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PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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UVK Verlag Tübingen
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2010
211 Gesellschaft für Projektmanagement

Fulminantes Fachprogramm als „Geburtstagsgeschenk“ zum 30-jährigen Bestehen der GPM

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2010
Oliver Steeger
Berlin: Kaum eine andere Stadt Europas hat in den vergangenen zwanzig Jahren ihr Gesicht so verändert. Und wo sich die Welt verändert, sind Projektmanager nicht weit. So hat die GPM zu ihrer Veranstaltung „Internationales Deutsches Projektmanagement Forum 2009“ in die Bundeshauptstadt gerufen – und im Oktober vergangenen Jahres rekordverdächtige 680 Teilnehmer an der Spree zusammengeholt. Das zweitägige Programm mit Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden gliederte sich in acht Themenschwerpunkte. Der Höhepunkt am Abend: Mit einer Galaveranstaltung feierte die GPM ihr dreißigjähriges Bestehen. Das Motto: „Die Kunst des Projektmanagements. Inspiriert durch den Wandel“.
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Oliver Steeger Fulminantes Fachprogramm als „Geburtstagsgeschenk“ zum 30-jährigen Bestehen der GPM PM Forum mit fast 700 Teilnehmern im Herzen Berlins Berlin: Kaum eine andere Stadt Europas hat in den vergangenen zwanzig Jahren ihr Gesicht so verändert. Und wo sich die Welt verändert, sind Projektmanager nicht weit. So hat die GPM zu ihrer Veranstaltung „Internationales Deutsches Projektmanagement Forum 2009“ in die Bundeshauptstadt gerufen - und im Oktober vergangenen Jahres rekordverdächtige 680 Teilnehmer an der Spree zusammengeholt. Das zweitägige Programm mit Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden gliederte sich in acht Themenschwerpunkte. Der Höhepunkt am Abend: Mit einer Galaveranstaltung feierte die GPM ihr dreißigjähriges Bestehen. Das Motto: „Die Kunst des Projektmanagements. Inspiriert durch den Wandel“. D ie U-Bahn-Station „Alexanderplatz“ ist in Sichtweite, der markante Fernsehturm ebenfalls. Die GPM hat Berlins Mitte für ihr „Internationales Deutsches Projektmanagement Forum 2009“ gewählt. Dies zeugt von ihrem Selbstbewusstsein. Die Botschaften der GPM werden nun auch in der Politik gehört; in der Wirtschaft sind sie bereits angekommen. „Die Väter der GPM haben sich bei der Vereinsgründung 1979 nicht träumen lassen, dass ihr Verein dreißig Jahre später 5.300 Mitglieder zählen und sich obendrein das Berufsbild Projektmanagement durchgesetzt haben würde“, freute sich GPM Vorstandsvorsitzender Andreas Frick bei der Begrüßung der Teilnehmer im Kuppelfestsaal des „bcc Berliner Congress Center“. Zu ihrem 30-jährigen Geburtstag hat sich die GPM ein fulminantes Forumsprogramm geschenkt. Die Liste der Keynote Speaker zeugte davon: Aus den USA wurde per Satelliten David Plouffe zugeschaltet, der Wahlkampfleiter von Präsident Barack Obama. Prof. Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums (BFZ), erläuterte für Projektmanager die Lehren und Folgen der Finanzmarktkrise. Dr. Jürgen Schloß, Program Director der renommierten Initiative „projectmanagement@ siemens“, gab Einblicke in den Technologiekonzern Siemens. Managementvordenker Gunter Dueck (IBM Global Technology Services Deutschland) pointierte seine Thesen, wie Großprojekte mit Leben zu füllen sind. Und - Berlin steht auch für Kunst - Oscar-Preisträger Jochen Alexander Freydank schilderte Projektmanagern die Entstehungsgeschichte seines preisgekrönten Kurzfilms „Spielzeugland“. So legte David Plouffe ungewöhnlich detailliert die Hintergründe seines Wahlkampfprojekts offen, bei dem er auf völlig neue Methoden der Wähleransprache setzte und beispielsweise auch das Internet einbezog. Der neue Stil und die innovative Kommunikation gelten unter Fachleuten als wichtiger Faktor für Obamas Wahl- Foto: Oliver Steeger Die Wirtschaftskrise geht am Projektmanagement nicht spurlos vorbei: Prof. Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums (BFZ), erläuterte für Projektmanager die Lehren und Folgen der Finanzmarktkrise. erfolg - und gaben auch Projektmanagern Impulse für Strategie, Projektsteuerung und Kommunikation mit Zielgruppen. Ein ebenfalls aktuelles Thema des ausklingenden Jahrzehnts sprach Professor Wolfgang Gerke an. Der Finanz- und Wirtschaftswissenschaftler skizzierte die Hintergründe der Weltwirtschaftskrise. Das Thema betrifft mittlerweile auch Projektmanager: Durch die Krise werden Projekte verschoben oder gestrichen. „Es wird nicht die letzte Krise gewesen sein“, warnte Gerke, „wir werden mit Krisen leben lernen, und dies ist kein pessimistischer Blick.“ Denn immer wieder - so zeigt der Blick in die Geschichte - platzen Spekulationsblasen. Bemerkenswert: Diese Spekulationsblasen begleiteten bislang fast immer Innovationssprünge: etwa den Eisenprojekt MA N A G E M E N T aktuell 1/ 2010 l 11 PM_1-2010_1-60: Inhalt 29.01.2010 9: 47 Uhr Seite 11 22 l projekt MA N A G E M E N T aktuell 1/ 2010 12 REPORT Wer Deutschlands bestes Projektteam sucht, fliegt nach München - und findet sein Ziel direkt am Flughafen. Die „PM-Deutschlandmeister“ verbessern und standardisieren dort das Projektmanagement der Flughafen München GmbH. Für ihr eigenes vorbildliches Projektmanagement erhielt das Team nun den Preis „Deutscher Project Excellence Award 2009“, den „PM-Oscar“ der GPM, wie der höchstdotierte deutsche Award für PM-Spitzenleistungen inoffiziell auch genannt wird. Auf der Awardgala des „26. Internationalen Deutschen Projektmanagement Forum 2009“ in Berlin zeigte sich das preisgekrönte Team unter Leiterin Claudia Donig der Fachwelt und nahm vor knapp 700 Gästen die Trophäe entgegen. Erfreulich: Dr. Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH, reiste eigens zur Awardverleihung in die Bundeshauptstadt, um seinem Erfolgsteam zu gratulieren. Weiterhin nominierte die Jury das Projekt eines Teams aus dem Technologiekonzern Siemens AG. Das Team wirkte mit an dem Bau einer U-Bahn in Taiwan. „Diese beiden Teams zeigen, welche Erfolge die Wirtschaft mit professionellem Projektmanagement erzielen kann“, erklärte GPM Vorstand Raimo Hübner. Beide Projekte wurden streng nach 22 Kriterien geprüft, wie Reinhard Kniest, Projektleiter des Wettbewerbs, stellvertretend für das Awardbüro berichtet. „Mit dem Wettbewerb wollen wir exzellente Projekte in Deutschland oder von deutschen Firmen aufspüren“, erklärte er. „Wir wollen von diesen Könnern lernen.“ Eine komplizierte Aufgabe hatte das Siegerteam der Flughafen München GmbH zu bewältigen. Es harmonisierte das im Unternehmen verwendete Projektmanagement und machte die Projektarbeit professioneller. „Wir haben erreicht, dass unsere etwa fünfhundert in Projekten tätigen Mitarbeiter künftig nach einheitlichen Methoden arbeiten und es zu weniger Reibungsverlusten kommt“, erklärte Projektleiterin Claudia Donig, „dafür haben wir anfangs ermittelt, mit welchen erfolgreichen Methoden man bereits in Bereichen wie Bauwesen, IT oder Produktentwicklung arbeitet. Im zweiten Schritt haben wir ein gemeinsames Verständnis von Projektmanagement im Konzern entwickelt, darin die erfolgreichen Methoden integriert und auf vielfältige Weise in unserer Organisation verankert.“ So hat das Team in seinem über drei Jahre dauernden Projekt unter anderem Prozessmodelle und Arbeitshilfen erarbeitet, das konzerneigene Schulungskonzept angepasst, Karrieremöglichkeiten im Projektmanagement erweitert und einen eigenen Wettbewerb für Projektteams der Flughafen München GmbH ins Leben gerufen. Unterstützt wurde Claudia Donigs Team von Experten der parameta Projektberatung (Erding). Nach Meinung von Fachleuten gelingt ein solches Projekt nur, wenn sich die Mitarbeiter von dem Vorhaben überzeugen und für die Veränderungen gewinnen lassen. „Wir wollten unseren Kollegen keine neuen Methoden für Projekte verordnen, sondern mit ihnen gemeinsam einen kulturellen