eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 23/1

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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UVK Verlag Tübingen
11
2012
231 Gesellschaft für Projektmanagement

IPMA ehrt Dr. Thor Möller für Verdienste um „Project Excellence“

11
2012
Oliver Steeger
Entwickelt wurde der „Project Excellence Award“ in Deutschland. 1996 suchte die GPM das beste deutsche Projektteam und verlieh ihm einen Preis. Dieser Wettbewerb im Projektmanagement machte global Schule: Längst gibt es eine „Weltmeisterschaft“ im Projektmanagement. Zudem haben viele Länder einen eigenen Award für Spitzenprojektteams auf Basis des deutschen Modells. Diese Wurzeln des Wettbewerbs hält die weltweite PM-Community in hohen Ehren. Sie hat mit dem „Otto-Zieglmeier-Award“ dafür eigens einen Preis ins Leben gerufen. Diese Auszeichnung ist für Persönlichkeiten bestimmt, die sich international um den „Project Excellence-Ansatz“ besonders verdient gemacht haben. Benannt ist der Preis nach Otto Zieglmeier, dem 2008 verstorbenen „Vater“ des internationalen „IPMA International Project Excellence Award“. Nun wurde erstmals ein Deutscher mit dem „Otto-ZieglmeierAward“ gewürdigt. GPM Vorstand Dr. Thor Möller erhielt den Preis auf dem IPMA-Jahreskongress in Australien.
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projekt MA N A G E M E N T aktuell 1/ 2012 l 25 Unter der Awardtrophäe, die die IPMA International Project Management Association jährlich an das weltbeste Projektteam vergibt, müsste eigentlich „made in Germany“ eingraviert sein. Der „Project Excellence Award“ wurde in Deutschland erfunden. Thor Möller: Kein Zweifel! 1996 hat die GPM den „Deutschen Projektmanagement Award“ auf Basis des Project Excellence-Modells entwickelt. 1997 hat sie den Preis erstmals ausgelobt. Heute, fast fünfzehn Jahre später, ist er eine anerkannte Institution im globalen Projektmanagement. Also mit deutschen Wurzeln international beheimatet …? 2002 wurde erstmals der „IPMA International Project Management Award“ verliehen. Und in diesem Jahr überreicht die IPMA zum zehnten Mal die Trophäe an das weltweit beste Projektteam. Der Wettbewerb hat sich zu einem Gemeinschaftsprojekt von Fachleuten aus vielen Nationen entwickelt. Die GPM hat den Anstoß gegeben und die ersten Schritte stark unterstützt - darin liegt mit Sicherheit ein Verdienst. Diese Erfolgsgeschichte ist nicht nur mit der GPM eng verbunden, sondern insbesondere auch mit dem Namen von Otto Zieglmeier. Er hat als PM-Experte, GPM-Vorstand und IPMA Vice-President den Project Excellence- Gedanken sowie den internationalen Award international vorangebracht. Ja! Und ihm ist es auch zu verdanken, dass heute viele IPMA-Mitgliedsländer eigene, nationale Preise für Spitzenprojektmanagement ausloben. Viele GPM Mitglieder wissen: Otto Zieglmeier ist früh, im Jahr 2008, verstorben. Der Weltverband IPMA würdigt seine Verdienste unter anderem mit einem IPMA ehrt Dr. Thor Möller für Verdienste um „Project Excellence“ „Otto-Zieglmeier-Award“ erstmals für deutschen PM-Fachmann Entwickelt wurde der „Project Excellence Award“ in Deutschland. 