eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 24/2

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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2941-0878
2941-0886
UVK Verlag Tübingen
31
2013
242 Gesellschaft für Projektmanagement

Praxis- und Lernhilfe für ICB 3.0 auf Englisch

31
2013
Thor Möller
Hermarij, John: Better Practices of Project Management – Based on IPMA competences. 3. überarbeitete Auflage, Van Haren Publishing, Zaltbommel, NL, 2013, 660 S., ISBN 978-90-8753-717-3, EUR 69,95
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22 l projekt MA N A G E M E N T aktuell 2/ 2013 48 WISSEN Das Buch von Reuter befasst sich nicht mit Techniken des Projektmanagements, sondern, wie im Titel angekündigt, ausschließlich mit der Rolle des Menschen in Projekten. Die Kapitel lauten ❑ Normen und Zertifizierungen (ICB 3.0, PMBoK Fourth Edition und PRINCE2), ❑ Stakeholdermanagement oder der Gleichklang mit dem Projektumfeld, ❑ Projektstart - Projektende, ❑ Teamplay richtig gestalten, ❑ Führen und Leiten von Projekten, ❑ Motivieren, ❑ Kommunikationssituationen im Projekt, ❑ Konflikte und Krisen, ❑ Steuern, ❑ Projektmanagement lernen sowie ❑ Projektmanagement und Kultur. Im ersten Kapitel untersucht der Verfasser, inwieweit die oben genannten Standards Anforderungsprofile für das Projektpersonal liefern können. Seinem Fazit kann man sich anschließen: „Die Zertifizierungsstufen … sind noch keine fertigen Anforderungsprofile - sie wollen es auch nicht sein. Und die Zertifizierungsverfahren ersetzen nicht die eignungsdiagnostischen Untersuchungen im Rahmen der Personalauswahl.“ Die Frage stellt sich freilich, warum dann gerade die Eignungsdiagnostik so eine geringe Rolle in unserer Disziplin spielt. Auch in den weiteren Kapiteln stellt der Verfasser immer wieder den Bezug zur ICB 3.0, zum PMBoK und zu PRINCE2 her. Dabei hätte ich mir manchmal ein wenig mehr Respektlosigkeit vor den „Heiligen Schriften“ des Projektmanagements gewünscht. Im Kapitel „Stakeholdermanagement“ kann man interessante, durchaus originelle und hilfreiche Ausführungen zur Kommunikation mit den Projektinteressenten und zum Projektmarketing, einem in der Literatur häufig vernachlässigten Thema, lesen. Auch das Kapitel „Projektstart - Projektende“ enthält sehr viele praktikable Vorschläge. Eine eingehendere Betrachtung der Identifizierung und Bewertung von Projektrisiken, die unterblieben ist, wäre freilich aus der Sicht der Organisationspsychologie sehr fruchtbar gewesen, wie andere Autoren gezeigt haben. In „Teamplay richtig gestalten“ (Kap. 4) hätte ich mir etwas mehr Rückgriff auf die zahlreich vorhandene Literatur gewünscht, die sich mit Faktoren erfolgreicher Teamarbeit befasst (vgl. dazu etwa den zusammenfassenden Artikel von Rafaela Kraus in projektMANAGE- MENT aktuell , Heft 5/ 2008). Auch hat mich ein wenig überrascht, wie sehr Reuter Phasenmodellen wie dem von Tuckman vertraut, handelt es sich doch lediglich um idealtypische Modelle. In „Führen und Leiten“ (Kap. 5) wagt sich der Verfasser auf stark vermintes Territorium. Es gibt wohl kaum ein Gebiet, auf dem die Theorienvielfalt so verwirrend ist. Wer etwa das mehrere Kilo schwere Handwörterbuch der Führung in der Hand gehabt hat und es irgendwann einmal resigniert zur Seite legt, wird zu schätzen