Wandel im Konzern herbeiführen“, erläuterte Claudia Donig ihre Ziele. Eben diesen erfolgreichen Wandel lobte die Jury, als sie dem Projektteam den Preis „Deutscher Project Excellence Award 2009“ zusprach: Das Team habe Mitarbeiter, die dem Vorhaben zunächst skeptisch gegenüberstanden, als Unterstützer gewonnen. Das Projektmanagement am Flughafen sei deutlich professionalisiert und die Methoden des Changemanagements klug genutzt worden. Weiteres Jurylob: Die hochengagierte Projektleiterin brachte die gesamte Flughafen München GmbH hinter ihr Vorhaben - bis hin zur Unternehmensspitze. Beeindruckt zeigte sich die Jury auch von dem technischen Projekt, mit dem das Team von der Siemens AG beim Wettbewerb um den Preis „Deutscher Project Excellence Award 2009“ angetreten war. Der Münchner Technologiekonzern wirkte mit an dem Bau einer U-Bahn in Kaohsiung, der zweitgrößten Stadt Taiwans. „Unser Projekt umfasste die Lieferung von 42 Zügen, die Installierung aller Signalanlagen, die Versorgung mit Bahnstrom sowie das übergreifende Projektmanagement und die Systemintegration“, berichtete Kurt Schober, Leiter des prämierten Projekts. Als Herausforderung dieses Vorhabens nannte Kurt Schober unter anderem die Zusammenarbeit mit einem vergleichsweise unerfahrenen Kunden, die klimatischen Bedingungen am Einsatzort sowie die Rekrutierung und Ausbildung der örtlichen Fachkräfte. Hinzu kam: Ein Tunneleinbruch warf das Projekt im Zeitplan um 24 Monate zurück. Trotz dieser Verzögerung konnte das Siemens-Team den festgesetzten Übergabetermin halten. Die Jury würdigte unter anderem die souveräne Planung und Steuerung dieses schwierigen Vorhabens. Auch die interkulturelle Kompetenz des Teams sowie die hohe Zufriedenheit des Kunden beeindruckte die Jury. „Deutscher Project Excellence Award 2009“ geht an den Flughafen München - In drei Jahren den Konzern ,fit gemacht‘ für Projektmanagement bahnboom, die aufkommende Massenproduktion von Autos und Radios, die digitale Revolution in den 90er- Jahren - oder, wie jüngst, die Innovationen bei Finanzprodukten. Obgleich er klare Forderungen an Politik und Unternehmen zur Bewältigung der derzeitigen Finanzkrise formulierte, ließ der Fachmann durchblicken, dass solche von Geburtswehen der Innovationen erzeugten Blasen nur schwer zu vermeiden sind. Über die Geburtswehen eines Filmprojekts berichtete Regisseur Jochen Alexander Freydank unter dem Vortragstitel „Drei Jahre betteln, fünf Tage drehen und keiner kriegt Geld! “ Mit einem Minimalbudget, vielen Freiwilligen und auch etwas Glück drehte er an elf Berliner Schauplätzen den Film „Spielzeugland“, der 2009 in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ mit einem Oscar prämiert worden ist. Freydank gab Einblick hinter die Kulissen von Filmproduktionen und erläuterte, wie er - trotz geringer Mittel - sein Projekt zum Erfolg führte. „Das Vorhaben war an der Grenze des Machbaren“, erklärte er. Doch er sah sich einem Team von rund 60 Enthusias- Feierliche Awardverleihung in Berlin (v. l. n. r.): GPM Vorstand Raimo Hübner, Awardgewinnerin Claudia Donig, Dr. Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH, sowie GPM Vorstandsvorsitzender Andreas Frick Foto: Oliver Steeger PM_1-2010_1-60: Inhalt 29.01.2010 9: 47 Uhr Seite 12 Dreißig Jahre GPM: drei Generationen im Gespräch auf der Jubiläumsfeier ten (und Vollprofis) gegenüber, die an das Drehbuch von „Spielzeugland“ glaubten und das Projekt mit aller Kraft und trotz aller Risiken „durchziehen“ wollten (siehe auch Interview mit Jochen Alexander Freydank in Heft 4/ 2009 der projektMANAGEMENT aktuell ). Über Projektrisiken - gepaart mit hoher Komplexität und zunehmender Größe - sprach Dr. Jürgen Schloß. „Durch internationale Teams und Arbeitsteilung in der globalisierten Welt, durch unterschiedliche lokale Gesetze und immer höhere Anforderungen an die Flexibilität der Realisierungsprozesse steigt die Komplexität in der Akquisephase und der Abwicklungsphase“, so umriss er die