eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 19/1

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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UVK Verlag Tübingen
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2008
191 Gesellschaft für Projektmanagement

SPM intern

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2008
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projekt MA N A G E M E N T aktuell 1/ 2008 l 61 SPM INTERN ❙ Seit Jahren schon setzt sich die spm aktiv dafür ein, dass Projektmanagement zu einer wichtigen Säule der Schulbildung wird. Dabei geht es nicht einfach um Projektunterricht, wie er seit geraumer Zeit praktiziert wird. Im Zentrum steht die Vermittlung von Metafähigkeiten der Problemlösung und des Projektmanagements, wie sie nur durch Lehrer erfolgen kann, die in diesem Bereich fundiert geschult sind. Um diesem Ziel näherzukommen, hat die spm das Programm „Projektmanagement macht Schule“ aufgesetzt. Projekte und Projektmanagement sollen in den Klassenzimmern mehr und mehr zur Normalität werden. Teil des Programmes sind die folgenden Projekte: ❑ die Erarbeitung von Lehrmitteln zum Projektmanagement an Schulen in Zusammenarbeit mit Schulbehörden und Verlagen, ❑ der Aufbau einer Internetplattform zum Thema (siehe unten), ❑ die Durchführung von Pilotversuchen mit Projektmanagement an Primar-/ Grundschulen, ❑ ein umfassender Pilotversuch auf der Sekundarstufe I mit einer weitreichenden Vermittlung von Projektmanagement-Fähigkeiten (siehe unten), ❑ die Einflussnahme bei der Gestaltung eines neuen koordinierten Lehrplanes für alle Kantone der Deutschschweiz, ❑ Informations- und Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrer. Die Internetplattform ist über www. hyperWeb/ PmmachtSchule.ch erreichbar. Sie wird im Rahmen einer Kooperation der spm mit dem Programm hyperWeb verwirklicht. Sie enthält umfangreiches Material für Lehrer, Schüler/ innen sowie für Personen, die sich mit der Entwicklung von Lehrplänen und der Einführung von Projektmanagement/ Projektunterricht an der Schule befassen. Das zurzeit prominenteste Projekt des Programms heisst „PM macht Schule an der Bezirksschule Möhlin“. Es handelt sich dabei um eine Schule der Sekundarstufe I im Kanton Aargau, die sich der Bedeutung der angesprochenen Fähigkeiten für das spätere Berufsleben bewusst und bereit ist, hier Pionierarbeit zu leisten. Trotz der engen Rahmenbedingungen des bestehenden Lehrplans ermöglicht das gewählte Modell eine integrale, weitreichende Umsetzung des spm-Anliegens. Die Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren lernen u. a., den Projektauftrag kritisch zu hinterfragen, zu strukturieren, zu planen, zu steuern und zu überwachen, systematisch Ziele zu setzen sowie Kreativitätstechniken und Bewertungsmethoden anzuwenden. Neben der Vermittlung der angesprochenen methodischen Fähigkeiten sollen Kommunikation, Teamarbeit und Selbstkompetenz, Eigenverantwortung und Eigeninitiative, aber auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion sowie die Motivation der Schüler/ innen im Unterricht gefördert werden. Und schließlich soll mit dem Modell auch eine Kompetenzerweiterung bei den Lehrkräften einhergehen. Das Modell wird durch die Schulbehörde ideell und materiell unterstützt. Es besteht zurzeit aus den folgenden Eckwerten: ❑ In der 2. Klasse wird der Deutschunterricht zur Hälfte für die Vermittlung des Projektmanagements eingesetzt; Projektmanagement ist damit gewissermaßen „Fach im Fach“. Sowohl der Gestaltungsspielraum als auch der Umfang des Faches sind größer als jene der meisten anderen Fächer. Aus diesem Modell resultieren ungefähr 80 Lektionen. ❑ In der 3. und 4. Klasse folgen die Anwendung und Vertiefung des Wissens in verschiedenen Fächern anhand konkreter projektartiger Aufgabenstellungen in Gruppen oder individuell. ❑ Als Projekte sind keine Spielprojekte vorgesehen, wie sie für klassischen Projektunterricht typisch sind. Reale Aufgabenstellungen, die sich für das Üben des Projektmanagements eignen, stehen im Zentrum. Ein Beispiel dafür ist die Planung eines Events, der sich rund um das Thema Buchrezensionen dreht, wie sie ohnehin Teil des Deutschunterrichts sind. ❑ Die entstehenden Unterrichtsmaterialien bilden die Grundlage für ein mögliches offizielles Lehrmittel, das später entstehen kann. ❑ Das Teilfach Projektmanagement fließt in die Bewertung ein und beeinflusst die Deutschnote in der 2. Klasse. Dazu gehören nicht nur die Bewertung von Projektresultaten und des Prozesses, sondern auch schriftliche Tests. ❑ Die Schüler/ innen erhalten ein Zertifikat, das ihnen neben den Noten bescheinigt, im Projektmanagement Kenntnisse erworben zu haben. Es besteht die Hoffnung, dass das Interesse des späteren Arbeitgebers an diesen Kenntnissen dieses Zertifikat zu einem wertvollen Ausweis machen wird. Die Erfahrungen der ersten Wochen zeigen, dass sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch bei den Eltern ein ausgewiesenes Interesse an den neuen Themen und Fähigkeiten besteht. Eine fundierte Ausbildung der Lehrer, wie sie im Projekt erfolgt, ist besonders wichtig, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Die spm wird, abhängig von den Ergebnissen dieses Programms, Anstrengungen unternehmen, dieses oder ähnliche Modelle auf weitere Schulen und Kantone zu übertragen. Parallel bestehen Kontakte zur höheren, gymnasialen Stufe der 16bis 20-Jährigen. Das Defizit ist auf dieser Stufe genauso akut. Ebenso groß ist hier das Potenzial, Selbstständigkeit, Problemlösungsfähigkeit sowie die Planung und Steuerung kleinerer Projekte zu fördern. Heinz Scheuring Kontakt ❙ spm-Geschäftsstelle, Flughofstraße 50, CH-8152 Glattbrugg, Tel.: ++41/ 44/ 8 09 11 70, E-Mail: spm@spm.ch Projektmanagement macht Schule - Ein Programm der spm spm-Veranstaltungen 2008 23.1.2008 Projektmarketing, Feierabendworkshop 14.-16.2.2008 Values in Project, IPMA-Expertenseminar (Zürich) 3.4.2008 Agiles Projektmanagement, Frühjahrstagung 27.5.2008 Generalversammlung 25.6.2008 Unterschied PM in Privatwirtschaft und öffentl. Verwaltung, Feierabendworkshop 27.8.2008 Projektmanagement an Volksschulen, Feierabendworkshop 28.10.2008 Weiterbildung in Projektmanagement, Kongress PM_1-08_61-62: Inhalt 21.12.2007 6: 36 Uhr Seite 61