eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 15/1

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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UVK Verlag Tübingen
31
2004
151 Gesellschaft für Projektmanagement

Nachrichten

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2004
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42 KARRIERE 43 NACHRICHTEN  Wie sieht das „perfekte Projekt“ aus Sicht des praktischen Projektmanagements aus? Eine Frage, die viele interessiert, für die gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse aber nur schwierig zu erhalten sind. Anders als manche selbst ernannten „Experten“ hat die GPM hierzu in mehrjähriger Arbeit mit dem Project Excellence Model und dem Deutschen und Internationalen Project Management Award reichhaltiges empirisches Material gesammelt. Dieses Material wurde im vergangenen Jahr in einer aufwändigen Dokumentenanalyse von Ulrich Harmuth (jetzt Boston Consulting Group) am Lehrstuhl für Bauwirtschaft der Bergischen Universität Wuppertal ausgewertet. Er nahm dazu die Finalisten- und Preisträgerprojekte des PM Awards von 1998 bis 2002 unter die Lupe. Ziel war, das auf mehreren Tausend Seiten beschriebene Vorgehen der ausgezeichneten Projektteams auf wenige Seiten zusammenzufassen. Diese Verdichtung soll Projektleiter dabei unterstützen, ihre eigenen Projekte erfolgreich zu managen. … Übrigens: Für den diesjährigen Deutschen PM Award 2004 können Interessierte sich noch bis Ende Februar bei der GPM- Geschäftsstelle in Nürnberg anmelden und dann bis Ende März ihre Bewerbungsunterlagen einreichen. Info unter: www.pm-award.de Aus den durchschnittlich 70 bis 80 Seiten Dokumentation pro Projekt, die während des Award-Verfahrens von Bewerbern und Assessoren zusammengestellt worden waren, wurden von Harmuth zunächst alle aufgeführten Stärken, Verbesserungspotenziale und Punktebewertungen extrahiert. In einem mehrstufigen Verfahren wurde dieses Datenmaterial dann analysiert, bewertet, verglichen und verdichtet. Am Ende wurden 55 Erfolgsfaktoren herausdestilliert, die in einer Matrix fünf Themenbereichen und vier Projektphasen zugeordnet wurden (vgl. Abbildung). Haupttehmenbereiche erfolgreichen Projektmanagements sind danach:  das Zusammenwirken des Projektleiters mit dem Projektteam,  die Struktur und der Aufbau des Projekts,  das Sicherstellen des Erreichens der Projektziele durch das Projektcontrolling,  die Beteiligung der externen Betroffenen am Projekt,  Die Einbettung der Projekts in dafür geeignete unternehmensweite Standards und Prozesse. Der Ergebnisbericht enthält als Vorstufe zu diesen Erfolgsfaktoren zusätzlich rund 130 Einzelhinweise und die Beschreibung von rund 400 Umsetzungsbeispielen, die den Kriterien und Unterkriterien des PM Awards zugeordnet wurden. Für Teilnehmer und Assessoren des Erfolgsfaktoren in PM-Award-Projekten untersucht Vorprojekt Projektstart Projektdurchführung Projektabschluss und Review Zusammenarbeit im Projektteam  Anforderungen an Projektpersonal  Auswahl Projektteam  Teambildung  Projektmarketing  Teamzufriedenheit verfolgen und fördern  Projektmarketing  Projekt-Selbstbewertung  Teammotivation  Abschlussfeier Projektstruktur und Prozesse  Projektstruktur und Bedeutung festlegen  Projektpromotoren auswählen  Projektstrukturplanung  Projektprozessdefinition  Einrichtung Informations-/ Kommunikationsstruktur  Regelmäßiges Überprüfen der Strukturen und Prozesse  Gute Ressourcennutzung sicherstellen  Kommunikation/ Information  Abschluss- Sitzung  Know-how- Sicherung und -Weitergabe  Teamauflösung Projektziele/ Controlling  Definition Projektziele  Messbare Projektziele  Implementierung