eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 24/3

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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2941-0878
2941-0886
UVK Verlag Tübingen
51
2013
243 Gesellschaft für Projektmanagement

Kommunikation in Projekten

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2013
Heinz Schelle
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2 l projekt MA N A G E M E N T aktuell 3/ 2013 2 EDITORIAL Kommunikation in Projekten U nd wieder Flughafen Berlin-Schönefeld und Elbphilharmonie. Wir wollten es genau wissen und haben nochmals ausgewiesene Fachleute nach den Ursachen der Projektfehlschläge gefragt. Dr. Rainer Schofer (Wie Deutschlands Vorzeigeprojekte in der Änderungsflut ertranken), erfahrener Projektsteuerer, erster Vorsitzender des Deutschen Verbandes der Projektmanager in der Bau- und Immobilienwirtschaft e. V. (DVP), mehrere Jahre Mitglied des Kuratoriums und Ehrenmitglied der GPM sowie seit Kurzem in die Reformkommission „Großprojekte“ berufen, identifiziert im Interview mit Oliver Steeger u. a. die folgenden Gründe für das Scheitern: mangelhafte Zieldefinition, haarsträubendes Änderungsmanagement und dilettantische Risikoanalyse, alle drei Ursachen seit Langem in der Fachwelt bekannt als wichtige Misserfolgsfaktoren. Auch ein zweites Interview („Die Trennung von Planung und Bauausführung führt zu großen Schwierigkeiten“) mit Burkhard Schmidt, Geschäftsführer der Zech Group GmbH Bremen, vorher Mitglied des Vorstands der Züblin AG, beschäftigt sich mit großen Bauprojekten. Schmidt kritisiert die Trennung von Planung und Bauen, wie sie in Deutschland üblich ist, und macht sie zu einem großen Teil für die Katastrophen bei Großprojekten verantwortlich. Er fordert, Bauunternehmen frühzeitig in den Entwurfsprozess einzubinden und Partnering-Verträge zu schließen, um die Risiken zu verringern. Er räumt freilich auch ein, dass solche Verträge nur für einen begrenzten Kreis von Projekten sinnvoll sind. Seine wichtigste These: „Das Partnering hätte in Berlin die planerischen Probleme zumindest mildern und die zum Teil chaotischen Verhältnisse speziell bei der technischen Gebäudeausrüstung vermeiden können.“ Um Kommunikation, Konfliktprävention, Zielorientierung und Einbindung von Mitarbeitern in Projekten geht es im nächsten Beitrag von Ludger Brüning (Projektcoaching mit NLP). Der Autor, unter anderem Lehrtrainer für Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP), gibt auch für NLP-Laien Hilfestellung bei den genannten Aufgaben. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Ausführungen ist die Entwicklung von vernetztem Denken. Kommunikation, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, steht auch im Mittelpunkt der Ausführungen von Katja Nagel (Anspruch und Wirklichkeit der Projektkommunikation. Eine empirische Studie unter Projektmanagern). Ein wenig erfreuliches Ergebnis der Untersuchung: Aus der Sicht von 754 befragten Projektmanagern wird die Kommunikation in Projekten nicht professionell genug geplant und nicht systematisch genug durchgeführt. Die wesentlichen Gründe dafür sind ein Mangel an Ressourcen sowie fehlende Kompetenz und Erfahrung der Beteiligten. Im aktuellen Stichwort erläutert Reinhard Wagner (Was ist neu in der 5. Auflage des „Project Management Body of Knowledge (PMBoK ® Guide)“ des PMI? ) kritisch die Neuerungen der Fifth Edition und vergleicht sie mit der ISO 21500: 2012 Guidance on Project Management. Das Thema „Qualifizierung und Zertifizierung im Projektmanagement“ weitet sich immer mehr aus. Artur Strasser und Andreas Daum (Basiszertifizierung für Projektmanagement (GPM) an der Hochschule Hannover. Kooperation mit dem Competence Center für Projektmanagement (CCPM)) stellen ihr Kooperationsmodell dar. Es bietet den Studierenden vor allem den Vorteil, sich im Anschluss an die reguläre Vorlesung zertifizieren zu lassen. Das Konzept könnte Vorbild für andere Hochschulen werden. Im zweiten Beitrag unter der Rubrik Karriere steht Learning by Doing im Vordergrund. Am Beispiel des Bereichs Energy IT der Siemens AG demonstrieren Roland Seidl und Nicolaus von Gersdorff (Karrierechance Project Office. Lösungsansätze zum nachhaltigen Aufbau von PM-Nachwuchs), wie durch gezielte Förderung der Mitarbeiter das Project Office attraktive Karriereperspektiven für Projektmanager verschaffen kann. Auch unsere beiden Kolumnisten nehmen sich in unterhaltsamer Form das Thema „Kommunikation in Projekten“ vor. Jens Köhler mit Bemerkungen zur Bedeutung präziser Formulierungen, Jacqueline Irrgang mit einer Glosse über den Nutzen von Kennzahlen für die Steuerung großer Vorhaben. Mey Mark Meyer stellt mit Atlassian JIRA und Greenhopper (Agilität nicht nur für die IT) Software für Projekte vor, in denen bei der Planung stark iterativ vorgegangen wird. Unser Schwerpunktthema wird abgeschlossen durch eine kurze Pressemeldung über die neue VDI-Richtlinie 7001 „Kommunikation und Öffentlichkeitsbeteiligung bei Planung und Bau von Infrastrukturprojekten“ (siehe S. 41). Oliver St PM_3-2013_1-64: Inhalt 03.06.2013 6: 18 Uhr Seite 2