wissen, dass sich jemand des Themas der Leistungserstellung mit Projektcharakter annimmt. Das gilt auch für die nächsten Kapitel „Motivieren“ und „Kommunikationssituationen in Projekten“ (Kapitel 6 und 7), die viel Wissenswertes enthalten. Im Kapitel 7 wird - auch das sehr verdienstvoll, da dies in der Lehrbuchliteratur höchst selten geschieht - auch auf „Verhandeln als spezielle Kommunikationssituation“ eingegangen. Sehr ausführlich mit vielen nützlichen Ratschlägen ist das Kapitel 8 „Konflikte und Krisen“ geraten. Das Phasenmodell der kooperativen Konfliktlösung wäre allerdings konkreter geworden, wenn man es an einem fiktiven Beispiel erläutert hätte. Besonders deutlich zeigt sich im Kapitel 9 („Steuerung“), wie fruchtbar die Anwendung der Psychologie sein kann. Hier liest man nicht Altbekanntes über Projektfortschrittsmessung und Abweichungsanalysen, wie man erwarten könnte, nein, der Autor spricht vor allem die Frage an, wie man Kritik äußern und mit ihr umgehen muss. Er gewinnt damit eine neue Sichtweise auf das Thema. Ebenfalls originell mit vielen wertvollen Gedanken finde ich Kapitel 10 („Projektmanagement lernen“). Selten beackerte Themen wie Coaching, Supervision und organisationales Projektmanagementlernen werden aufgegriffen. Das Buch wird abgeschlossen durch einen Beitrag zu den Themen „Unternehmenskultur“ und „Projektkultur“, auch das Gebiete, zu denen bisher wenig geschrieben wurde. Die kritischen Bemerkungen des Rezensenten mögen nicht falsch verstanden werden. Die Publikation von Reuter ist sehr lesenswert, unter anderem auch wegen der zahlreichen eingestreuten Fallbeispiele, und erschließt auch dem Profi viele neue Gesichtspunkte. Sie gehört also zu den sehr erfreulichen Neuerscheinungen in unserer Disziplin. Noch eine Anregung zu einer möglichen zweiten Auflage, die dem Buch zu wünschen ist: Bitte etwas mehr weiterführende Literatur nennen. Vor allem Studierende werden dafür dankbar sein. Heinz Schelle ■ Buchbesprechung Psychologie im Projektmanagement Reuter, Mark: Psychologie im Projektmanagement. Eine Einführung für Projektmanager und Teams. Publicis Publishing, Erlangen 2011, 293 S., ISBN 978-3-89578-361-6, EUR 34,90 PM_2-2013_1-68: Inhalt 27.03.2013 14: 58 Uhr Seite 48 Buchbesprechung Praxis- und Lernhilfe für ICB 3.0 auf Englisch Hermarij, John: Better Practices of Project Management - Based on IPMA competences. 3. überarbeitete Auflage, Van Haren Publishing, Zaltbommel, NL, 2013, 660 S., ISBN 978-90-8753-717-3, EUR 69,95 Wenn wir als Deutsche nur für uns selbst Informationen benötigen, dann ist es sicher einfacher, ein deutschsprachiges Buch zu lesen. Anschließend kommen wir dann aber normalerweise in die Situation, dieses Wissen auch mit anderen zu teilen. Wir führen Projektteams, entwickeln und beraten Organisationen, trainieren Projektpersonal und vieles mehr. Immer häufiger sind unsere Ansprechpartner international und nicht deutschsprachig. Nun benötigen wir die englischsprachigen Begriffe sowie auch Texte, Bilder und Arbeitshilfen. Es ist ein besonderer Vorteil, wenn einem diese Informationen dann schon in einem englischsprachigen Buch vorliegen. John Hermarij aus den Niederlanden arbeitet seit den frühen 1980er-Jahren als Projektmanagementpraktiker. Seine jahrzehntelangen Erfahrungen, insbesondere im internationalen