Projektcontrolling und Risikomanagement  Regelmäßiges Ermitteln/ Bewerten des Projektfortschritts  Risikomanagement  Bewertung der Zielerreichung  Bewertung des Risikomanagements Stakeholder- Management  DifferenzierteStakeholderanalyse  Stakeholder- Workshop und Ansprechpartner  Kunden- und Lieferantenintegration  Verstärkte Kunden- und Lieferantenintegration  Stakeholder- Bewertung  Zufriedenheitsbefragung Projektübergreifendes Vorgehen  Unternehmensweite Projektstandards  Unternehmensweiter Wissensaustausch  Unternehmensweit Projektimage verbessern  Mitarbeiter-Auswahl-Regelungen  Unternehmensweite Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit  Regelungen zum Umgang mit Externen PM Award liefert die Auswertung eine wertvolle Hilfe zur Vorbereitung, Durchführung und Bewertung einer Bewerbung. Aber auch bereits während eines Projekts können damit gezielt Verbesserungspotenziale für eine spätere Bewerbung identifiziert und im weiteren Projektverlauf umgesetzt werden: also eine nützliche Sache für Projektteams, die sich jetzt oder später bewerben wollen. Info und Bezug des zusammengefassten Ergebnisberichts: Ulrich Harmuth, Tel.: 01 70/ 3 34 35 78, E- Mail: harmuth@web.de. Siegfried Seibert Übersicht Erfolgsfaktoren der PM-Award-Projekte; Quelle: Zusammenfassung aus Untersuchung von Harmuth, 2003 aktuell projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 aktuell 44 NACHRICHTEN 45 projektMANAGEMENTaktuell-CD mit cando PM-Software  Die projektMANAGEMENTaktuell-Jahres-CD in diesem Heft enthält neben den PDF-Files mit den elektronischen Zeitschriftenausgaben der letzten Jahre und weiteren PM-Informationen als Highlight eine Freeware-Version von cando project intelligence. Die GPM und die Münchener cando AG als Sponsor der Jahres-CD möchten damit auf eine besonders innovative Projektmanagementsoftware aufmerksam machen, die jetzt neu am Markt eingeführt wurde. Das Unternehmen will mit cando eine neue Referenzklasse für das Projektmanagement in abteilungs- und firmenübergreifenden Teams etablieren, mit der komplexe Projekte in Echtzeit über Intranet und Internet gesteuert werden können. Im Mittelpunkt der Entwicklung standen Ergonomie, Technologie, Methodik und Wirtschaftlichkeit der Anwendung:  Ergonomie: Ein Projekt wird von Beginn an durch den Benutzer intuitiv-grafisch gestaltet, anstatt in herkömmliche Tabellen gezwängt zu werden. Die Ergonomie orientiert sich dabei an modernen Konstruktionsprogrammen und Strategiespielen.  Technologie: Die Server- und Clientarchitekturen wurden zu 100 % in JAVA entwickelt. Durch diesen universellen Ansatz unterstützt cando alle gängigen Servertechnologien sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Clientsysteme. Außerdem verfügt das Programm über eine intelligente bidirektionale SAP-Schnittstelle.  Methodik: cando verbindet erstmals unscharfe Planungstechniken mit permanentem Ressourcenabgleich und ermöglicht so ein aktives Risikomanagement.  Wirtschaftlichkeit: Mit cando werden Projektrisiken laufend analysiert und in Echtzeit gemeldet, so dass Gegenmaßnahmen frühzeitig getroffen werden können. Alle Anwender bleiben dabei über ein ausgeklügeltes Notification-System auf dem neuesten Stand. Ausgelegt ist das System in seiner Vollausbaustufe für das Multiprojektmanagement von mehr als 2.500 Projekten und mehr als 10.000 regelmäßigen Benutzern. Die der CD beigefügte Freewareversion ist voll funktionsfähig, aber auf vier Benutzer begrenzt. Sie kann auf den Betriebssystemen Windows 2000 und XP installiert werden. Die Leser erhalten so die Möglichkeit, die Software kennen zu lernen und „auf Herz und Nieren“ zu prüfen. Mitgliedern der GPM wird beim Erwerb der