eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 25/3

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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2941-0878
2941-0886
UVK Verlag Tübingen
51
2014
253 Gesellschaft für Projektmanagement

Zukunft der Wissens- und Projektarbeit

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2014
Sibylle Peters
Weßels, D. (Hrsg): Zukunft der Wissens- und Projektarbeit. Neue Organisationsformen in vernetzten Welten. Symposion Publishing GmbH, Düsseldorf 2014, ISBN 978-3-86329-620-9, 289 S., EUR 49,-
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Projektarbeit und Wissensmanagement machen in Verbindung mit dem Begriff „Vernetzung“ das Ineinandergreifen in der Praxis möglich. Sie thematisieren deshalb aus der Praxisperspektive ihr Zusammenwirken, um Innovationen zu realisieren und zu entfalten. Leitgedanke der Beiträge des Buches ist das „Projektemachen“, das überall in Gesellschaft und Wirtschaft sowie in traditionellen wie auch virtuellen Institutionen stattfindet. Das Projektmanagement ist derzeit in einem Veränderungsprozess, das heißt, es wird nicht mehr nur als das klassische Projektmanagement der technischen Eingriffe gesehen. Derzeit wird es eher begriffen als Mittel zur Umsetzung von komplexen Strategien in Organisationen sowie als Chance, Veränderungen zu organisieren und über Praxiserfahrungen Transparenz in verschiedenen Vorgehen herzustellen, aber auch, Wissen zu erwerben und Akteure miteinander zu vernetzen. Komplexität(sbewältigung) zu entscheiden und Ressourcenhoheiten zu managen werden zentrale Themen. Die Beiträge im Band umspannen Artikel zu Rahmenbedingungen, Personenaspekten wie Ausbildung zum Projektleiter, Eigenverantwortung sowie Erwartungshaltungen verschiedener Interessengruppen und Stakeholder. Es sind relativ neue Aspekte, die alle das System Projektmanagement und Projektarbeit aus der Außen- und Innenperspektive betreffen. Sie werden zum Beispiel konkret aufgegriffen in Erwartungshaltungen der Generation Y, die bisherige Herangehensweisen der Bearbeitung von Projekten infrage stellt. Sie fragt zum Beispiel nicht nach Rahmenbedingungen für Arbeitszufriedenheit, wie hier in einer Untersuchung gezeigt wird (Renfer). Das war bisher ein Klassiker der Personalpolitik. Weitere Beiträge befassen sich mit Wissensarchitekturfragen, fluiden Organisationen und Projektnetzwerken und mit der Sicherstellung der Qualität des Wissens, um für die Produktivität des Wissens in Projektformen optimale Bedingungen zu entwickeln. Gemeinsam ist allen Aufsätzen die Hypothese, dass Projekt- und Wissensmanagement so miteinander verknüpft sind, dass Lösungen als Endergebnis von Projekten bei Start des Projektes nicht mehr detailliert und spezifisch bestimmbar und antizipierbar sind. Das ist die Stunde der Wissensarbeit, die in die Leistungserstellung mit Projektcharakter Einzug gehalten hat. Wissensmanagement, Umgang mit Wissensformen und Wissensarbeit in Projektnetzwerken sind neue Formen der Arbeitsorganisation. Begriffe wie Planen - Steuern - Kontrollieren werden abgelöst durch Prozessorientierung - Lernen - Gestalten in Ermöglichungsräumen und erfordern Bearbeitungen in mehrdimensionaler Differenzierung. Immer wiederkehrende Begriffe sind Selbst-Kontrolle, Selbst-Ökonomisierung, Selbst-Rationalisierung (Schelle). Fluide Organisationen verfügen über die Fähigkeit eines permanenten (internen) Wandels in bidirektionaler Interaktion mit dem Organisationsumfeld (Weßels), wobei Reziprozität, Kooperation und Dynamik Strukturelemente sind. Die Beiträge greifen Fragen zu Organisation sowie auch zum Veranstaltungsraum auf und werden eingebunden in Fragen der Vernetzung von Projektarbeit und Wissensmanagement. Ansprechend ist die Breite der Themenaspekte, die Vernetzung als moderne Arbeitsform mit sich bringt. Alles bewegt sich jenseits von klassischer Arbeitsteilung und von deduktiven Verfahren der Festlegung von Aufgabenformen. Out sind auch Glaubenssätze und Einstellungen zur Einhaltung von Arbeitsteilung und Erfordernisse zur Vertiefung und Spezialisierung. Neue Überzeugungen wie „Wer alleine arbeitet, addiert - wer intelligent kooperiert, multipliziert“ (Vanini/ Bochert) bestimmen die Szene. Allen Antworten liegt das Moment der Zusammenarbeit in kontinuierlicher, arbeitsteiliger, zielgerichteter und verbindlicher Form zugrunde. Das Buch bietet spannende Einsichten in aktuelle und zukünftige Entwicklungen von Wissens- und Projektarbeit und liefert nützliche Hinweise für individuelle und kooperative Verhaltensstrategien im Zeitalter vernetzter Welten. Beispiele sind das Gesundheitswesen, Netzwerk-Controlling und Projektfinanzierung in vernetzten Stakeholder-Strukturen. Aber auch das Thema „Exzellente Wissensorganisation durch funktionales Wissensmanagement“ (Jürgensen) fehlt nicht. Alle Beiträge sind Praxisberichte über die Erfahrungen auf dem Weg der entsprechenden Implementierungen bzw. Innovationsbefähigungen. Die Texte sind dazu jeweils sehr übersichtlich und angenehm geordnet und empfehlenswert zu lesen. Sibylle Peters ■ projekt MA N A G E M E N T aktuell 3/ 2014 l 49 Buchbesprechung Zukunft der Wissens- und Projektarbeit Weßels, D. (Hrsg): Zukunft der Wissens- und Projektarbeit. Neue Organisationsformen in vernetzten Welten. Symposion Publishing GmbH, Düsseldorf 2014, ISBN 978-3-86329-620-9, 289 S., EUR 49,- PM_3-2014_1-68: Inhalt 27.05.2014 13: 06 Uhr Seite 49