฀Verkehrsplanung฀und฀Verkehrsleittechnik฀des฀Instituts฀für฀Straßen-฀ und฀Verkehrswesen฀der฀Universität฀ Stuttgart.฀Er฀studierte฀Bauingenieurwesen฀mit฀der฀Vertiefungsrichtung฀„Verkehrswesen“฀und฀ist฀nach฀einer฀zweijährigen฀ Tätigkeit฀an฀der฀Universität฀Hannover฀seit฀1985฀am฀Institut฀ für฀Straßen-฀und฀Verkehrswesen฀der฀Universität฀Stuttgart฀mit฀den฀Schwerpunkten฀Ruhender฀Verkehr,฀Verkehr฀ und฀Umwelt฀sowie฀Analyse฀fördernder฀und฀hemmender฀ Umsetzungsrahmenbedingungen฀tätig. Anschrift Universität฀Stuttgart Lehrstuhl฀für฀Verkehrsplanung฀und฀Verkehrsleittechnik Seidenstraße฀36 D-70174฀Stuttgart E-Mail: ฀wacker@isvs.uni-stuttgart.de