Vollversion darüber hinaus ein Rabatt von 5 % auf den Normalpreis eingeräumt. Damit die ersten Schritte im Umgang mit der Software etwas leichter fallen, haben wir eine kurze Einführung in das System zusammen- Die Ergonomie von cando orientiert sich an Strategiespielen und modernen Konstruktionsprogrammen. In den Objekteigenschaften auf der rechten Seite sind alle Daten hinterlegt. Das Erweitern dieses Fensters vertieft den dargestellten Detailgrad. Über die Projektliste lassen sich mehrere Projekte gleichzeitig darstellen und ausblenden. aktuell projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 aktuell 44 NACHRICHTEN 45 gestellt. Zusätzlich enthält die CD noch ein ausführliches Schritt-für- Schritt-Tutorial sowie Installationsanweisungen und Handbücher. cando - Die ersten Schritte Nach erfolgreicher Installation erfolgt die Anmeldung mit der Projektleiterkennung (Login und Kennwort: pm). Man befindet sich auf einer zunächst etwas ungewohnt wirkenden Oberfläche, die für das gemeinsame grafische Planen und Verfolgen von Projekten in geografisch verteilten Teams konzipiert wurde. Alle Änderungen erscheinen bei allen angeschlossenen Teammitgliedern simultan auf dem Bildschirm. Benutzer müssen nicht mehr auf unterschiedliche Release-Stände von Plänen und Files achten. Die verteilte Planung am Projekt kann mit Telefon- oder Videokonferenzen kombiniert werden. Auch einen „Speicher-Button“ sucht man vergeblich. cando arbeitet nicht dateiorientiert, sondern schreibt alle Daten während der Eingabe automatisch in die angeschlossene Datenbank. Ein weiterer Unterschied zu anderen Systemen: cando kennt keine Fehler, sondern weist den Benutzer lediglich auf die Folgen seiner Planung hin: Das System berechnet in Echtzeit, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann. Ein neues Projekt wird einfach durch einen Klick mit der rechten Maustaste auf einen freien Teil der Arbeitsfläche angelegt. Wenn man dann wiederum mit der rechten Maustaste auf das Projekt klickt, bekommt man drei Elemente zur Auswahl: Phasen, Arbeitspakete und Meilensteine, wie sie in anderen Systemen auch üblich sind. Zur Verknüpfung der Projektelemente kann man ebenfalls die geläufigen Verbindungsarten verwenden (Anfang-Ende, Ende-Anfang, Anfang- Anfang und Ende-Ende). Unscharfe Planung und Projektrisiken Die Unterschiede zu anderen PM- Systemen werden noch deutlicher, wenn man in dem Feld „Dauer“ zu einem Projekt, einer Phase oder einem Paket beispielsweise „5 bis 8 Tage“, „zwischen 2 und 3 Wochen“ oder „im Mai“ eingibt. Abgesehen davon, dass die Eingabe sofort in Tage umgerechnet wird, erscheint am Balken des betreffenden Objekts ein zusätzlicher transparenter Abschnitt, mit dem unscharfe Planungen visualisiert werden (siehe große Abbildung). Intern berechnet das System alle möglichen Endzeitpunkte und bewertet sie mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit. Falls im unscharf geplanten Bereich Projektverzögerungen zu erwarten sind, melden eine rote Warnlampe auf der „Todo-Liste“ rechts und eine rote Umrahmung des Objekts im Balkenplan ein Problem und zeigen die Wahrscheinlichkeit einer Verzögerung an. Ressourcen & Fähigkeiten (Skills) Die komplette Verwaltung der Menschen, Teams, Abteilungen und Firmen, die in einem Projekt eingesetzt werden sollen, findet man im Abschnitt „Ressourcen“ auf der rechten Seite des Workspace. Hier können mit einfachen Mausklicks Abteilungen angelegt, hierarchisch gegliedert und dazu dann wieder Ressourcen angelegt werden. Zu jeder Ressource können dann detaillierte Informationen eingegeben werden. Neben den persönlichen und administrativen Informationen können hier auch Kostenverrechnungssätze