Herausforderungen für das Projektmanagement der Zukunft ab. Dies erschwert nicht zuletzt auch die Beherrschung von Projektrisiken. „Das klassische systematische Projektmanagement stößt hier immer wieder an seine Grenzen“, warnte Dr. Jürgen Schloß. Er zeigte, wie der Technologiekonzern Siemens diese Herausforderung angeht: indem die Beteiligten vor allem in der Vorphase eines Projekts intensiver zusammenarbeiten. Dass diese Strategie zumindest bei Siemens aufgeht, zeigte sich am Galaabend des PM Forums. Für den Preis „Deutscher Project Excellence Award 2009“ hat die GPM ein Projekt von Siemens nominiert. Der Konzern hatte erfolgreich mitgewirkt an dem Bau einer U-Bahn in Kaohsiung, der zweitgrößten Stadt Taiwans (siehe Bericht „,Deutscher Project Excellence Award 2009‘ geht an den Flughafen München“ auf Seite 12). An ihrem Galaabend am ersten Kongresstag verlieh die GPM nicht nur traditionsgemäß den Preis „Deutscher Project Excellence Award 2009“ und den Studienpreis - sie feierte dieses Mal auch ihr 30-jähriges Jubiprojekt MA N A G E M E N T aktuell 1/ 2010 l 13 „Drei Jahre betteln, fünf Tage drehen und keiner kriegt Geld! “: Oscar-Preisträger Jochen Alexander Freydank gab Projektmanagern Einblicke in die Entstehungsgeschichte seines preisgekrönten Kurzfilms „Spielzeugland“. Das Low-Budget-Filmprojekt lavierte an der Grenze des überhaupt Machbaren. Fotos: Oliver Steeger Managementvordenker Gunter Dueck (IBM Global Technology Services Deutschland) lieferte in seinem Vortrag Thesen, wie Großprojekte mit Leben zu füllen sind. Foto: Oliver Steeger Haftungsausschluss Die Inhalte dieser Zeitschrift werden von Verlag, Herausgeber und Autoren nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet und zusammengestellt. Eine rechtliche Gewähr für die Richtigkeit der einzelnen Angaben kann jedoch nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für die Websites, auf die verwiesen wird. Es wird betont, dass wir keinerlei Einfluss auf die Inhalte und Formulierungen dieser Seiten haben und auch keine Verantwortung für sie übernehmen. Grundsätzlich gelten die Wortlaute der Gesetzestexte und Richtlinien sowie die einschlägige Rechtsprechung. Dr. Jürgen Schloß, Program Director der renommierten Initiative „projectmanagement@siemens“, beantwortet nach seinem Vortrag die Fragen von Teilnehmern. Foto: Oliver Steeger PM_1-2010_1-60: Inhalt 01.02.2010 12: 24 Uhr Seite 13 Wissenschaftlichen Nachwuchs fördern - dieses Ziel hat sich die GPM seit vielen Jahren auf die Fahnen geschrieben. Das GPM Kuratorium sichtet und begutachtet Jahr für Jahr eingereichte wissenschaftliche Arbeiten. Drei Arbeiten junger Wissenschaftler wählt das Kuratorium aus und prämiert sie mit dem „Deutschen Studienpreis Projektmanagement“. „Mit dem Preis zeichnen wir wissenschaftliche Arbeiten mit zukunftsweisenden Ideen oder originellen Lösungen zu Teilbereichen des Projektmanagements aus“, erklärte Prof. Hasso Reschke (Vorsitzender des GPM Kuratoriums) anlässlich der Preisverleihung 2009 in Berlin, „die prämierten Arbeiten leisten einen aktuellen Beitrag zur Weiterentwicklung der Disziplin und erhöhen den Wissensstand.“ Die Preisträger im Detail: Dr. Katharina Hölzle (Technische Universität Berlin) erhielt einen Preis für ihre Arbeit „Die Projektleiterlaufbahn - Organisatorische Voraussetzungen und Instrumente für die Motivation und Bindung von Projektleitern“. Sie griff damit ein in Fachkreisen bekanntes Problem auf: Projekte, Projektteams und die Rolle des Projektleiters werden bis heute noch allein als temporäre Organisationsform angesehen, die am Ende des Projekts aufgelöst wird. Dies führt zwangsläufig zu einer organisatorischen Unsicherheit für die Projektmitglieder. Sie wissen nicht, welche Rolle und Position ihnen ihr Unternehmen nach Projektabschluss zuweisen wird. So werten einige Projektleiter ihre Rolle nur als Sprungbrett für eine andere Position in der Organisation. In ihrer Arbeit stellt Dr. Katharina Hölzle ihr Modell für eine