eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 25/2

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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2941-0878
2941-0886
UVK Verlag Tübingen
31
2014
252 Gesellschaft für Projektmanagement

Agil oder nicht agil, das ist hier die Frage

31
2014
Heinz Schelle
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projekt MA N A G E M E N T aktuell 2/ 2014 l 3 REPORT Frau Prof. Weßels, Sie legen Projektmanagern nahe, mehr zu netzwerken. Projektmanager sollen ihre Fähigkeit trainieren, Netzwerke zu bilden, zu pflegen und in Netzwerken zu arbeiten. Die Begründung: Ein sorgfältig aufgebautes und gepflegtes Netzwerk werde in Zukunft für den Projekterfolg immer wichtiger. Weshalb? Prof. Doris Weßels: Die Topmanager selbst bestätigen die Bedeutung von Netzwerken. Sie berichten über gravierende Veränderungen. Die breit angelegte CEO-Studie 2014 der IBM weist explizit auf Netzwerktrends hin: beispielsweise die Vergrößerung des Partnernetzwerks, die wachsende Bedeutung von Partnerschaften zur Wertgenerierung und - für mich besonders spannend - den Trend zur organisatorischen Offenheit. Was bedeutet dies für den Projektmanager? Solche Veränderungen wirken sich auf die Projektarbeit aus. Projekte verlaufen heute nicht mehr so gradlinig wie früher. Sie sind komplexer im Zusammenspiel der Akteure, des Wissens und der Ressourcen als vor zehn Jahren noch, deshalb sind sie schwieriger zu planen. Anfangs erarbeitete Projektpläne, selbst bei kleinen Vorhaben, sind schnell überholt, weil sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Früher baute man Projekte auf Fels, heute auf Treibsand? In gewissem Sinne, ja. Projekte lassen sich kaum noch kontrollieren. Es drängen zu viele Veränderungen auf die Vorhaben ein. In diesen buchstäblich unsicheren Zeiten brauchen Projektmanager ein stabiles Netzwerk. Langsam, bitte. Über Jahre wurde Projektmanagern erklärt, dass sorgfältige Planung Feuerwehr-Maßnah- Dynamik im Projektgeschäft „Vitamin B“ für PM - Erfolgsformel der Zukunft? Wie Business-Netzwerke die Projektarbeit verändern Wer in der GPM ist, vernetzt sich mit anderen Projektmanagern. Gut so! Denn Netzwerke werden im Projektmanagement immer wichtiger, wie Prof. Doris Weßels behauptet. „Sie bilden einen grundlegenden Erfolgsfaktor für das künftige Projektmanagement“, sagt die norddeutsche Fachfrau für Projekt- und Netzwerkmanagement. Der Grund: Projekte werden immer dynamischer und fachlich komplexer. Trotz sorgfältiger Planung werden Projektmanager von Problemen und Schwierigkeiten überrascht. Ohne Unterstützung aus ihren Netzwerken sind sie verraten und verkauft. Hinzu kommt: Besonders schwierige Projekte lassen sich ohnehin nur noch im Netzwerk bearbeiten. Im Interview berichtet Prof. Doris Weßels, wie Projektmanager ihre Netzwerke pflegen, wie Projekte in Netzwerken abgewickelt werden und wie Unternehmen sich auf das „Management by Networking“ einstellen. Oliver Steeger Doris Weßels ist Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Kiel. Sie studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Mathematik, Betriebswirtschaftslehre und Informatik und promovierte am Institut für Finanzwirtschaft und Investition der Universität Oldenburg. Danach war sie in verschiedenen Fach- und Führungspositionen im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Telekommunikation und bei Banken tätig. Zu ihren Schwerpunkten in Forschung und Lehre zählen Projekt-, Wissens-, Informations- und Innovationsmanagement. Prof. Doris Weßels ist Gründerin und Leiterin der GPM Regionalgruppe in Schleswig-Holstein. Sie ist Mitglied der GPM Forschungswerkstatt und berichtet im GPM BLOG über die Schnittstelle „Projektmanagement in Wissenschaft und Wirtschaft“. Foto: Katrin Mainka, http: / / your-image-online.de PM_2-2014_1-68: Inhalt 26.03.2014 11: 39 Uhr Seite 3