angegeben werden, mit denen Budgets und Projektkosten ermittelt werden. Nach dem gleichen Schema kann man auch eine Liste der Mitarbeiter-Fähigkeiten (Skills) anlegen. Wenn einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin eine Fähigkeit zugeschrieben werden soll, zieht man einfach den entsprechenden Skill auf die Ressource. Um nach Ressourcen zu suchen, die über bestimmte, gewünschte Fähigkeiten verfügen, markiert man das zugehörige Arbeitspaket und zieht die benötigten Skills in das Feld „Filter“. Rechts davon werden nun alle Ressourcen angezeigt, die über die betreffende Fähigkeit verfügen. Ein Doppelklick weist die Ressource(n) dem selektierten Paket zu. Budgets und Kosten Zur Planung der Projektkosten multipliziert das System Verrechnungssätze mit der geplanten Dauer und der prozentualen Zuweisung der eingesetzten Ressourcen. Durch unscharfe Angaben bei der Zeitplanung können hier auch entsprechend unscharfe Angaben zum benötigten Budget entstehen. Bei der späteren Projektverfolgung werden die tatsächlich angefallenen Kosten verbucht, wenn die zugewiesenen Ressourcen mit ihrer Arbeit beginnen und Aufwände zurückmelden. Entsprechende Rückmeldungen können periodisch eingeholt, aufaddiert und dann in Reports ausgewertet und den Budgets gegenübergestellt werden. Weitere Info: Schritt-für-Schritt-Tutorial auf der beigefügten CD und im Internet (www.candoprojects.com). Michael Streng parameta Projektberatung Tel. : 06 11/ 1 66 56 11 www.parameta.de In der Todo-Liste werden die Risiken eines Objektes gesammelt angezeigt. aktuell projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 aktuell 46 NACHRICHTEN 47  „Personalentwicklung zur unternehmensübergreifenden Kooperation in Automotive-Projekten“ ist das Thema einer Veranstaltung der GPM- Fachgruppe Automotive-PM am 4. Februar 2004 bei der PROMIND GmbH in München. Weitere Informationen bei Gerhard Hab, Tel.: 08 21/ 4 44 88 40, E-Mail: office@hab-projekt-coaching.de.  Die Expertentagung „Management und Controlling von Innovations- und Entwicklungsprojekten“ wird am 3. und 4. März 2004 in Nürnberg von der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. und der TWT AG in Kooperation mit Promind durchgeführt. Weitere Informationen bei Beate Pelger, TWT AG, Tel.: 0 89/ 12 66 33- 81, E-Mail: pelger@twtag.de, www.twtag.de/ tagungen.  Die Konferenz „interPM 2004. Zukunft im Projektmanagement durch interdisziplinäre Ansätze“, eine gemeinsame Veranstaltung der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. und der Gesellschaft für Informatik e. V., findet vom 26. bis 27. März 2004 in Glashütten/ Taunus statt. Weitere Informationen bei Andreas Frick, Tel. 02 31/ 97 04-2 92, E-Mail: Andreas.Frick @ExperTeam.de oder www.interPM.de.  Die GPM-Fachgruppe „Neue Wege im PM“ veranstaltet auf der „InterPM 2004 - Konferenz zur Zukunft im PM“ vom 26. bis 27. März 2004 in Glashütten/ Taunus einen Workshop zum Thema „Die Pyramide des virtuosen PM als Anwendung des Konzeptes des „Projektmanagement 2. Ordnung (PM-2)“. Weitere Informationen unter der E-Mail-Adresse: reinhard.wagner@t-online.de.  Die Veranstaltung „Zusammenfassung und Verabschiedung der bisherigen Ergebnisse“ der GPM-Fachgruppe Automotive-PM findet am 21. April 2004 bei der BERTRANDT Projektgesellschaft mbH in Ehingen statt. Weitere Informationen bei Gerhard Hab, Tel.: 08 21/ 4 44 88 40, E-Mail: office@hab-projekt-coaching.de.  Die Expertentagung „Fokus: Projektportfolio- und -programmmanagement“ wird am 6. und 7. Mai 2004 von der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. und der TWT AG in Fulda durchgeführt. Weitere Informationen bei Beate Pelger, TWT AG, Tel.: 0 89/ 12 66 33-81, E- Mail: pelger@twtag.de, www.twtag.de/ tagungen.  