eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 15/1

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
pm
2941-0878
2941-0886
UVK Verlag Tübingen
31
2004
151 Gesellschaft für Projektmanagement

SPM intern

31
2004
pm1510054
54 SPM INTERN 55 GPM-ANSPRECHPARTNER  Projekte werden in Organisationen bisher noch selten als ein Personalentwicklungspotenzial erkannt und genutzt - zumal die Leistungen der Projektleiter und -leiterinnen kaum in die Linienorganisation zurückfließen. Eine Schwierigkeit liegt auch darin, dass Projektmanager oft Mischfunktionen innehaben, d. h., dass sie sowohl Linienaufgaben wahrnehmen als auch parallel dazu (oder gelegentlich) Projekte abwickeln. Es gibt aber Ansätze, Projektleiterkarrieren zu systematisieren und diese Funktion zu einem eigentlichen Beruf zu erheben. Dies ist das Fazit aus der Feierabendveranstaltung vom 15. Oktober 2003 in Olten (Schweiz). Eine Branche, welche die Projektleiterprofession als solche wahrnimmt und Karrieren anbietet, sind die Generalunternehmer im Baubereich. Daniel Scheifele von der Karl Steiner AG hat ein Laufbahnmodell mit entsprechender Aus- und Weiterbildungssystematik sowie ein Personalentwicklungs- und Entlohnungsmodell vorgestellt, das für Projektleiter sehr attraktiv ist, und das auch anderen Firmen und Organisationen, welche nicht ausschließlich Projekte abwickeln, Ideen und Anstöße geben kann. Ein interessantes Personalentwicklungskonzept stellten Christian Bühlmann und Markus Schnyder vom Eidgenössischen Personalamt vor: Die größte öffentliche Verwaltung der Schweiz bietet eine systematische Projektleiterausbildungspalette an bis hin zum Universitätslehrgang (in Zusammenarbeit mit der Uni Klagenfurt) und zur Zertifizierung. Zurzeit ist es hier noch schwierig, die Projektleiterlaufbahn in den einzelnen Verwaltungszweigen zu etablieren, da Projektmanagement noch nicht als „offizielle“ Funktionskette im Besoldungssystem existiert und das Personalamt als Serviceorganisation diesbezüglich nur empfehlenden Einfluss hat. Aber Impulse können damit jedenfalls gesetzt werden. Einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung bietet die Zertifizierung mit ihren vier Levels, welche sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt hat und bei denen die Anzahl der Zertifikate markant zugenommen hat. Hans Knöpfel als Vizepräsident des VZPM zeigte zudem auf, dass es neben der Zertifizierung auch verschiedene andere Maßnahmen und Faktoren sind, die zur Projektleiterprofession beitragen. Zusätzlich zur Weiterbildung „nach Maß“ muss z. B. die Praxis - sprich die Projekte - auf die Entwicklungslaufbahn abgestimmt sein. Es müssen Zielvereinbarungs- und Fördergespräche stattfinden und auch eine eigene Reflexion und Standortbestimmung vorgenommen werden (siehe Kasten). Was bringt die Zertifizierung dem Projektleiter selbst? Daniel Baumann, der das Zertifikat Level B erfolgreich erreicht hat, konnte sich durch den Lehrgang sehr viel Erfahrung und Know-how aneignen, die er jetzt in seiner Firma bei der Entwicklung einer Projektmanagementkultur umsetzen kann. Nicht in erster Linie durch ein Zertifikat in der Tasche erhielt er eine attraktive Position, sondern weil er durch den Einsatz seines Könnens einen Beitrag für das Unternehmen geleistet hat, ist er bereits nach kurzer Zeit in deren Geschäftsleitung „gelandet“. Urs Witschi SPM-Feierabendworkshop: Projektleiterkarrieren Training im PM  Sich trainieren durch den Besuch von externen und internen Kursen in den verschiedenen Projektmanagement-Gebieten  Fachliteratur studieren (z. B. Fachzeitschriften, Fachbücher oder Konferenzbeiträge im Internet), insbesondere in Bezug auf Anwendungsmöglichkeiten in den eigenen Projekten  Interne Richtlinien und Handbücher der Unternehmen studieren und gezielt anwenden (in der Anwendung liegt dann das tiefere Verständnis und die Erfahrung)  Projektmanagement-Wissen anhand des Projektmanagement- Glossars, der Beurteilungsstruktur und von Unterlagen absolvierter Kurse auffrischen Projektmanagement- Veranstaltungen  An internen und externen Erfahrungsaustauschen teilnehmen  Neues Wissen bei Fachtagungen „einziehen“ und einige Ideen in eigenen Projekten umsetzen (nach dem Motto: „Was werde ich tun? “)  An Projektarbeiten von Schulen teilnehmen Eigene Beiträge zum PM  Referate über Projektmanagement halten und Publikationen schreiben  Die Weiterbildung im Projektmanagement im eigenen Unternehmen betreuen  Lehrtätigkeit an Fachhochschulen oder interne bzw. externe Kurse geben  Richtlinien und Beiträge für interne Handbücher schreiben  Projekte auswerten sowie Phasen- und Projekt-Schlussberichte schreiben inkl. Empfehlungen für weitere Projekte Hans Knöpfel Arten der Erhaltung und Erweiterung der Wissenskompetenz Weitere SPM-Informationen finden Sie unter www.spm.ch aktuell projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 projekt M A N A G E M E NT 1/ 20 0 4 aktuell