eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL 29/4

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
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UVK Verlag Tübingen
1001
2018
294 Gesellschaft für Projektmanagement

„Handlungs- und Projektorientierung im Zeitalter der Digitalisierung“

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2018
Sarah-Janina Khayati
Gemeinsam mit dem Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Berlin-Brandenburg und der Regionalen Fortbildung Berlin hat die GPM am 4. und 5. Juni 2018 die zweite bundesweite Fachtagung „Handlungs- und Projektorientierung im Zeitalter der Digitalisierung“ durchgeführt.
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34 POLITIK UND GESELLSCHAFT projektManagementaktuell | AUSGABE 4.2018 Die Kooperationspartner und Initiatoren der Fachtagung (v. l.): Bernd Jankofsky, Leiter Schul- und Personalentwicklung LISUM, Anne Hoffmeister, Operative Schulaufsicht berufliche und zentral verwaltete Schulen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin, GPM Präsident Prof. Helmut Klausing, GPM Bildungsreferentin Sarah Khayati, Fachgruppenleiter „Projektmanagement macht Schule“ Jürgen Uhlig-Schoenian, Gert Frenzel, Referent für Fortbildung, Berufliche Bildung, Schul- und Personalentwicklung; Foto: LISUM Prof. Klausing beim Veranstaltungsrundgang mit GPM Kooperationspartner Teach First Deutschland; Foto: LISUM GPM Fachtagung „Handlungs- und Projektorientierung im Zeitalter der Digitalisierung“ Autorin: Sarah-Janina Khayati Gemeinsam mit dem Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Berlin-Brandenburg und der Regionalen Fortbildung Berlin hat die GPM am 4. und 5. Juni 2018 die zweite bundesweite Fachtagung „Handlungs- und Projektorientierung im Zeitalter der Digitalisierung“ durchgeführt. Mit 200 Teilnehmenden aus allen Bereichen des Lernens und Lehrens fand in insgesamt 26 hochkarätigen Beiträgen von rund 30 Referenten ein hochgradig spannender und intensiver Austausch statt. Welches Potenzial hat eine stärkere Projektorientierung und -didaktik für die Gestaltung und die Bewältigung der Herausforderungen des digitalen Wandels in unserem Bildungssystem? Und damit einhergehend: Wie kann der digitale Wandel sowohl auf der Unterrichtsals auch auf der Schulebene partizipativ gestaltet werden? Diese Fragestellungen standen im Mittelpunkt der zweitägigen Tagung. Die umfangreiche Bandbreite des Programms bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, in insgesamt vier Sektionen und einem Open Space Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung im Bildungsbereich zu diskutieren. Kommunikation und Kooperation, Selbstorganisation und Handlungs- und Problemlösungsfähigkeit für den Umgang mit digitalen Medien fanden als zentrale Kompetenzbereiche immer wieder Eingang in die Debatte. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft der Brandenburger Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Britta Ernst, die in ihrem Grußwort die Konferenz als wichtigen Schritt im Umgang mit den Herausforderungen des digitalen Wandels im Bildungsbereich hervorhob und darauf einging, wie Grundlagenwissen über digitale Techniken durch Projektlernen aktiv befördert werden kann. Auch GPM Präsident Prof. Helmut Klausing stellte dieses Potenzial in den Vordergrund und machte in seiner Rede zur Eröffnung der Veranstaltung gleichzeitig deutlich: „Es geht nicht nur um Technik, sondern um eine digitale Transformation. Die damit einhergehenden Veränderungen betreffen das Zusammenleben und die Arbeitswelt unserer gesamten Gesellschaft.“ Prof. Bardo Herzig, Direktor des Zentrums für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Universität Paderborn und wissenschaftlicher Beirat des „Monitors Digitale Bildung“, widmete dem Projektlernen als zeitgemäßer Form des POLITIK UND GESELLSCHAFT 35 projektManagementaktuell | AUSGABE 4.2018 Austausch im Informationsbereich der Fachtagung; Foto: Christa Penserot, LISUM Referentin Marina Weisband stellte Teilnehmenden das digitale Projekt „Aula - Schule gemeinsam gestalten” vor. Foto: LISUM Lernens im digitalen Zeitalter seine Keynote. Er beschrieb, wie sehr sich Lernen durch die zunehmend umfassender werdende digitale