1996 suchte die GPM das beste deutsche Projektteam und verlieh ihm einen Preis. Dieser Wettbewerb im Projektmanagement machte global Schule: Längst gibt es eine „Weltmeisterschaft“ im Projektmanagement. Zudem haben viele Länder einen eigenen Award für Spitzenprojektteams auf Basis des deutschen Modells. Diese Wurzeln des Wettbewerbs hält die weltweite PM-Community in hohen Ehren. Sie hat mit dem „Otto-Zieglmeier-Award“ dafür eigens einen Preis ins Leben gerufen. Diese Auszeichnung ist für Persönlichkeiten bestimmt, die sich international um den „Project Excellence-Ansatz“ besonders verdient gemacht haben. Benannt ist der Preis nach Otto Zieglmeier, dem 2008 verstorbenen „Vater“ des internationalen „IPMA International Project Excellence Award“. Nun wurde erstmals ein Deutscher mit dem „Otto-Zieglmeier- Award“ gewürdigt. GPM Vorstand Dr. Thor Möller erhielt den Preis auf dem IPMA-Jahreskongress in Australien. Oliver Steeger Award, der Persönlichkeiten verliehen wird, die sich ihrerseits um den Award und Project Excellence verdient gemacht haben - die quasi im Sinne von Otto Zieglmeier gehandelt und sein Erbe weitergeführt haben. Bislang ging der Award an PM-Fachleute nach Italien, England und Schweden … Richtig! Auf dem IPMA-Weltkongress 2008 in Rom wurde Roberto Mori geehrt, auf dem Kongress 2009 in Helsinki Erik Mansson, in Istanbul 2010 Mary McKinlay. Dr. Thor Möller ist seit 1995 aktives Mitglied der GPM und seit 2004 im Vorstand tätig. Durch Studium und Promotion am Institut für Projektmanagement und Innovation (IPMI) ist das Berufsleben des Familienunternehmers in dritter Generation nachhaltig durch Projektmanagement geprägt. Foto: privat PM_1-2012_1-60: Inhalt 30.01.2012 16: 04 Uhr Seite 25 Steffen S Im vergangenen Jahr bekamen Sie in Brisbane als erster Deutscher diesen Preis. Die Begründung der Jury: Sie haben sich für den „Project Excellence Award“ fünfzehn Jahre lang engagiert. Welche Verdienste sind genau gemeint? Ich war unter anderem Trainer, Jurymitglied und Juryvorsitzender sowie Mitglied des IPMA Award Management Boards. Zudem habe ich viele Länder unterstützt, einen nationalen Project Excellence Award einzuführen - unter anderem Portugal, Lettland, Rumänien und den Iran. Mit Ihrer Tätigkeit sind einige Meilensteine beim Project Excellence Award verbunden. Wir haben das Modell, nach dem die Bewerberprojekte bewertet werden, verändert und angepasst. Wir haben die Ausbildung von Assessoren neu gestaltet, eine Best Practise-Datenbank entwickelt und den sogenannten „Way to Project Excellence“ abgesteckt. Der „Way to Project Excellence“? Was darf ich mir darunter vorstellen? Der Begriff zielt auf die umfassende Anwendung von Project Excellence. Jedes Unternehmen kann diesen Weg einschlagen, damit sein Projektmanagement optimieren und auf ein sehr hohes Niveau bringen - unabhängig vom aktuellen Reifegrad des Projektmanagements. Also eine Art Trainingsplan oder „Schnellkur“, das Projektmanagement nachhaltig zu verbessern? Langsam! Exzellentes Projektmanagement kann nicht im Handumdrehen entstehen … … einverstanden, es muss sich stetig entwickeln … Richtig! Project Excellence liegt ein Bewertungsmodell zugrunde, nach dem die Güte des Projektmanagements geprüft wird. Nach diesem Raster können Unternehmen ihre Projekte verbessern. Die Modelle geben recht deutlich vor, was unter exzellentem Projektmanagement zu verstehen ist und in welche Richtung Verbesserungen zielen müssen. Das Modell ist also … … ein Leitfaden? Besser gesagt: ein ganzes Vorgehensmodell - und in diesem Sinne deutlich mehr als „nur“ ein Bewertungsmodell. Unternehmen können nach diesem Modell auch interne Best Practise-Datenbanken anlegen. Stichwort „Wissensmanagement“? Jeder weiß, wie stark Projekte vom Know-how- Transfer profitieren. Solche Datenbanken können