eJournals PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL37/2

PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL
pm
2941-0878
2941-0886
UVK Verlag Tübingen
pm372/pm372.pdf0727
2026
372 GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.

Ideen, Austausch und Perspektiven

0727
2026
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Wissen | Diagnose Projektmanager: in 36 PROJEKTMANAGEMENT AKTUELL · 37. Jahrgang · 02/ 2026 DOI 10.24053/ PM-37-0024 Denise Böttger Denise Böttger ist Gründerin des Seaside Institute (www.seaside-institute. eu) sowie Program Director (IPMA Level A), Business Coach und Wirtschaftsmediatorin. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in großvolumigen Projekten und Programmen der Energiewende und des Verkehrssektors. In ihrer Arbeit verbindet sie methodische Exzellenz mit einem klaren Fokus auf Teamwork auf Augenhöhe, Vertrauen und nachhaltige Bestleistung. Ihr besonderes Interesse gilt der erfolgreichen Zusammenarbeit interdisziplinärer Projektteams in komplexen Organisations- und Entscheidungsstrukturen. 4. Dient meine Geschäftigkeit meinem eigenen Ego oder ist sie tatsächlich notwendig? 5. Kann ich gerade für das Tagesgeschäft Standards (zusammen mit meinem Team) formulieren und die Eigenverantwortung meines Teams, aber auch deren Weiterentwicklung stärken? 6. Welche Mechanismen kann ich etablieren, damit ein Frühwarnsystem bei Fehlern greift? 7. Welche Ziele gibt es in meinem Projekt, die erfüllt werden müssen und welche wären nice-to-have, stehen jedoch fälschlicherweise aktuell im Fokus? 8. Gibt es in meinem Mindset auch eine Exitstrategie? 9. Was braucht mein Team an Vorbild durch mich persönlich, um die eigene Zusammenarbeit bestmöglich zu fördern? 10. Wie geht es meinem Team mit der Erwartungshaltung, die ich an mich und damit auch gleichzeitig an mein Team stelle? Die Fragen werden Ihren Arbeitsstil nicht von heute auf morgen komplett ändern. Doch Sie werden sehen, dass sie einen Grundstein für ein erfolgreiches Projektmanagement legen. Sie helfen Ihnen bei der Bewertung, ob Sie sich auf dem richtigen Weg befinden, entbinden Sie jedoch nicht von der bewussten Entscheidung, sich Freiräume einzugestehen und andere dabei zu unterstützen, es Ihnen gleichzutun. Geben Sie sich und Ihrem Team also die Möglichkeit, kreativ zu werden und das jeweils beste Ergebnis zu erzielen. Eine Kleinigkeit mit großer Wirkung ist aber auch, wenn Sie Meetings fünf Minuten eher beenden, weil alles Wichtige gesagt wurde, und die Teilnehmenden auf das erforderliche Maß begrenzen. Zeigen Sie Ihrem Team, dass Sie ihnen vertrauen und nicht immer alle Details direkt erfahren müssen. Stärken Sie Ihr Team vor allem darin, Aufgaben selbstverantwortlich zu übernehmen und geben Sie dafür den Rahmen vor. Als Projektmanager: in haben Sie den Erfolg Ihres Projektes in der Hand. Nutzen Sie diese Möglichkeit bewusst. Eingangsabbildung: © iStock.com / xijian In Kürze: Rückblick auf das Treffen der PM Expertinnen in Essen Ideen, Austausch und Perspektiven Zwei Tage, geprägt von Offenheit und echtem Miteinander: Beim Frühjahrstreffen der PM-Expertinnen in Essen standen neue fachliche Impulse und gemeinsames Weiterdenken im Mittelpunkt. Das Unperfekthaus als Veranstaltungsort bot dafür mit seinem offenen, kreativen Konzept den passenden Rahmen. Die AG Intrapreneurship stellte den aktuellen Stand ihrer Studie vor und zeigte, wie eng unternehmerisches Denken und Projektmanagement miteinander verbunden sind. Parallel dazu wurde deutlich, mit wie viel Motivation und Kreativität die AG Podcast daran arbeitet, Frauen im Projektmanagement sichtbarer zu machen und neue Formate zu entwickeln. Ein besonderer Programmpunkt war die abendliche Führung durch das Museum Folkwang. Der Perspektivwechsel wurde von vielen als inspirierend erlebt und bot eine willkommene Ergänzung zum fachlichen Programm. Das gemeinsame Abendessen im Unperfekthaus rundete den Tag ab und gab Raum für Gespräche, für die im offiziellen Programm keine Zeit blieb. Der zweite Tag startete mit einem Impulsvortrag von Simone Jakoby, der viele Denkanstöße mitgebracht hat. Im Mittelpunkt stand ein ganzheitliches Transformationskonzept für eine Stadtverwaltung und die Frage, wie sich Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Kulturwandel sinnvoll miteinander verbinden lassen. Im anschließenden Workshop wurde dieser Ansatz aufgegriffen und auf fiktive Projekte übertragen. In kleinen Gruppen entwickelten die Teilnehmerinnen eigene Konzepte zur Umsetzung von KI in Projekten. Dabei entstanden in kurzer Zeit erstaunlich konkrete Ideen, die von der Zieldefinition über mögliche Risiken bis hin zu ersten Umsetzungsschritten reichten. Der Werkstattcharakter des Formats hat besonders überzeugt. Gemeinsames Ausprobieren, ehrliche Reflexion und der Fokus auf konkrete nächste Schritte standen im Vordergrund. Es ging nicht um perfekte Lösungen, sondern um umsetzbare Ansätze und den Transfer in den eigenen Projektalltag.