Unter dem Titel „Cross Cultural Networking“ veranstaltet FÖVOSZ, der ungarische Nationale Mitgliedsverband der IPMA, vom 18. bis 21. Juni 2004 den „18. IPMA Projektmanagement Weltkongress 2004“ in Budapest. Nähere Angaben unter www.ipmacongress.hu.  The presentation of the “IPMA International Project Management Award 2004” takes place on June 19th 2004 as part of the Gala Dinner of the 18th IPMA World Congress in Budapest. Details at www.pm-award.de or pm-award@GPM- IPMA.de. +++ PM-Termine +++ PM-Termine +++ Steinbeis-Expertentag beleuchtet Risikofaktoren in IT-Projekten  Unter dem Titel RISIKO - QUA- LITÄT - ERFOLG trafen sich am 21. November 2003 fast 90 Experten aus dem IT-Bereich in Stuttgart. Die Veranstaltung wurde vom Steinbeis-Transferzentrum IT-Projektmanagement organisiert, das von der GPM Region Stuttgart unterstützt wurde. Im einführenden Plenumsvortrag beleuchtete Helmut Strohmeier die Frage, was überhaupt als „Erfolg eines Projektes“ angesehen wird. Zum Thema „Risikomanagement“ vertrat Prof. Schelle in seinem Plenumsvortrag die Ansicht, dass praktisch alle theoretischen und methodischen Ansätze der 70er und 80er Jahre zum Risikomanagement als gescheitert anzusehen sind. Keines der aufwändigen Verfahren konnte eine positive Kosten-Nutzen-Relation erzielen, so dass heute nur noch die sehr einfachen Verfahren mit Checklisten u. Ä. praktiziert werden. Das Problem - so Schelle - seien nicht die Werkzeuge, sondern die Unternehmenskultur. In einem Umfeld, in dem der Überbringer schlechter Nachrichten bestraft wird, kann Risikomanagement nicht gedeihen. Interessante Workshop-Themen waren: „Ehrlichkeit im Projekt - Risiko oder Erfolgsfaktor? “, „Gute Software-Architektur als Voraussetzung für den Projekterfolg“ und „IT-Projektdesaster im Public Sector“. Dabei entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Schwierigkeiten, die die Praxis der öffentlichen Ausschreibungsverfahren und der Vertrags- und Preisgestaltung dem IT-Projektmanagement auferlegen. Komplettiert wurde das Programm mit Petra Geipels Plenumsbeitrag zum „Konfliktmanagement im IT-Projekt“ und ihrem Workshop „Informationsmanagement im IT-Projekt“. In einem weiteren Workshop wurde das Thema „Wie aus einem guten ein sehr guter Projektleiter wird“ behandelt. Für viele Teilnehmer der krönende Abschluss (und bestbewerteter und bestbesuchter Workshop des ganzen Tages) war das Meeting über „Transmethodisches Projektmanagement“, in dem Dr. Wohland zahlreiche neue Denkanstöße gab. Eine Fortsetzung der Tagung zusammen mit dem Software Expert Network Stuttgart (SENS) ist für den 2. Juli 2004 geplant. Näheres zur Tagung und zur Tagungsdokumentation unter www. stz-itpm.de. 78 Software-Tools für das Projektmanagement  Die INFOSOFT AG, Hamburg, hat im Sommer 2003 mit Unterstützung der GPM eine herstellerunabhängige Marktübersicht für Projektmanagement-Software erstellt. In der Übersicht werden 78 Programme für die Einsatzgebiete Projektplanung, -steuerung und -controlling vorgestellt. Die Studie gliedert sich in drei Teile: Im ersten Teil schreiben Projektmanagement-Experten in 11 Fachartikeln unter anderem über die Auswahl von PM-Software, Multiprojektmanagement, Projektcontrolling, Risikomanagement und Entscheidungsprozesse. Im zweiten Teil werden 74 Anbieter von PM- Software vorgestellt. Im dritten Teil werden anhand von 135 überwiegend projektmanagementspezifischen Kriterien die Funktionalitäten der PM-Tools tabellarisch gegenübergestellt. Von den 78 untersuchten PM-Tools wurden 46 in Deutschland entwickelt. Als Server- Plattform nutzen 67 Software-Produkte Windows 2000. Ein Großteil