Projektleiterlaufbahn vor, mit der ein neues Verständnis für das Projektmanagement im Unternehmen geschaffen wird. Die Projektleiterlaufbahn motiviert, befähigt und unterstützt die Projektleiter und sorgt für die Umsetzung eines ganzheitlichen Projektmanagements in der gesamten Organisation. Die Wissenschaftlerin verknüpft bekannte theoretische Ansätze zu Anreizsystemen und Laufbahnmodellen und entwickelt daraus Eckpfeiler für die Gestaltung einer Projektleiterlaufbahn. Dr. Elisabeth Krön (Bauhaus-Universität Weimar) wurde für ihre Arbeit „Ressource Wissen im Bauprojekt - Ein Wissensmanagement-Prozessmodell für Bauplanungs- und Beratungsleistungen in kleinen und mittleren Unternehmen“ ausgezeichnet. Der Hintergrund: Architekten und Bauingenieure in Planung, Management und Beratung von Bauprojekten müssen intensiv mit Wissen umgehen. Bis heute aber fehlen angepasste Wissensmanagementinstrumente, die auch das Umfeld, also die häufig kleinen und mittleren Unternehmensstrukturen, berücksichtigen. Dr. Elisabeth Krön legt ein als „Baukastensystem“ konzipiertes Bauwissensmanagement-Prozessmodell vor. Es bezieht den Projektcharakter, den meist hohen Anteil impliziten Wissens sowie die erforderliche Flexibilität und Skalierbarkeit ein und wurde auf der Basis theoretischer Analysen und qualitativer Befragungen entwickelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einfach zu handhabenden und skalierbaren Bausteinen zur Prozessunterstützung für Projekt- und Unternehmensprozesse. Cand. Wirtsch.-Inf. Kai Wilhelm (Technische Universität Darmstadt) erhielt für seine Arbeit „Best Practices der aufbauorganisatorischen Gestaltung von Organisationseinheiten des Projektmanagements“ einen Preis. Kai Wilhelm befasst sich im Schwerpunkt mit Multiprojektmanagement, seine Arbeit umfasst ein Benchmarking der aufbauorganisatorischen Gestaltungen von Organisationseinheiten im Projektmanagement. Die Organisationseinheiten werden analysiert hinsichtlich ihrer Aufgaben, ihrer Kompetenzen und Verantwortungen sowie in Bezug auf ihre Positionierung innerhalb einer Projektorganisation, ihre Besetzung von Personen aus der Linienorganisation und ihren inneren Aufbau. Ergänzend wird der allgemeine Formalisierungs- und Standardisierungsgrad der Gestaltungen erforscht. Der Fokus richtet sich dabei auf die Organisationseinheiten des Multiprojektmanagements und auf solche, deren aufbauorganisatorische Analyse einen hohen Erfolg verspricht, beispielsweise die Projektleitung, den Auftraggeber und den Lenkungsausschuss eines Projekts. Junge Wissenschaftler mit Studienpreis ausgezeichnet Studienpreisverleihung in Berlin (v. l. n. r.): Kai Wilhelm (Technische Universität Darmstadt), Prof. Hasso Reschke (Vorsitzender des GPM Kuratoriums), Dr. Elisabeth Krön (Bauhaus-Universität Weimar) sowie Dr. Katharina Hölzle (Technische Universität Berlin). Foto: Oliver Steeger Heinz Sc REPORT 22 l projekt MA N A G E M E N T aktuell 1/ 2010 der GPM nach ihrer Gründung, an die Hoffnungen und Erwartungen der Väter der GPM. Vieles, was Projektmanagern heute selbstverständlich ist, habe die GPM mit Mühe und langem Atem durchsetzen müssen. Haben sich die Hoffnungen der Gründer erfüllt? Prof. Hasso Reschke zitierte einen Satz von Roland Gutsch, dem ersten Vorstandsvorsitzenden: „Die Saat, die wir ausgebracht haben, ist aufgegangen.“ Zum 30-jährigen Jubiläum der GPM wurde diese Einschätzung eindrucksvoll bestätigt. ■ läum. Mit einem eigens produzierten und auf dem Forum uraufgeführten GPM Film gedachte sie der Anfänge des Verbands und der darauffolgenden rasanten Entwicklung. Anschließend eine kurze, präg nante Podiumsdiskussion: Vorstandsvorsitzender Andreas Frick zog Bilanz und berichtete über den gegenwärtigen Stand des Projektmanagements und der GPM. Aarti-Mona Sörensen (YoungCrew) sprach über die Zukunftserwartungen der jungen Projektmanagergeneration. Prof. Hasso Reschke erinnerte an den schwierigen Aufbruch 14 PM_1-2010_1-60: Inhalt 29.01.2010 9: 47 Uhr Seite 14