Infrastruktur verändert und sich hieraus neue Erfahrungsformen und -möglichkeiten, neue Lernaktivitäten und schließlich Bildungsanforderungen ergeben, deren Komplexität vor allem durch projektorientierte Zugänge bewältigt werden könne. Jöran Muuß-Merholz, Bildungsexperte und Erziehungswissenschaftler mit Schwerpunkt digitale Bildung, griff das Thema ebenfalls auf und sprach über das Gestaltungspotenzial des „digitalen Klimawandels“ für Lehrende, ließ aber auch bestehende Zweifel gegenüber digitalen Technologien nicht unberücksichtigt. Muuß- Merholz zeichnete eine Entwicklung auf von der Verunsicherung angesichts eines drohenden Kontrollverlustes durch digitalisierungsbedingte Veränderungen hin zu einer Perspektive, die Emanzipation und Selbstbestimmung als Ergebnisse einer aktiven Öffnung und Gestaltung des Unterrichts mit digitalen Medien in den Vordergrund rückt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Gert Frenzel (LISUM) und Jürgen Uhlig-Schoenian, Leiter der GPM Fachgruppe Projektmanagement macht Schule (PMmS), dessen Einsatz auch einen maßgeblichen Beitrag dazu leistete, das vielfältige Programm der Fachtagung zusammenzustellen. Er und die weiteren anwesenden GPM Expertinnen und Experten betonten wiederholt das Potenzial von Projektlernen und die Weiterentwicklung der Projektdidaktik als wesentlichen Ansatz bei der Gestaltung des digitalen Wandels im Bildungsbereich. So gestaltete Georg Drunkemühle, Lehrer und Mitglied der Fachgruppe PMmS, mit zwei Schülerinnen einen Austausch zur Anwendung der Systematik Projektmanagement im Unterricht. Gemeinsam präsentierten sie das „Unterrichtsprojekt: Social Gaming im Hotel“, das im Rahmen einer Projektwoche an der Bremer Wilhelm Wagenfeld Schule entstanden war. Antje Leitert, ebenfalls Mitglied der Fachgruppe und seit 2011 Fortbildnerin für Lehrkräfte der Beruflichen Schulen Berlins im Bereich Projektmanagement, und Projektmanager Estuardo José Calderón Scheel verbanden in ihrer „Video-Challenge“ Medienkompetenz und Projektmanagement mit effizienter Kommunikation durch Storytelling. PMmS-Lehrtrainerin Ira Meichsner diskutierte mit Teilnehmenden der Fachtagung über Optionen und Bedarf der Pädagogen hinsichtlich einer möglichen Projektmanagementzertifizierung für Schülerinnen und Schüler. Und Dr. Walter Jaisli stellte mit seiner Kollegin Beate Vogel das „PM- Tool“ vor - eine speziell für die Anforderungen an Unterrichts- und Schulprojekte entwickelte Projektmanagement-Software. Zusätzlich war mit Teach First Deutschland (TFD) auch ein Kooperationspartner der GPM vertreten. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen Valerie Naske und Verena Wagner berichtete Dr. Antonio Piscopo, Projektmanager und TFD Senior Manager Berlin-Brandenburg, über die Arbeit der bundesweit aktiven Bildungsorganisation im Kontext Projektmanagement, Digitalisierung und gesellschaftliche Teilhabe. Mit ihrem Engagement im Bildungsbereich und der mittlerweile zweiten Veranstaltung zum Potenzial einer stärkeren Projektkultur im Kontext Schule und Ausbildung hat die GPM die Debatte um das Lehren und Lernen der Zukunft erfolgreich weiter angestoßen.  Autorin Sarah-Janina Khayati, GPM Bildungsreferentin, studierte Kulturwissenschaften und Soziokulturelle Studien mit Schwerpunkt Bildung und Kommunikation. Mit gleichem Fokus folgten nach einem Volontariat Stationen als Autorin, bei einer internationalen NGO und im Bundespresseamt. Von 2010 bis 2015 war sie Projektmitarbeiterin und -leiterin im Gender- und Technik-Zentrum der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Parallel absolvierte sie Ausbildungen zur Dialogmoderatorin und Kommunikationstrainerin und begleitete in dieser Funktion Schulen, Bildungsinstitutionen und öffentliche Verwaltung ebenenübergreifend bei der Prozess- und Qualitätsentwicklung. Seit 2016 betreut Sarah-Janina Khayati als Referentin den Bildungsbereich der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. Für die Fachtagung „Handlungs- und Projektorientierung im Zeitalter der Digitalisierung“ übernahm sie die Projektleitung und gesamtorganisatorische Verantwortung. Anschrift: GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V., Hausvogteiplatz 12, 10117 Berlin, E-Mail: S.Khayati@gpm-ipma.de