dieser Programme (35) ist aber auch auf Linux-Systemen lauffähig. Mehr als 60 Programme bieten dem Anwender Unterstützung im Multiprojektmanagement. Software, die in der Projektsteuerung Simulationen ermöglicht, bieten standardmäßig nur 29 Produkte. Die INFOSOFT und die GPM möchten mit der 325-seitigen Marktübersicht „EPM Enterprise Projectmanagement“ mehr Transparenz in den wachsenden Markt für Projektmanagement-Software bringen. GPM-Mitglieder erhalten beim Erwerb der Studie 30 % Rabatt. Nähere Informationen und Leseproben unter www.infosoft.de. aktuell projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 aktuell 46 NACHRICHTEN 47  Vom 4. bis 7. Oktober 2004 veranstaltet die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. in Nürnberg das „21. Deutsche Projektmanagement Forum 2004“. Näheres unter www.GPM-IPMA.de.  Der „Deutsche Projektmanagement Award 2004“ wird am 5. Oktober 2004 im Rahmen des Gala-Abends des 21. Deutschen PM-Forums in Nürnberg verliehen. Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen unter www.pm-award.de und pm-award@GPM-IPMA.de. Bewerbungen sind möglich bis zum 29. März 2004 bei der GPM-Geschäftsstelle in Nürnberg.  Der „Deutsche Studienpreis Projektmanagement 2004“ zur Förderung des Hochschulnachwuchses wird am 5. Oktober 2004 von der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. im Rahmen des 21. Deutschen Projektmanagementforums in Nürnberg vergeben. Anmeldeschluss für wissenschaftliche Arbeiten ist der 3. Mai 2004. Weitere Informationen bei Roswitha Müller-Ettrich, Tel.: 0 89/ 7 91 20 30, E-Mail: m.ettrich@t-online.de. GPM-Seminare  Im Mittelpunkt des Seminars „Projektleiter- Training“ vom 22. bis 24. März 2004 in Köln stehen der Projektleiter und seine Aufgabe als Manager und Führungspersönlichkeit.  Das Grundlagenseminar „Projekte planen und kontrollieren“ findet vom 24. bis 26. März 2004 in München statt.  The international seminar in English language „Presenting and Negotiating Successfully in International Projects“ takes place from March 25th to 27th in 2004 in Munich.  „Projektcontrolling“ ist der Titel eines Seminars, das vom 6. bis 7. April 2004 in Nürnberg durchgeführt wird.  Das Seminar „Projektmanagement wirkungsvoll implementieren und schrittweise verbessern“ wird vom 20. bis zum 22. April 2004 in München durchgeführt.  Das Seminar „Prozesskompetenz im Projekt“ findet am 27. und 28. April 2004 in Hamburg statt.  Das „PM-Basistraining für die IT- und Telekommunikationsbranche“ wird vom 28. bis zum 30. April 2004 in Nürnberg veranstaltet. Weitere Informationen zu den GPM-Seminaren bei der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V., Tel. : 09 11/ 39 31- 4 99, E-Mail: info @ GPM-IPMA.de oder unter www.GPM-IPMA.de. Bei diesen Terminen handelt es sich um eine Auswahl der umfangreichen Angebote. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr. +++ PM-Termine +++ PM-Termine +++ Hans-Jürgen Beck, Geschäftsführer GTP&O, Gesellschaft für Training, Personal- und Organisations-Entwicklung, Hannover Anzeige Wir setzen auf Projektmanagement!  Als Unternehmen der TUI AG stellen wir hohe Anforderungen. Optimierung von Arbeits- und Geschäftsprozessen, Qualitäts- und Kundenmanagement, schlanke Hierarchien und flexible Organisationen - unsere großen Projekte lösen wir mit der Projektmanagement-Methode. So sichern wir unsere Zukunft. Wir setzen auf Prolog! Prolog Projektmanagement Georgstraße 76 · 26349 Jaderberg Telefon 0 44 54/ 82 21 · Telefax 0 44 54/ 5 32 www.prolog.de E-Mail info@prolog.de  Am 22. November 2003 trafen sich Mitglieder der GI (Gesellschaft für Informatik) und GPM zur verbandsübergreifenden Fachgruppenarbeit „IT-Projektmanagement“ in Stuttgart. Die im März 2003 gegründete Fachgruppe ist angetreten, Wege zu finden, die zu einem integrierteren und interdisziplinären Projektmanagement-Ansatz für IT-Projekte führen. Auf dem Treffen wurde der Arbeitsstand zu den Themen: „Berufsbild IT-Projektmanagement“, „Erfolgsfaktoren für IT-Projekte“ und „IT-Prozessmodelle“ vorgestellt und diskutiert. Harry Sneed, Universität Regensburg, eröffnete das Treffen mit einem Vortrag zu den Erfolgsfaktoren bei Software-Wartungsprojekten. Anhand eines Produktlebenszyklusmodells wurden die unterschiedlichen Projektarten und Aufwendungen dargestellt. Ebenso wurde ein umfangreiches Metriksystem für Wartungsprojekte erläutert. Anschließend stellte Andreas Frick, ExperTeam Dortmund, den Entwurf einer Studie vor, die den Zusammenhang zwischen dem Erfolg von IT- Projekten einerseits und der Verzahnung der Kompetenzfelder Projektmanagement, Informationstechnik/ Informatik, Veränderungsmanagement sowie Branchen- und Anwendungswissen andererseits untersuchen soll. Durch die Studie sollen folgende Fragen geklärt werden:  Ist ein erfolgreiches IT-Projektmanagement allein durch die Methoden des anwendungsübergreifenden, allgemeinen Projektmanagements zu erreichen?  Welche IT-spezifischen Kompetenzen müssen im IT-Projektmanagement vorhanden sein?  Welche Kompetenzen bezüglich des „Change-Managements“ müssen in das IT-Projektmanagement eingebunden sein? Die lebhafte Diskussion zeigte den hohen Bedarf an der Klärung der Fragestellungen und führte zu einer Verbesserung des Untersuchungsansatzes. Zu einem Berufsbild „IT-Projektmanagement“ gehören neben den Fragen der Qualifikation sowie Rollenbeschreibungen und Laufbahnmodellen auch Fragen der Berufsethik. Nino Grau, Fachhochschule Gießen-Friedberg, stellte dazu einen Vergleich „Ethische Leitlinien der GI versus Ethik-Kodex der GPM“ vor. In weiteren Beiträgen wurden von Martin Engstler, Fraunhofer IAO Stuttgart, eine interdisziplinäre Betrachtung von Prozessmodellen und von Claudia Förster, TU München, ihre Arbeiten zu „Erfolgsfaktoren des IT-Projektmanagements“ präsentiert. Das nächste Treffen der Fachgruppe findet am 26. März 2004 auf der „Konferenz zur Zukunft im Projektmanagement - interPM 2004“ (www.interPM.de) in Glashütten statt. Interessenten können sich gerne bei der Fachgruppenarbeit beteiligen. Ansprechpartner auf Seiten der GI ist Gerrit Kerber, Gerrit.Kerber@aragon-interactive.de, auf Seiten der GPM Andreas Frick, Andreas.Frick@ExperTeam.de. GPM und GI wollen es wissen: Verbandsübergreifendes IT-Fachgruppentreffen aktuell projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 aktuell 48 NACHRICHTEN 49 GPM INTERN Große Infrastrukturprojekte im Mittelpunkt des 1. Kasseler Projektmanagement Symposiums  „Planung und Realisierung großer Infrastrukturprojekte sind heute ohne konsequentes Projektmanagement nicht mehr vorstellbar“, stellte Prof. Dr.-Ing. Konrad Spang in seiner Begrüßung zum 1. Kasseler Projektmanagement Symposium heraus. 180 Teilnehmer waren dazu im September letzten Jahres zu einem Erfahrungsaustausch der Einladung des von Spang gegründeten Fachgebietes Projektmanagement an die Universität Kassel gefolgt. In dem Symposium wurde aufgezeigt, wie sich das Management im Eisenbahn- und Flughafenbau in den letzten Jahren entwickelt hat. Hierbei wurden auch die unterschiedlichen Sichtweisen von Auftraggebern und Auftragnehmern gegenübergestellt, um den gegenseitigen Dialog dieser Gruppen zu fördern. Die Auftraggeber- und Generalunternehmersicht wurde in Vorträgen der DB ProjektBau sowie der Projekte Magnetschnellbahn München Flughafen, Lötschberg-Basistunnel und Terminalneubau Flughafen Düsseldorf