eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 19/4

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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2941-0878
2941-0886
UVK Verlag Tübingen
101
2008
194 Gesellschaft für Projektmanagement

Projektwirtschaft im Aufwind!

101
2008
Heinz Schelle
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2 l projekt MA N A G E M E N T aktuell 4/ 2008 2 EDITORIAL Oliver St U m die Bedeutung dieser These, die in einer Studie der Deutschen Bank formuliert wurde (vgl. dazu projektMANAGE- MENT aktuell , Heft 2/ 2008), einschätzen zu können, muss man den heutigen Wert kennen. Er liegt bei 2 Prozent. Reinhard Wagner, Vorstand der GPM für Projektmanagement-Forschung und Facharbeit/ Publikationen, geht in dieser Ausgabe im Detail auf die Vorhersagen der Zukunftsforscher ein. Das Szenario, das in Frankfurt entworfen wurde, ist in hohem Maße mit seinen eigenen Prognosen kompatibel. Wagner betont in dem Interview, das Oliver Steeger mit ihm geführt hat, besonders die wachsende Bedeutung von Kooperationen in Projekten. „Projektmanagern wird mehr und mehr die Aufgabe zufallen, die Kooperationen der Projektwirtschaft zu managen.“ Gleichzeitig hebt er hervor, dass die Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinaus Standards erfordert, die flexibel an projektspezifische Erfordernisse anpassbar sind. In einem zweiten Interview mit der Münchner China- Expertin Ruth Schaefer, die mehrere Jahre in China gelebt hat, erhalten wir Ratschläge für den Umgang mit chinesischen Partnern in Projekten. Frau Schaefer öffnet uns die Augen für Verhaltensweisen, mit denen wir im Westen Probleme haben, und weist auf die enorme Bedeutung persönlicher Netzwerke hin, die auch im Geschäftsleben eine große Rolle spielen. Dass es auch bei der Vermittlung von Projektmanagementkenntnissen wichtig ist, den kulturellen Hintergrund der Adressaten zu kennen und zu berücksichtigen, demonstriert Tobias Schneider. Er stützt sich dabei auf das meines Erachtens revolutionäre und immer noch aktuelle Modell von Hofstede mit seinen verschiedenen Dimensionen zur Beschreibung von Kulturen. Im Wissensteil befassen sich Sven Tackenberg, Bernhard Kausch und Christopher M. Schlick mit einem lange vernachlässigten Hilfsmittel in der Projektplanung und -optimierung, der Simulation. Obwohl E. B. Roberts Projektwirtschaft im Aufwind! bereits sehr früh (1964) in seinem Buch „The Dynamics of R&D“ versucht hat, den hochgerühmten und viel geschmähten System-Dynamics-Ansatz von J. W. Forrester für die Leistungserstellung mit Projektcharakter nutzbar zu machen, sind Folgearbeiten weitgehend ausgeblieben, sieht man einmal von einigen Versuchen der Gruppe „Neue Wege im Projektmanagement“ ab. An der RWTH Aachen ist nun ein Instrumentarium, bestehend aus Modellierungsmethode, Simulationsumgebung und Analysewerkzeug, entwickelt worden, das die vorausschauende Bewertung von Projektplänen und -konstellationen möglich macht. Es wäre schön, wenn das Forschungsvorhaben Anstoß für weitere Aktivitäten geben würde. Kein Prognose-, sondern ein Beschreibungsmodell wurde von Christof Stumpf („Ganzheitliche Planungsleistungen in der Realisierungsphase einer Immobilie“) im Fachgebiet Bauwirtschaft der Technischen Universität Berlin erarbeitet. Es soll durch die Einführung eines dreidimensionalen Organisationsmodells alle notwendigen Planungsaktivitäten für die Erstellung einer Immobilie erfassen und Hilfestellung bei der Zusammensetzung der am Bau beteiligten Fachplaner und Unternehmen geben. Manfred Rommel, der frühere Oberbürgermeister von Stuttgart, hat einmal gesagt: „Unangenehme Nachrichten, die stimmen, sind immer noch wertvoller als angenehme Nachrichten, die nicht stimmen.“ Andererseits wusste schon der alte Sophokles, dass niemand den Überbringer schlechter Nachrichten liebt. Bernd Waldbauer gibt Tipps, wie man solche Botschaften in Projekten überbringt, ohne Kopf und Kragen zu riskieren. Constantin Hupka und Mey Mark Meyer bewerten die Projektmanagementsoftware Clarity 8.1. Ihr Urteil: „Es bietet eine umfangreiche Funktionalität für das Multiprojekt- und Projektportfoliomanagement.“ PM_4-08_1-60: Inhalt 26.06.2008 9: 25 Uhr Seite 2