eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 23/4

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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UVK Verlag Tübingen
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2012
234 Gesellschaft für Projektmanagement

SPM intern

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projekt MA N A G E M E N T aktuell 4/ 2012 l 69 SPM INTERN Kontakt ❙ spm-Geschäftsstelle, Flughofstraße 50, CH-8152 Glattbrugg, Tel.: ++41/ 44/ 8 09 11 70, E-Mail: spm@spm.ch ❙ Was muss ein Projektmanager beherrschen? Den Umgang mit Macht? Verhandlungstechnik? Schlagfertigkeit? Gelassenheit? Emotionale Intelligenz? Networking? Lobbying? Die Antwort ist: Alles - und zwar im Multitasking! Am 20.3.2012 fand zu diesem Thema die jährliche Frühjahrstagung der spm in Zusammenarbeit mit der BWI Management Weiterbildung statt. Sie führte rund 200 Teilnehmende in den Technopark Zürich. Nicht Methodik und Technik standen diesmal im Mittelpunkt, sondern die Leute, die Projekte managen. Neun Referentinnen und Referenten beleuchteten in ihren Vorträgen, welche Fertigkeiten ein erfolgreicher Projektmanager in seinen persönlichen Rucksack packen sollte. Die Tagungsteilnehmer nutzten außerdem rege die Gelegenheit, nachmittags in kleinen Gruppen mit den Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Mit ihrem Referat „Soft Factors im Kontext“ eröffneten Frau Dr. Beate Kuhnt und Herr Dr. Andreas Huber die Tagung. „Nebst Inhalt und Management benötigen wir eine dritte Komponente, die soziale Projektführung“, betonten die Referenten. Sie zogen Parallelen zu Berufsbildern, worin der Projektmanager als Gärtner die Rahmenbedingungen gestaltet, sich als Moderator in kommunikativen Räumen bewegt und als Außenminister Beziehungen mit anspruchsvollen Beteiligten pflegt. Ähnlich wie Pinocchio geht es vielen Projektmanagern, die, gesteuert von unterschiedlichen Prägungen, Projekte abwickeln. Diesen Vergleich zog Herr Gennaro Quagliarelli in seinem Beitrag „Projekterfolg: Die Folge menschlicher Prägungen“. In der Projektarbeit haben Prägungen einen wesentlichen Einfluss auf Erfolg und Misserfolg. Sich dieser Prägungen bewusst zu werden, ist eine Voraussetzung für Veränderung und Entwicklung. Im Beitrag „Verhandeln - Erfolgsfaktor im Projektmanagement“ zeigte Herr Jochen Luksch auf, dass offenes Verhandeln Akteure verbindet. Er stellte das Harvard ® -Konzept vor - eine bewährte Strategie, um besser, effizienter und erfolgreicher zu verhandeln. Die wesentlichen Elemente des Harvard ® -Konzepts sind: die Beziehung, unterschiedliche Wahrnehmungen, gemeinsame Interessen und gemeinsam entwickelte zusätzliche Optionen. „Wie gebe ich wirkungsvoll Feedback - konstruktives Feedback für Projektmanager? “ Frau Dr. Ingrid Giel beantwortete diese Frage, indem sie konstruktives Feedback und Respekt auf einen Nenner brachte. Dabei spielt jeder einzelne Buchstabe des Wortes Respekt eine gewichtige Rolle: R steht für Resultat, E für Einzelheiten, S für Sorgen ausdrücken, P für persönlich, E für Erkunden der anderen Meinung, K für Kommunikation und T für das richtige Timing. Herausforderungen sind heute: Die Flut von Informationen der verschiedenen Anspruchsgruppen erfassen und den Transfer von Wissen und Erfahrung im Team sicherstellen. Frau Ruth Wenger zeigte in ihrem Beitrag „Die eigenen Gehirnressourcen besser nutzen“, wie wir mit alphaSkills ® unsere Gehirnressourcen aktivieren und besser nutzen können - für das Lesen, das Zuhören, die Optimierung der Zeitqualität und die Regeneration. Ein Auftritt vor Publikum ist immer wieder eine Herausforderung. Frau Dorothee Roth faszinierte mit ihrem Beitrag „Der hat es gut, der gut reden kann“ und zeigte auf, wie wir souverän auftreten, glaubwürdig und authentisch wirken und die Botschaft erfolgreich zu den anderen hinüberbringen können. „Bleiben Sie emotional“, mahnte Herr Axel Müllender. Der aktive Umgang mit Emotionen eröffnet Möglichkeiten, den Arbeitsalltag noch erfolgreicher und lebendiger zu gestalten. Axel Müllender beleuchtete drei Handlungsebenen: Emotionen wahrnehmen, eigene Emotionen kontrollieren und mit Emotionen vor der Situation, in der Situation und nach der Situation konstruktiv umgehen. „Hinter der Schlagfertigkeit gibt es Regeln, wie bei der Grammatik. Sie ist lernbar! “, behauptete Herr Mattias Pöhm und lieferte gleich den Beweis. In seinem Schlussreferat fertigte er Pauschalvorwürfe, Etiketten und Ungerechtigkeiten mithilfe von drei Bausteinen ab. Glasklar richtigstellen, statt sich zu rechtfertigen. Ins Schwarze getroffen hat Herr Markus Gabriel, Illusionist. Er versetzte uns mit seinen kunstvollen Sinnestäuschungen „Machen Sie sich Illusionen! “ und „Pimp up your brain“ ins Staunen und verlieh der Veranstaltung ein humorvolles und lockeres Ambiente. Die Veranstaltung wurde von drei Hauptsponsoren unterstützt: STS Sauter Training & Simulation SA, TenStep Central Europe GmbH und vzpm - Verein zur Zertifizierung von Personen im Management. 13 weitere Produktanbieter, die in der Halle des Technoparks ihre Dienstleistungen präsentierten, gaben der Frühjahrstagung zusätzliche Inhalte. Die Veranstaltung war ein gelungener Auftakt ins Projektmanagementjahr 2012. Sicherlich reicht ein Tag bei Weitem nicht aus, die angesprochenen Themen umfassend zu behandeln - schließlich arbeiten wir auch unser Leben lang daran. Für mich war der Anlass ein höchst interessanter Querschnitt mit vielen Anreizen zum Umsetzen und Nachahmen. spm Frühjahrstagung: Die neuen Kompetenzen für Projektmanager Applaus der zahlreichen Teilnehmenden Foto: spm Im Namen der spm und der BWI Management Weiterbildung danken wir allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement. Den Referentinnen und Referenten danken wir für ihre hervorragenden Beiträge und den Hauptsponsoren und Sponsoren für ihre Unterstützung. Wir freuen uns auf die Frühjahrstagung 2013, die ausnahmsweise im Mai stattfinden wird. Beat Dietziker, spm Vorstand Andrea Danti, 2012; www.shutterstock.de PM_4-2012_1-72: Inhalt 22.08.2012 14: 04 Uhr Seite 69