beleuchtet. Bringfried Belter von der DB ProjektBau berichtete, warum bei der Abwicklung großer Bauprojekte der Deutschen Bahn eine effiziente Projektsteuerung vor Ort unabdingbar ist und welche neuen Strukturen dazu bei der Bahn aufgebaut wurden. Insbesondere das Multiprojektmanagement wird zur Steuerung von 7.200 Projekten bei der DB ProjektBau immer wichtiger. Dass große Bauprojekte bereits in der Planungsphase ein gutes Projektmanagement erfordern, machte Erwin Merkel deutlich. Er stellte die Projektorganisation für die Planung der „Magnetschnellbahn München Flughafen“ vor. Aufgrund der politischen Brisanz und einer Vielzahl von Einflussgruppen benötigt dieses Projekt ein ausgeprägtes Stakeholder-Management. In einem weiteren Beitrag zeigte Dr. Peter Hufschmied, warum es bei der Realisierung des Lötschberg-Basistunnels in der Schweiz bisher keine nennenswerten Zielabweichungen gegeben hat. Auch beim Projekt „airport 2000 plus“ zum Neu- und Umbau der Terminals am Flughafen Düsseldorf im laufenden Betrieb wurde der Kostenrahmen eingehalten. Nach Ansicht von Manfred Körtgen ist dies Folge eines sorgfältigen Claimmanagements und eines positiven Arbeitsklimas zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, durch das die Kompromissfähigkeit aller Beteiligten gefördert wurde. Die Auftragnehmersicht wurde durch Ulrich Weiss, den Präsidenten der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB), sowie Vorträge mehrerer Bauunternehmen präsentiert. Weiss sieht den Projektleiter als Unternehmer seiner Baustelle, der sich durch Tatkraft, Innovation, Teamfähigkeit sowie strategisches und diplomatisches Geschick auszeichnet. Michael Gatt erläuterte den Übergang von der Linienorganisation zu einer schlanken Projektorganisation bei Walter Bau. Hierbei geben die Linienabteilungen für die Projekte Hilfestellung und gliedern Personal für die Laufzeit eines Vorhabens aus. Am Beispiel des Umbaus der Bahnstrecke Dresden-Chemnitz erläuterte Thomas Alscher von Hentschke Bau, wie in den einzelnen Streckenabschnitten die Bauzeiten verkürzt werden können. Dabei ermöglicht eine Dach- Arbeitsgemeinschaft jedem beteiligten Unternehmen, selbstständig und ergebnisorientiert zu agieren. Erforderlich dazu ist die Vereinbarung verbindlicher Standards zur Projektkommunikation zwischen den Partnerunternehmen. Manfred Wacker von Heitkamp Rail zeigte, dass bei großen Eisenbahnbauprojekten der Auftragnehmer praktisch die gleichen Projektmanagementfunktionen einrichten muss wie der Auftraggeber. Aufgrund der zunehmenden Schnittstellenvielfalt und Komplexität bei Planung und Ausführung von Großvorhaben ergeben sich auch für das Projektcontrolling neue Herausforderungen. Controlling- Lösungen aus der stationären Industrie können dabei nicht ohne weiteres auf nicht stationäre Branchen übertragen werden. Als Lösungsansatz stellte Prof. Peter Greiner ein Controllingsystem für integrierte Geschäftsprozesse vor. Birgit Plaza von Siemens zeigte, wie mit „E-Technologien“ ein transparentes Ergebniscontrolling im Anlagengeschäft gefördert werden kann. Alles in allem: ein fundierter Überblick über den aktuellen Stand des Projektmanagements von Infrastrukturmaßnahmen. 2005 ist das 2. Kasseler Projektmanagement Symposium zum Thema Risikomanagement geplant. Informationen und Tagungsband: Universität Kassel, Fachgebiet Projektmanagement, Tel.: 05 61/ 8 04 46 81, www.pm-symposium.de. Amir Dayyari, Fachgebiet Projektmanagement Von rechts: Prof. Dr.-Ing. K. Spang (Gastgeber), Prof. Dr. P. Greiner, Dr. P. Hufschmied, M. Körtgen Foto: Universität Kassel, Fachgebiet Projektmanagement aktuell projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 aktuell