eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 22/5

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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2941-0878
2941-0886
UVK Verlag Tübingen
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2011
225 Gesellschaft für Projektmanagement

„Projekt-Sternstunden - strahlende Erfolge durch Kompetenz“

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2011
Heinz Schelle
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2 l projekt MA N A G E M E N T aktuell 5/ 2011 2 EDITORIAL „Projekt-Sternstunden - strahlende Erfolge durch Kompetenz“ U nter diesem Leitsatz stand das diesjährige PM Forum unserer Gesellschaft in Nürnberg, das mit nahezu 850 Teilnehmern einen neuen Besucherrekord erreichte. Oliver Steeger berichtet über die Höhepunkte dieser Veranstaltung, vor allem über die prominenten Keynote Speaker, die Gewinner des Studienpreises und über die Verleihung des „Deutschen Project Excellence Awards 2011“. Geehrt wurde zudem GPM Vorstand Dr. Thor Möller. Ihm hat die IPMA den international renommierten Otto Zieglmeier Award für seine maßgeblichen Beiträge zur weltweiten Verbreitung von Project Excellence verliehen. Dem Forum vorausgegangen war eine Spezialtagung, in der mehr als 200 Fachleute über das derzeit überaus aktuelle Thema „Project Management Office“ diskutierten. Neben den Fachreferaten standen intensiver Erfahrungsaustausch und persönliches „Networking“ auf dem Programm. Auch dies eine Sternstunde in der Geschichte der GPM. Die Federführung dieser Veranstaltung lag bei der PMO-Fachgruppe der GPM unter Leitung von Dr. Wolfram von Schneyder. In dieser Nummer greifen wir nochmals das Thema „Projektmanagement im Mittelstand“ auf. Uwe Braehmer, Professor an einer Fachhochschule, Verfasser eines sehr guten Buches über Projektmanagement (vgl. dazu die Rezension in Ausgabe 2/ 2011 unserer Zeitschrift) und Unternehmer, wendet sich im Interview mit Oliver Steeger („PM Basic“ - eine Lösung für den Mittelstand? ) gegen Pauschalurteile, was die Verbreitung von systematischem Projektmanagement bei mittelständischen Unternehmen betrifft, kritisiert aber auch, dass „auf viele mittelständische Geschäftsführer … Projektmanagement zu akademisch und zu groß dimensioniert (wirkt)“. Er stellt die These auf, dass ein System, das bedarfsgerecht gestaltet ist, eine größere Akzeptanz finden würde. Stefan Grösser von der Universität St. Gallen (Projekte scheitern wegen dynamischer Komplexität. Qualitative Feedbackmodellierung zur Komplexitätsbewältigung) erläutert den Begriff der dynamischen Komplexität, die durch Verzögerungen, Rückkoppelungsbeziehungen, Akkumulationen und Nichtlinearitäten in Projekten erzeugt wird. Sie ist - so der Autor - die tiefere Ursache für Probleme, etwa beim Personaleinsatz. Er zeigt an Beispielen, dass „der größte Hebel zu Projektverbesserungen“ im Management dieser Art von Komplexität liegt und dass durch ihre Bewältigung Planung und Realisierung von Vorhaben robuster gestaltet werden können. Luisa Nassauer und Markus Reiners bieten eine erfreulich kritische Analyse (Reformen im Berliner Bildungssektor. Handlungspfade und Restriktionen im Projektmanagement) aus einem Bereich, in dem Projektmanagement, zumindest gemessen an den allgemein zugänglichen Publikationen, leider bisher kaum eine Rolle spielt. Sie zeichnen kein geschöntes Bild der Realität, sondern untersuchen eingehend die Schwächen bei der Implementierung der „Berliner Schulstrukturreform“ zum Schuljahr 2010/ 2011. Die Autoren betrachten insbesondere das begleitende Projektmanagement und im Speziellen den Umgang mit den Stakeholdern und die verwaltungsinterne Beratung. Ihre pessimistische Prognose lautet, dass „eine durchgängig erfolgreiche Umsetzung … in der Kürze der Zeit eher zweifelhaft erscheint“. Fazit: Nicht unbedingt eine Sternstunde des Projektmanagements. Verena Korn (Rollenklärung und Entwicklung für Projektleiter und Teams. Wie echte Veränderungen entstehen) erläutert ein Instrument, das Projektleiter und Teamentwickler bei der Rollenklärung, Teambildung und Konfliktlösung unterstützt. Es basiert auf dem Konzept der logischen Ebenen und wurde von Robert Dilts im Rahmen der Theorie der Neurolinguistischen Programmierung (NLP) entwickelt. Stefan Lamprecht stellt uns in der Softwarerubrik das Programm Onepoint Project Professional vor, das in Versionen für Windows, den Mac und Linux gleichermaßen angeboten wird. Seine Bewertung: ❑ einfache, preisgünstige PM-Software, ❑ unabhängig vom verwendeten Betriebssystem verwendbar, ❑ Browser-Optik, Datenmodell anpassbar. Zum Schluss möchte ich Sie auf drei Buchbesprechungen aufmerksam machen, die etwas länger als gewöhnlich geraten sind. Der Grund: Ich halte die rezensierten Werke für Meilensteine in der Geschichte unserer Disziplin. Sie zeigen uns, dass die Entwicklung noch lange nicht am Ende ist. Oliver St PM_5-2011_1-60: Inhalt 08.11.2011 7: 50 Uhr Seite 2