extrem hilfreich sein. Man darf ja nicht vergessen: Der „Project Excellence Award“ wurde auch entwickelt, um die Best Practices von Spitzenprojekten zu identifizieren und damit Wissen für die Community zu erarbeiten. Dieser Know-how-Transfer vom Spitzenprojektmanagement in die Community hinein war ein wichtiges Anliegen von Otto Zieglmeier! Man kritisiert häufig, dass der Wettbewerb sehr viel Aufwand kostet. Bewerberteams entwickeln ausführliche Bewerbungsunterlagen, Assessoren sichten und bewerten diese Unterlagen, vielversprechende Teams werden vor Ort besucht. Es wird viel investiert … … und alle haben auch etwas davon. Sie investieren Zeit - aber bekommen dafür viel Nutzen. Viel Nutzen - welchen Nutzen genau? Bewerber erhalten ein umfangreiches Experten-Feedback zu ihren Stärken und Verbesserungspotenzialen. Assessoren lernen Projekte und Kollegen kennen, die Projektmanagement auf Spitzenniveau anwenden - und vieles mehr. Dies alles läuft auf eine umfassende Winwin-Situation für jeden Beteiligten hinaus. So gesehen ist die persönliche, zuallermeist ehrenamtliche Investition der Beteiligten relativ gering im Verhältnis zum Nutzen. Auch hier sage ich: Diesen Vorteil hat Otto Zieglmeier sehr, sehr früh erkannt. Er wusste, dass darin der Hauptnutzen des Awards lag. Also nicht so sehr im Marketing? Der Award macht Spitzenleistungen im Projektmanagement weit über die PM-Community hinaus bekannt. Dies ist gut und richtig. Es ist auch sehr wichtig, um das Projektmanagement insgesamt in Wirtschaft und Gesellschaft voranzubringen. Wir können an Beispielen zeigen, wie groß der Gewinn durch professionelles Projektmanagement ist. Aber: Dies alles ist nicht der Hauptnutzen des Awards. Sie haben beruflich Herrn Zieglmeier sehr nahegestanden. Er galt als Ihr Mentor, als Ihr beruflicher Ziehvater. Richtig! Erst eine Weile nach seinem Tod erfuhr ich von Roberto Mori, dem heutigen Präsidenten der IPMA, dass Otto Zieglmeier mich immer wie einen eigenen Sohn angesehen hat. Wir haben intensiv zusammengearbeitet. Beispielsweise war ich über mehrere Jahre als sein Vorstandsreferent für die GPM und IPMA tätig. 2004 wurde ich in den Vorstand der GPM gewählt und saß quasi an seiner Seite … … er war zu dieser Zeit selbst GPM Vorstand … … und hat mir damals direkt „sein“ Ressort Awards übergeben. In den nachfolgenden Jahren haben wir viele Entwicklungen rund um den Award gemeinsam initiiert und mit den Beteiligten umgesetzt, beispielsweise den Award in vielen Ländern eingeführt. Die Zusammenarbeit war in hohem Maße freundschaftlich und sehr vertrauensvoll. Sein Tod war ein schwerer Schlag für mich. Nochmals zu den Erfolgen des „IPMA International Project Excellence Award“. Gewissermaßen hat sich der Schwerpunkt des Geschehens für einige Zeit verlagert, weg von Europa, hin zu asiatischen Ländern. Es schien, dass Spitzenprojektmanagement vor allem eine fernöstliche Domäne geworden sei. In der Tat gab es eine gewisse Zeit lang viele Bewerbungen aus China. Darunter fanden sich hervorragende Projekte. Die Entwicklung wurde dadurch gekrönt, dass das chinesische Projekt „Erste bemannte Raumfahrt der Chinesen“ unlängst als Gewinner aus dem Wettbewerb hervorging. Doch wenn Sie in die Liste von Gewinnern, Preisträgern und Finalisten schauen, werden Sie auch immer wieder „Siemens“ finden - einen internationalen Konzern mit deutschen Wurzeln. ■ 22 l projekt MA N A G E M E N T aktuell 1/ 2012 26 REPORT PM_1-2012_1-60: Inhalt 30.01.2012 16: 04 Uhr Seite 26