Kontext, sind von einem besonders hohen Wert. Zudem war er in den Niederlanden zehn Jahre lang IPMA-Assessor. Dies hat ihn auf die Idee gebracht, sein wertvolles Wissen in Form eines praktikablen Buches, strukturiert nach den international anerkannten Kompetenzelementen der ICB, zu publizieren. Die 46 Kapitel des Buches entsprechen genau den 46 Kompetenzelementen der ICB 3.0. Jedes Kapitel ist dabei in vier Hauptbereiche unterteilt: Definitions, Introduction, Process Steps und Special Topics. Insbesondere die Process Steps, aber auch die Special Topics beinhalten meistens noch einzelne Abschnitte mit detaillierten Informationen. Einleitende Zitate und viele kurze Beispiele runden jedes Kapitel ab. Für jedes Kompetenzelement stellt das Buch „Better Practices“ auch immer wieder interkulturelle Aspekte dar. Somit sind gerade international tätige Personen mit diesem Werk angesprochen. Jeder Manager eines internationalen Projektes weiß, wie bedeutend die interkulturellen Kompetenzen für den Projekterfolg sind und dass man auf diesem Feld praktisch nie auslernen kann. Das Buch richtet sich insgesamt an verschiedene Zielgruppen. Der Projektleiter kann hier gezielt Informationen zu seinen relevanten Fragestellungen und Herausforderungen für sein aktuelles Projekt finden. Organisationsentwickler, Berater und Trainer finden umfangreiche Materialien zur Unterstützung ihrer Arbeit bei der Organisations- und Personalentwicklung. Für den Lernenden bieten sich zu allen Kompetenzelementen wertvolle Inhalte zur Verinnerlichung des Wissens. Wissenschaftler und Studierende können ihre Forschungen mit praxisrelevanten Lösungen ergänzen. Es ist ein Buch, das man normalerweise nicht von Anfang bis Ende liest, sondern eher als Nachschlagewerk verwendet. Die Sprache ist ein sehr angenehm lesbares Englisch. Alles ist korrekt und sehr gut verständlich, eben auch für „Nicht-Natives“. Die 2013 aktuell publizierte 3. Auflage des Buches beinhaltet im Vergleich zur 2. Auflage von 2011 Optimierungen der textlichen Gestaltung zum einfacheren Verständnis sowie weitere Optimierungen zur Konsistenz der Terminologie. Dieses Buch ist aus meiner Sicht sehr empfehlenswert für jeden PM-Verantwortlichen und fortgeschrittenen Projektmanager, insbesondere im internationalen Kontext! Thor Möller ■ Projekt Sommer Level D GPM/ IPMA in Augsburg Schillstraße 150 · 86169 Augsburg Call: +49(0)821/ 815-6548 Fax: +49(0)821/ 815-1993 Mail: info@dynamis-web.com Web: www.dynamis-web.com Das Besondere: Mit einem minimalen Aufwand von 5 Arbeitstagen werden alle Inhalte zur Zertifizierung Level D besprochen. Die anderen Tage werden bequem von Zuhause aus via virtuellem Klassenzimme r besucht. Termine: 20.07.13 Kickoff/ Einführung 27.07.13 Pre-Seminar im virtuellen Klassenzimmer 05.-10.08.13 Präsenz-Seminar (So-Sa, Augsburg) 31.08.13 Post-Seminar im virtuellen Klassenzimmer 07.09.13 Prüfungsvorbereitung im virtuellen Klassenzimmer Zertifizierung: 14.09.13 Nürnberg Kosten: 3.900,00 € zzgl. Mwst. & Prüfungsgebühr 40 % virtuelles Lernen von daheim aus! 60 % reelle Präsenz im 5 Tage Workshop! Anzeige info@cqa.de www.cqa.de Fernlehr-Ausbildung AZAV + ZFU zugelassen QM-Prod. Dienstleister, Gesundheitswesen Beginn: jederzeit Corporate Quality Akademie QB,QM Anzeige PM_2-2013_1-68: Inhalt 27.03.2013 14: 58 Uhr Seite 49